Barfußschuhe: Welche Vorteile bieten sie für die Fuß-Gesundheit?

Vorteile und Risiken:Wie gesund sind Barfußschuhe?

von Agnes Heitmann
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Barfuß zu gehen, tut den meisten Menschen gut. Aber was, wenn es kalt ist, der Boden dreckig oder Verletzungen der Füße drohen? Sind Barfußschuhe eine gesunde Alternative?

Frau auf einem Spazierweg mit Barfußschuhen unterwegs

Barfußschuhe als Alternative zum herkömmlichen Schuh: Sie bieten ein neues Gehgefühl und schützen die Füße im Alltag. Doch eine Umstellung von herkömmlichen Schuhen dauert einige Zeit.

Quelle: imago/Action Pictures

Viele Füße stecken täglich in engen und unflexiblen Schuhen. Das meiste Schuhwerk soll den Fuß stabilisieren und den Gang abfedern. Barfußschuhe dagegen zeichnen sich besonders durch die flexible, dünne Sohle und viel Freiraum für den Fuß aus. Eine Bewegungswissenschaftlerin und ein Orthopäde schätzen Vor- und Nachteile der Barfußschuhe ein.

Barfußschuhe trainieren Muskulatur

Keiner ist mit Schuhen an den Füßen geboren. Daher ist das Barfußgehen die natürlichste Art der Fortbewegung. "Unser Fuß hat ein Längs- und ein Quergewölbe, die eigentlich als natürliche Stoßdämpfer arbeiten und uns bei jedem Schritt abfedern", sagt Orthopäde Matthias Manke, der in seiner Praxis eine individuelle Fußsprechstunde anbietet und ein Freund von Barfußschuhen ist.

Mit den Barfußschuhen kann man das harmonische Laufen wieder lernen und die Muskulatur unter den Füßen trainieren, was mit normalen Schuhen so gar nicht möglich ist.

Dr. Matthias Manke, Orthopäde

Anna Yona im Wald. Links von ihr eine stilisierte Grafik eines Schuhs.

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Diesen Vorteil sieht auch Mathilda Meyer, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Bewegungswissenschaft an der Universität Hamburg. "Durch Barfußschuhe wird die Sensibilität geschult. Außerdem hat man ein freies Fußgefühl, während gleichzeitig die Fußsohle geschützt wird", sagt die Wissenschaftlerin.

"Für Personen mit bestimmten Einschränkungen kann das aber auch ein Nachteil sein, wenn zum Beispiel auf eine möglichst große Stabilisation des Fußes geachtet werden sollte", ergänzt Meyer. Darum könne man nicht pauschal sagen, dass Barfußschuhe für jeden geeignet sind.

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Vorsicht beim Umstieg

Waren Barfußschuhe vor einigen Jahren noch ein Nischenprodukt, gibt es sie jetzt für jede Lebenslage, Altersklasse und in ansprechenden Designs. Doch wer viele Jahre wenig barfuß und viel in normalen Schuhen gegangen ist, der sollte beim Umstieg vorsichtig sein. "Wenn wir in einem normalen Schuh unterwegs sind, dann laufen wir meist im Fersengang und die Ferse ist dafür im Schuh extra abgepolstert", sagt Matthias Manke. Mache man das mit dem Barfußschuh, dann entwickelten sich Schmerzen, weil das Polster dort fehlt.

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Tipps für den Barfußschuh-Kauf



Der Orthopäde empfiehlt für den Umstieg einen Barfußlehrgang, der inzwischen vielerorts angeboten wird. Experten vermitteln dort, wie man dynamisch und harmonisch ohne Schuhe oder mit Barfußschuhen gehen kann. "Man muss dabei mit dem mittleren Fußbereich auftreten. Dort liegt die natürliche Dämpfung des Fußes. Und dann sollte man sich mit den Zehen abstoßen," erklärt Manke.

Die Expertin der Bewegungswissenschaft Mathilda Meyer rät außerdem, nicht komplett auf Barfußschuhe umzusteigen. "Insgesamt sollte meiner Ansicht nach auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen gut besohltem Schuhwerk und Formen des Barfußgehens geachtet werden. Es ist wie mit der gesunden Ernährung, wir essen ja auch nicht ausschließlich Obst und Gemüse und jeder Körper ist anders", sagt Mathilda Meyer.

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Auch in normalem Schuhwerk lohnt es sich, die Muskulatur zu trainieren. "Wer keine Barfußschuhe tragen möchte, kann beim Laufen in normalen Schuhen zum Abschluss des Schrittes immer einer Greifbewegung mit den Zehen machen. Dann hat man immerhin schon mal die erste Form vom aktiven Muskeltraining," rät Matthias Manke.


Öfter ohne Schuhe

Beim Gehen in Barfußschuhen oder ganz ohne Schuhe sehen die Experten zwei klare Vorteile: Zum einen wird die Fußmuskulatur gekräftigt, da sie nicht andauernd durch den Schuh gestützt, sondern aktiv angesprochen wird. Zum anderen wird ohne eine dicke Sohle die Sensibilität der Füße geschult. "Ein Barfußschuh führt dazu, dass wir viel mehr Informationen aufnehmen und dass unsere Fußmuskulatur als Fundament unseres Körpers stabil bleibt," sagt Orthopäde Manke.

In der Entstehung oder bei leichten Formen von Fußfehlstellungen könne man durch das Gehen im Barfußschuh dagegen angehen und die Muskulatur trainieren, meint der Experte. Soweit also keine schwerwiegenden Fußfehlstellungen oder andere Erkrankungen gegen das Gehen in Barfußschuhen sprechen, können diese - mit dem entsprechenden Gang - viel Gutes für den Körper tun.

Agnes Heitmann ist Redakteurin der ZDF-Sendung "Volle Kanne - Service täglich".

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FAQ

Dieser Artikel wurde erstmals am 09. Juni 2024 veröffentlicht und am 27. August 2025 aktualisiert.

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