Reichinnek kritisiert fehlende Teilhabe Älterer bei Onlinenutzung

Studie zur Internetnutzung:Reichinnek kritisiert fehlende Teilhabe Älterer im Internet

Dominik Rzepka

von Dominik Rzepka

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Die Hälfte der über 80-Jährigen bucht kein Zugticket in der Bahn-App und nutzt kein Google Maps zum Navigieren. Linken-Fraktionschefin Reichinnek kritisiert mangelnde Teilhabe.

Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek: Ältere Menschen oft ausgeschlossen.

Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek: Ältere Menschen oft ausgeschlossen.

Quelle: ddp

Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek hat die mangelnde Teilhabe Älterer an digitalen Prozessen kritisiert. Es finde ein Ausschluss Älterer statt, sagt Reichinnek ZDFheute.

"Die Bahn wollte die BahnCard nur noch in der App anbieten, Konzerttickets werden teilweise auch nur noch digital ausgegeben. Termine kann man manchmal nur über Onlineportale buchen", so Reichinnek.

Das schließt nicht nur ältere Menschen aus, sondern auch die, die sich keine entsprechenden Geräte leisten können.

Heidi Reichinnek, Linke

Eine Studentin sitzt mit einer Seniorin am Küchentisch und erklärt ihr die Benutzung des Handys.

Studie zur Online-Nutzung von Senioren: Viele Ältere sind offline.

15.01.2026 | 0:26 min

Reichinnek: Erreiche auch Ältere bei TikTok

Es sei zwar grundlegend richtig, Digitalisierung zu nutzen, um Prozesse zu vereinfachen. "Aber dabei müssen alle Menschen mitgenommen werden." Digitalisierung könne auch ausschließen, wenn Menschen nicht befähigt würden, sie zu nutzen. Reichinnek fordert unter anderem ein Recht auf analoge Antragsstellung und persönlichen Kontakt.

Kritik daran, dass sie mit ihren Videos etwa bei TikTok vor allem Jüngere anspreche, weist Reichinnek zurück. "Wir erreichen auch ältere Menschen, selbst die über 80, in den sozialen Medien", sagt sie. Außerdem suche die Linke den Kontakt auch über Infostände, Veranstaltungen oder Flyer.

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Hälfte der Ü80-Jährigen ist offline

Eine Studie des Branchenverbands Bitkom kommt zu dem Ergebnis, dass etwa die Hälfte der Menschen über 80 nie das Internet nutzt. In der Studie heißt es:

Fehlendes Wissen oder Ressourcen, Bedenken oder schlichtweg kein Interesse - die Gründe, das Internet nicht zu nutzen, sind vielfältig.

Bitkom-Studie

47 Prozent der befragten Seniorinnen und Senioren sagen, sie würden sich mit dem Internet nicht auskennen. 40 Prozent sind nicht online aus Sicherheitsbedenken, etwa aus Angst vor Viren. 15 Prozent haben niemanden, der ihnen in der Online-Welt helfen könnte.

Astrid Mönnikes leitet das Projekt „DigitalPakt Alter“ und ist bei "Volle Kanne" am Top-Themen-Tisch im Gespräch mit Nadine Krüger.

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Bitkom-Chef fordert digitale Teilhabe Älterer

Grundsätzlich würden die meisten aber gerne online sein. 54 Prozent der Befragten fragen Freunde, Familie oder Bekannte, um sich neue digitale Fähigkeiten anzueignen. Dennoch stießen einige ältere Menschen auf Hürden bei der Nutzung des Internets, sagt Bitkom-Präsident Ralf Wintergast:

Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sie an der digitalen Welt teilhaben können.

Ralf Wintergast, Präsident Bitkom

Laut Studie zweifelt ein Großteil der Befragten an den eigenen Fähigkeiten, digitale Geräte sicher zu bedienen und Software oder Apps sinnvoll zu nutzen. Sie geben ihrer eigenen Digitalkompetenz nur die Schulnote 3,2. Zum Vergleich: Junge Nutzerinnen und Nutzer bewerten ihre Fähigkeiten mit der Note 2,8.

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Online-Nutzung bei jüngeren Senioren hoch

Bei jüngeren Seniorinnen und Senioren ist die Online-Nutzung hingegen gestiegen. Fast alle 65- bis 69-Jährigen sind online. Bei den 70- bis 74-Jährigen sind es 85 Prozent. Insgesamt sind drei von vier Menschen über 65 online.

Bildungsministerin Karin Prien (CDU) verweist auf Bildungsangebote für Seniorinnen und Senioren wie das Projekt "Digitaler Engel". Im März 2026 etwa fahren zwei Infobusse durch Deutschland mit Schulungsangeboten für ältere Menschen.

Unser Ziel ist klar: Den digitalen Wandel so zu gestalten, dass alle ihn selbstbestimmt nutzen können.

Karin Prien, CDU

Ende Januar bietet das Projekt eine Schulung zu sicherem Bezahlen mit dem Handy an. Allerdings handelt es sich um eine Videokonferenz. Seniorinnen und Senioren müssen dafür die Videokonferenzsoftware Teams installiert haben.

Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 15.01.2026 um 11:30 Uhr.

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