Sicher durch Laub, Nässe, Kälte und Co.:Herbst-Check fürs E-Bike: Darauf sollten Sie achten
von Alexander Bonengel
Regen, Laub und Kälte stellen besondere Anforderungen an Zweiräder. Das gilt auch für E-Bikes. So machen Sie Reifen, Bremsen, Akku und Licht am Fahrrad fit für Herbst und Winter.
Die Schaltung macht Probleme. Stephan Beck lässt daher sein E-Bike in einer Werkstatt prüfen und bekommt Tipps, wie er sein Rad sicher durch die kalte Jahreszeit bringt.
07.10.2026 | 4:31 minE-Bikes sind mittlerweile das beliebteste Zweirad der Deutschen. Steve Cecil aus Alzey verkauft und repariert seit über dreißig Jahren Fahrräder. Auch in seiner Werkstatt machen E-Bikes längst den größten Anteil unter den Fahrrädern aus.
Der Fahrrad-Experte weiß: Gerade jetzt im Herbst steigen die Anforderungen an Reifen, Bremsen und Co.. Er empfiehlt, auf diese fünf Punkte beim Herbst-Check des E-Bikes zu achten.
Wer ein gutes Fahrrad sucht, hat meist zwei Optionen: neu vom Händler oder gebraucht von privat. Inzwischen gibt es auch "refurbished" - professionell aufbereitete Gebrauchträder.
14.07.2026 | 6:01 minReifen: Unbedingt auch den Luftdruck prüfen
Das Profil allein sagt wenig über den Zustand des Reifens aus. Auch Alter und Zustand des Gummis spielen eine wichtige Rolle. Ist der Reifen hart, spröde und zeigt Risse, ist es Zeit, ihn auszutauschen.
Die Haftung auf nassem und kaltem Untergrund ist in diesem Fall deutlich verringert.
Steve Cecil, E-Bike-Experte
Ebenso wichtig wie das Material ist der passende Luftdruck. Angaben zu korrekten Werten stehen meist direkt auf der Flanke des Reifens. Ist der Luftdruck zu hoch, fehlt es auf nassem Asphalt, Laub oder Schotter an Haftung. Ein zu niedriger Luftdruck dagegen kann die Fahrkontrolle beeinträchtigen und zudem Reifen und Felge bei Schlaglöchern oder Bordstein beschädigen.
Fahrräder mit Elektromotor erfreuen sich wachsender Beliebtheit, doch auch die Unfallzahlen steigen. Beim Fahrsicherheitstraining lernen Teilnehmende ihr E-Bike besser kennen.
11.08.2026 | 3:08 minVorsicht bei abgenutzten Bremsbelägen
Bremsbeläge nutzen sich schleichend ab, oft ohne dass es auffällt. Mit der Zeit gewöhne man sich an die nachlassende Bremswirkung, erklärt Cecil. Bei trockener Witterung funktioniere die Bremse möglicherweise noch zuverlässig, bei Nässe könne die Bremsleistung jedoch deutlich nachlassen.
Mithilfe einer Taschenlampe kann man die Bremsen selbst überprüfen, indem man von oben in den Bremssattel hineinleuchtet. Dort sind die beiden Bremsbeläge links und rechts der Bremsscheibe zu erkennen.
Als Faustregel gilt: Das Reibmaterial der Bremsbeläge sollte mindestens einen Millimeter dick sein. Die Trägerplatte wird dabei nicht mitgerechnet. Je nach Hersteller des Bremssystems können andere Verschleißgrenzen gelten.
Wer sich mit dem Überprüfen von Reifen, Bremsen und Mechanik nicht sicher ist, sucht besser eine entsprechende Werkstatt auf. Die Kosten halten sich normalerweise in Grenzen, können aber regional recht unterschiedlich ausfallen.
Laut Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) sollte ein einfacher Funktions- und Sicherheitscheck nicht mehr als 40 bis 60 Euro kosten. Bei einer umfangreichen E-Bike-Inspektion mit mechanischer und elektrischer Wartung muss man mit Kosten von 90 bis 160 Euro rechnen. Zusätzliche Kosten entstehen, wenn beispielsweise Reparaturen hinzukommen.
Der ADFC empfiehlt, E-Bikes mindestens einmal pro Jahr zu einer Inspektion zu geben. Man selbst sollte vor allem regelmäßig die Kette reinigen und schmieren sowie die Bremsen kontrollieren.
