FIFA: Medien sind Schuld am Protest gegen Investoren-Plan

Infantino-Vertrauter zurückgetreten:FIFA: Medien sind Schuld am Protest gegen Investoren-Plan

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Die FIFA hält am Plan, die WM zu privatisieren, fest. Proteste seien das Ergebnis "fehlerhafter Medienberichte". Indessen ist ein hochrangiger FIFA-Berater zurückgetreten.

FIFA-Präsident Gianni Infantino hält in der Zentrale des Verbandes in Zürich eine Rede und hebt dabei die linke Hand. In der rechten Hand hält er ein Mikrofon.

Erhielt weltweit Gegenwind für seine Pläne: FIFA-Präsident Gianni Infantino, hier bei einer Rede in der Zentrale des Welt-Verbandes in Zürich.

Quelle: Imago / Jöran Steinsiek

Die FIFA hat die Pläne zur Gründung einer Tochtergesellschaft, mit der ein Teil der kommerziellen Rechte an FIFA-Turnieren an Investoren verkauft werden soll, verteidigt. "Wir respektieren die öffentlich geäußerten Rückmeldungen und Bedenken und bekräftigen unser Bekenntnis zu einer offenen und demokratischen Konsultation", teilte der Fußballweltverband mit. Zuvor hatte die UEFA mit einem Boykott sämtlicher FIFA-Turniere - also auch der Weltmeisterschaften - gedroht.

Der Plan sei durch "fehlerhafte Medienberichte" gestört worden, so die FIFA. "Niemand verkauft den Fußball", beteuert der Weltverband. "Das ist etwas, das die FIFA niemals in Betracht ziehen würde."

FIFA-Präsident Gianni Infantino

FIFA-Präsident Gianni Infantino verteidigt seinen Plan zur Öffnung der Fußball-WM für Investoren. Es sei ein Angebot, ein "Teil eines Beratungsprozesses". UEFA und DFB sind strikt gegen den Plan.

30.07.2026 | 2:25 min

FIFA: Kommerziellen Chancen sinnvoll nutzen

Die FIFA Forward Enterprise (FFE) sei ausschließlich vorgeschlagen worden, um sicherzustellen, dass alle FIFA-Mitgliedsverbände die Möglichkeit haben, die kommerziellen Chancen des Fußballs in ihren jeweiligen Ländern sinnvoll zu nutzen.

Der Weltverband um Präsident Gianni Infantino hatte am Dienstag angekündigt, über die geplante Tochtergesellschaft FFE mehr als vier Milliarden US-Dollar von externen Investoren einholen zu wollen. Zudem sollen künftige WM-Turniere unter dem Dach der neu gegründeten FFE organisiert werden, deren Mehrheits-Eigentümer der Weltverband wäre.

Infantino-Vertrauter wohl zurückgetreten

Dabei scheint innerhalb der FIFA keinesfalls Einigkeit zu herrschen. Zumindest hat Infantino am Freitag einen engen Vertrauten verloren. Carlos Cordeiro, hochrangiger Berater der FIFA, trat aus Protest gegen das Vorhaben zurück.

"Als leitender Berater des FIFA-Präsidenten, ehemaliger Banker und lebenslanger Fußballfan kann ich nicht tatenlos zusehen, wie die FIFA den Verkauf einer Beteiligung an der Weltmeisterschaft in Erwägung zieht", erklärt Cordeiro. Er sei an Infantinos Plan "in keiner Weise beteiligt" gewesen und lehne ihn entschieden ab:

Es ist ein schlechtes Geschäft für die FIFA-Mitgliedsverbände, ein schlechtes Geschäft für den Fußball und ein schlechtes Geschäft für die langfristige Zukunft dieses Sports.

Ex-Fifa-Berater Carlos Cordeiro

UEFA mit Boykott-Drohung

Die UEFA hatte am Donnerstagabend mit scharfen Worten einen Boykott aller FIFA-Turniere angekündigt, sollte die FIFA an ihrem Investorendeal festhalten. "Europas Position ist eindeutig. Wir werden diesem Modell niemals unsere Legitimität verleihen. Niemand hat das moralische Recht, etwas zu verkaufen, das er lediglich treuhänderisch für die nächste Generation verwaltet", schrieb die UEFA nach einer Dringlichkeitssitzung.

Gianni Infantino spricht in ein Mikrofon vor einem grünen Hintergrund

Die UEFA-Mitgliedsländer haben einstimmig für einen möglichen WM-Boykott gestimmt. Hintergrund ist ein geplanter Investorendeal, den die FIFA vor wenigen Tagen verkündet hatte.

30.07.2026 | 2:10 min

Wenige Stunden später lehnte auch der für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik zuständige Kontinentalverband Concacaf die Investorenpläne geschlossen ab. Ohne die 55 Stimmen der Europäer und die 35 Stimmen aus Nord- und Mittelamerika dürfte es für den FIFA-Boss schwierig werden, unter den 211 Mitgliedsverbänden überhaupt eine Mehrheit zu erreichen.

Die FIFA verwies in ihrer Reaktion auf ihre "demokratischen Grundsätze". Jeder habe das Recht, seinen Widerstand zum Ausdruck zu bringen und weitere Klarstellungen einzufordern, "aber keine einzelne Instanz kann für sich beanspruchen, alle 211 Mitgliedsverbände weltweit zu vertreten", hieß es. "Jedem Mitgliedsverband sollte es gestattet sein, den Vorschlag zu prüfen und bei der Gestaltung seiner eigenen Zukunft mitzureden."

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Quelle: Reuters

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Quelle: dpa
Über das Thema berichtete das ZDF am 30.07.2026 in mehreren Sendungen, unter anderem in der heute-Sendung ab 19:00 Uhr sowie ab 21:40 Uhr im heute journal.

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