Luigi Pantisano im ZDF:Linken-Chef wirft CDU Kumpelei mit "faschistischer" AfD vor
von Dominik Rzepka
Erst rückte Linken-Chef Luigi Pantisano die CDU in die Nähe des Faschismus, dann ruderte er zurück. Nun wirft er Teilen der CDU Nähe zur "faschistischen" Politik der AfD vor.
Sehen Sie hier das ZDF-Interview mit Linken-Chef Luigi Pantisano.
21.06.2026 | 4:57 minDer neue Vorsitzende der Linken, Luigi Pantisano, hat Teilen der CDU vorgeworfen, sich nicht deutlich genug von der AfD abzugrenzen.
Die Politiken der AfD würden "beispielsweise in Sachsen-Anhalt faschistische Züge" tragen, sagt Pantisano in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". Sie ließen "zum Beispiel an die Zeiten der Euthanasie in Deutschland erinnern."
Und wenn ein CDU-Fraktionsvorsitzender kumpelt mit dem Spitzenkandidaten der AfD, dann bereitet mir das große Sorgen.
Luigi Pantisano, Linke
Vor einigen Tagen war ein sogenanntes "Kumpel-Foto" des sachsen-anhaltinischen CDU-Fraktionschefs Guido Heuer und AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund aufgetaucht, das laut Kritikern eine Nähe zwischen beiden vermuten ließ.
Das Antisemitismus-Problem der Linke reicht inzwischen offenbar weit hinein in den parteinahen Jugendverband: "Israel verrecke", heißt es dort in Chats. Wie reagiert die Partei?
21.06.2026 | 4:07 min
Scharfe Kritik aus der CDU
Pantisano hatte vor seiner Wahl in einem Interview gesagt, er sehe keine Unterschiede zwischen "der CDU, die faschistische Politik macht, der AfD oder den Faschisten selbst".
Damit hatte Pantisano, der auf dem Parteitag lediglich 53 Prozent erhielt, unter anderem die ostdeutschen Landesverbände verärgert. Auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann kritisierte die Äußerungen Pantisanos. Linnemann sagte der "Bild"-Zeitung:
Wer Christdemokraten mit Faschisten gleichsetzt, disqualifiziert sich für jede politische Verantwortung.
Carsten Linnemann, CDU
Pantisano nennt derartige Äußerungen, die ähnlich auch von Unionsfraktionschef Jens Spahn kommen, "Quatsch". Der Ball liege bei der CDU. Sie müsse ihr Verhältnis zur AfD klären.
ZDFheute Infografik
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Schuster nennt Linke unwählbar
Kritik gibt es derweil auch am Beschluss des Linken-Parteitags, Israels Vorgehen in Gaza als Völkermord zu bezeichnen. Antisemitismus sei bei den Linken keine Randerscheinung, sondern in der Mitte der Partei angekommen, so Carsten Linnemann.
Ähnlich äußert sich auch der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster. "Die Linke leistet mit ihrer Beschlussfassung dem wachsenden Antisemitismus weiteren Vorschub", sagt Schuster der "Welt". Und weiter:
Für Jüdinnen und Juden macht sie sich damit unwählbar.
Josef Schuster, Zentralrat der Juden in Deutschland
In Chatgruppen der Linksjugend wurden zuvor Äußerungen wie "Israel verrecke" getätigt. Außerdem wurde Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit einem Fadenkreuz als Davidstern dargestellt.
Die Chefin der Linken Ines Schwerdtner spricht über ihren neuen Co-Vorsitzenden Pantisano, seine CDU-Kritik und wie die Partei vor den Wahlen im Osten das Vertrauen der Wähler gewinnen will.
21.06.2026 | 5:10 minPantisano distanziert sich von Antisemitismus
Im Interview mit dem ZDF distanziert sich Pantisano von derartigen Äußerungen aus den Chatgruppen der Linksjugend, über die zuerst der BR berichtet hatte. "In unserer Partei hat das keinen Platz", sagt er. Und weiter:
Die Linksjugend-Führung hat nach dem Bericht auch reagiert und arbeitet das auf, wird es auch aufarbeiten, das erwarten wir auch.
Luigi Pantisano, Linke
Die Frage, ob dem Jugendverband die Finanzierung entzogen werden soll, ließ Pantisano unbeantwortet. "Wir diskutieren jetzt gemeinsam mit dem Jugendverband, schauen, wie wir dieses Problem angehen." Man wolle Konsequenzen ziehen, "die wir zusammen suchen".
Allerdings sei es auch wichtig, gerade jungen Menschen Raum für eine derartige Diskussion zu ermöglichen.
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