Kette und Schaltung: Damit der Antrieb rund läuft
Die Kette ist Witterung und Schmutz unmittelbar ausgesetzt. Sie sollte regelmäßig gereinigt und geölt werden - nach längeren Fahrten durch Regen und Nässe gegebenenfalls erneut.
Lassen sich die Gänge nicht sauber schalten, sollte nach der Ursache geschaut werden. Oft sei die Schaltzugspannung falsch eingestellt, erklärt Steve Cecil. Bei den meisten Schaltungen lässt sie sich über ein kleines Einstellrädchen am Schaltwerk korrigieren. Bleiben Probleme weiter bestehen, sollte die Werkstatt aufgesucht werden.
Alarmanlage, Schlösser mit Alarmsignal, GPS‑Tracker im Rücklicht oder versteckte Bluetooth‑Tracker sollen Fahrraddieben den Zugriff erschweren. Wie zuverlässig sind die Systeme?
30.06.2026 | 4:33 minVolle Akku-Power und gute Sicht
Der Akku ist das Herzstück eines E-Bikes. Bei vielen Modellen lässt er sich herausnehmen.
Der Akku sollte ab null Grad Außentemperatur im Warmen lagern, sofern das Rad nicht genutzt wird.
Steve Cecil, Fahrradmechaniker
Je nach Hersteller liegt die empfohlene Lagertemperatur laut Cecil zwischen zehn und zwanzig Grad. Bei längerer Lagerung sollte der Akku nur etwa halb voll sein, da ein dauerhaft voller Ladezustand die Alterung beschleunigt.
Gerade bei leichten, sportlichen E-Bikes ist der Akku oft schlank im Rahmen integriert. Bei manchen Modellen lässt er sich nicht ohne Weiteres herausnehmen. Steht das Rad im Winter draußen oder in einer kalten Garage, kann der Akku stark auskühlen. E-Bike-Experte Steve Cecil empfiehlt, den Akku keinesfalls bei Temperaturen unter null Grad Celsius zu laden. Andernfalls kann er dauerhaft geschädigt werden. Vor dem Laden sollten die Temperaturvorgaben des jeweiligen Herstellers beachtet werden.
War das Rad großer Kälte ausgesetzt, sollte es vor dem Laden mehrere Stunden in einem trockenen, warmen Raum stehen. So kann der Akku sich behutsam akklimatisieren. Den Akku auf keinen Fall mit punktuellen Wärmequellen wie Föhn oder Heizlüfter erwärmen. Er kann dadurch ungleichmäßig und lokal zu stark erhitzt werden. Das kann die Zellen und andere Bauteile belasten und zu Schäden führen.
Nach einem Sturz mit einem E‑Bike muss ein äußerlich unbeschädigter Akku nicht zwingend von einer Fachwerkstatt überprüft werden. Das hat das Oberlandesgericht Oldenburg entschieden.
16.04.2026 | 0:43 minAuch die Beleuchtung braucht im Herbst besondere Aufmerksamkeit, denn Dunkelheit und Nebel machen gute Sicht und Sichtbarkeit besonders wichtig. Fällt das Licht aus, sollte zunächst das E-Bike-System ausgeschaltet werden. Anschließend lassen sich zugängliche Kabel und Steckverbindungen auf lose Verbindungen oder mögliche Schäden prüfen. Bleibt die Ursache unklar, sollte eine Werkstatt sie abklären.
Wenn es im Herbst düster ist, wird das Licht am Fahrrad essenziell. Doch welche Regelungen gibt es und worauf sollte man beim Kauf von Fahrradlichtern besonders achten?
20.10.2025 | 3:39 minRichtige Reinigung bei Verschmutzung
Schmutz auf dem Rad ist nicht nur lästig, er kann auch wie ein Schleifmittel wirken. Das begünstigt Verschleiß und Rost.
Dringend abzuraten ist von Hochdruckreinigern. Durch den harten Strahl können Wasser und Schmutz in Radlager und andere empfindliche Teile des E-Bikes gelangen. Für die Reinigung reichen in der Regel Wasser mit geringem Druck sowie ein Schwamm oder eine weiche Bürste.
Wer sein E-Bike regelmäßig überprüft und richtig pflegt, ist bestens für den Herbst gerüstet. Das erhöht die Sicherheit, sorgt für mehr Fahrspaß und trägt dazu bei, die Lebensdauer des Fahrrads zu verlängern.
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