Wildberger fordert mehr Vertrauen in elektronische Patientenakte

Interview

Digitalminister zur ePA:Wildberger: "Mehr Vertrauen" in elektronische Patientenakte

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Nicht einmal vier Prozent der gesetzlich Versicherten nutzen die elektronische Patientenakte. Digitalminister Karsten Wildberger wünscht sich von den Versicherten mehr Vertrauen.

Digitalminister Karsten Wildberger im ZDF-Interview

Digitalminister Karsten Wildberger wünscht sich von den Versicherten mehr Vertrauen in die elektronische Patientenakte (ePA).

12.01.2026 | 0:38 min

ZDFheute: Wer Zug fährt in Deutschland, hat oft keinen Handyempfang, kein Internet. Und viele Behördengänge kann man nach wie vor nicht online erledigen. Wie zufrieden sind Sie mit der Digitalisierung in Deutschland gerade?

Karsten Wildberger: Da gibt es für mich zwei Antworten. Zum einen haben wir unglaublich viel zu tun und müssen aufholen. Und zum anderen haben wir auch viele Kommunen, viele Behörden, die sind digital schon sehr weit.

Wir haben eigentlich einen großen Flickenteppich, da liegt das Problem vor allen Dingen.

Karsten Wildberger (CDU), Digitalminister

Wir haben einen klaren Plan, den wir kraftvoll umsetzen. Und das wird auch besser werden, bin ich hundertprozentig überzeugt.

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ZDFheute: Inwiefern?

Wildberger: Drei Beispiele, was wir tun. Wir bringen das, was heute schon da ist, jetzt schneller in die Fläche. Das werden wir in verschiedenen Bundesländern in 2026 spürbar tun. Wir werden auch Leistungen zentralisieren.

Und vor allen Dingen werden wir Künstliche Intelligenz einsetzen, um Genehmigungsverfahren zu automatisieren und damit besser und schneller zu machen für die Bürgerinnen und Bürger und auch für die Mitarbeitenden.

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ZDFheute: Was muss in den Behörden passieren, damit Sie diese Kundenzufriedenheit wieder zurückgewinnen können?

Wildberger: Die Bürgerinnen und Bürger müssen einen Anspruch haben auf Top-Service und das heißt heute natürlich auch digitalere Prozesse, schnellere, einfache Prozesse. Was ist dafür zu tun? Wir müssen das, was wir heute an Prozessen manuell analog haben, eben auch digital anbieten, flächendeckend.

Und dann gehört auch dazu, dass wir die Prozesse verbessern und auch die Interaktion mit den digitalen Lösungen so einfach wie möglich gestalten. Und das bedeutet natürlich in den Behörden auch, dass die sich entlang dieser neuen Prozesse verändern müssen.

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ZDFheute: Nicht einmal vier Prozent der gesetzlich Versicherten nutzt die elektronische Patientenakte. Sehen Sie dort eine Skepsis gegenüber der Freigabe von persönlichen Daten in der E-Akte oder im Wallet?

Wildberger: Da, finde ich, leben wir in zwei Welten. Viele Menschen haben kein Problem damit, Plattformen zu nutzen, ihre Daten freizugeben.

Die werden auf ausländischen Servern gelagert, auch genutzt, weiter genutzt, analysiert und wenn es um E-Akte, ums Wallet geht, die höchsten Sicherheitsstandards genügt, hier in Deutschland, dann tun wir uns ein bisschen schwer damit.

Da wünsche ich mir einfach ein bisschen mehr Vertrauen. Und da hoffe ich, dass wir das gut hinkriegen.

Karsten Wildberger (CDU), Digitalminister

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ZDFheute: Sie fordern mehr Bürokratieabbau. Wie soll der konkret aussehen? Was muss da jetzt passieren?

Wildberger: Der Bürokratie-Rückbau oder ich nenne es das Leben wieder einfacher, verständlicher, schneller machen, ist ein besserer Begriff, finde ich, ist in vollem Gange. Wir haben einen ganz, ganz klaren Fahrplan, sowohl auf der Bundesseite, aber auch mit den Bundesländern, mit der sogenannten Modernisierungsagenda für Bund und föderal, die wir umsetzen.

Wir haben viele Vorhaben, schnellere Genehmigungsverfahren, schnelleres und besseres Bauen, weniger Berichtspflichten, weniger Beauftragtenwesen, die viele Unternehmen lähmen. Vieles haben wir auf den Weg gebracht.

Und wir haben jetzt eine große Maßnahmenkette, die Stück für Stück in die Umsetzung kommt. Und auch hier gilt, über Zeit werden diese Wirkungen auch spürbar und entsprechend ihre Wirkung entfalten.

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Das Interview führte Marcel Roth

Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 12.01.2026 um 11:30 Uhr in den Beiträgen "Wildberger: 'Wir müssen aufholen'" und "Wildberger sieht Deutschland auf gutem Weg".

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