Umweltschutz in Europa: Sind wir auf Kurs?

Monitoring-Bericht der EU:Wie geht es der Umwelt in Europa?

von Birgit Hermes

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Die EU erreicht laut einem neuen Bericht nur einen Teil ihrer Umweltziele, etwa beim Klimaschutz. Schlechter läuft es dagegen bei Biodiversität, Wirtschaft und Konsum.

Sachsen-Anhalt, Harz: Blick auf eine Harzer Bachforelle.

Im Bereich "Biodiversität und Ökosysteme" gibt es laut EU Mängel.

Quelle: dpa

In einigen Bereichen des Umweltschutzes ist die Europäische Union auf Kurs, in anderen gibt es jedoch Nachholbedarf, will man das Ziel eines "guten Lebens innerhalb der planetaren Grenzen" erreichen. Zu diesem Ergebnis kommt die Europäische Umweltagentur (EEA) in ihrem aktuellen "Monitoring report on progress towards the 8th EAP objectives - 2024 edition".

Der Bericht bewertet den Fortschritt der EU in Bezug auf die Ziele des 8. Umweltaktionsprogramms (EAP). Er betrachtet dabei 28 Leitindikatoren, darunter Klimaneutralität, ressourceneffiziente Wirtschaft, Umkehrung des Verlusts der biologischen Vielfalt und Verringerung der Umweltverschmutzung.

Umweltschutz: Erfolge und Fortschritte

Die gute Nachricht zuerst: In einigen Bereichen wurden bedeutende Fortschritte erzielt. Das gilt zum Beispiel für den Klimaschutz. Die EU konnte ihre Treibhausgasemissionen weiter reduzieren und liegt auf Kurs, die Ziele für 2030 zu erreichen.

Leena Ylä-Mononen, Exekutivdirektorin der Europäischen Umweltagentur, erläutert: "Unser jüngster Überwachungsbericht zeigt, dass in mehreren wichtigen Handlungsbereichen, die erforderlich sind, um unsere langfristigen Ziele eines guten Lebens innerhalb der planetaren Grenzen zu erreichen, gute Fortschritte erzielt werden."

Insbesondere im Bereich der Reduzierung der Luftverschmutzung, der Treibhausgasemissionen und der Förderung der grünen Finanzierung.

Leena Ylä-Mononen, Exekutivdirektorin der Europäischen Umweltagentur

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Wo es Nachholbedarf gibt

Bei 20 der 28 Leitindikatoren ist die EU allerdings "wahrscheinlich" oder "gar nicht" auf Kurs. Das gilt zum Beispiel für die Kreislaufwirtschaft. Um das Ziel zu erreichen, die Rate der Kreislaufwirtschaft bis 2030 gegenüber 2020 zu verdoppeln, braucht es also deutlich massivere Anstrengungen.

Ähnlich mangelhaft bewertet der Bericht den Ausbau der biologischen Landwirtschaft. In fünf Jahren sollten laut Plänen der EU 25 Prozent der Agrarfläche biologisch bewirtschaftet werden. Die Realität sieht anders aus - im Jahr 2022 waren es knapp10,5 Prozent.

Probleme auch bei Biodiversität

Ebenfalls nicht auf Kurs sind die Bereiche "Biodiversität und Ökosysteme". Von den Zielen, je dreißig Prozent der Land- und Meeresfläche unter Schutz zu stellen, ist Europa weit entfernt. So auch davon, Wälder zu vernetzen und den Rückgang der Vogelpopulationen zu stoppen. In der Analyse des Berichts heißt es:

Es gibt eine kontinuierliche Abnahme der Vogelpopulationen, die wahrscheinlich bis 2030 nicht umgekehrt werden kann.

Mit einem Rückgang um 40 Prozent zwischen 1990 und 2022 seien Vögel des Ackerlands am stärksten betroffen.

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Verbrauchsfußabdruck in EU steigt

Ein Problem sehen die Autoren des Berichts auch im Konsumverhalten der Europäer. Im sogenannten Verbrauchsfußabdruck, der die Auswirkungen des Konsums auf die Umwelt und Klima misst, schneiden die Bürger der EU schlecht ab. Statt einer deutlichen Abnahme verzeichnet der Bericht eine Zunahme des Fußabdrucks.

Alles in allem stellt der Bericht den europäischen Mitgliedstaaten also kein gutes Zeugnis in Sachen Umweltschutz aus und liefert eine ernüchternde Bilanz des bisherigen Green Deal.

Es bedürfe daher entschlossener Schritte, um den gesetzten Zielen näher zu kommen, resümiert Leena Ylä-Mononen: "Dies bedeutet eine mutigere Umsetzung bestehender Rechtsvorschriften, zusätzliche Maßnahmen wo nötig,und die Sicherstellung ausreichender Finanzmittel zur Erreichung unserer Klima-, Umwelt- und Nachhaltigkeitsziele."

Birgit Hermes ist Redakteurin in der ZDF-Redaktion Umwelt.

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