Berlinale: Schneider geht wegen propalästinensischer Rede

Minister Schneider verlässt Gala:"Israel-Hass": Empörung über Gaza-Rede auf Berlinale

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Die auf der Berlinale erhobenen Genozid-Vorwürfe gegen Israel haben Kritik ausgelöst. Minister Schneider verließ den Saal, als ein Preisträger Berlin eine Komplizenschaft vorwarf.

Abdallah Alkhatib hält bei der Berlinale-Abschlussgala eine palästinensische Flagge hoch.

Der Regisseur Abdallah Alkhatib wurde bei der Berlinale ausgezeichnet und nutzte die Preisverleihung für ein politisches Statement.

Quelle: dpa

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat sich von einer propalästinensischen Rede bei der Preisverleihung der Berlinale distanziert. Er sei als einziger Vertreter der Bundesregierung bei der Gala gewesen, teilte ein Sprecher seines Ministeriums der Deutschen Presse-Agentur mit. Während der Rede des syrisch-palästinensischen Filmemachers Abdallah Alkhatib habe Schneider den Saal verlassen.

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21.02.2026 | 2:31 min

Alkhatibs Film "Chronicles From the Siege" wurde als bestes Spielfilmdebüt ausgezeichnet. Der Filmemacher warf der deutschen Regierung auf der Bühne vor, sie sei Partner "des Völkermords im Gazastreifen". "Bundesminister Schneider hält diese Aussagen für nicht akzeptabel", teilte der Sprecher mit. Israels Botschafter Ron Prosor lobte Schneider später in der "Bild"-Zeitung für dessen "moralische Klarheit".

Regisseur Alkhatib mit palästinensischer Flagge auf der Bühne

Israel streitet ab, im Gazastreifen einen Völkermord zu begehen - das ist auch die Position der deutschen Regierung - und spricht von Selbstverteidigung nach dem Terrorangriff vom 7. Oktober 2023.

Alkhatib, der eine palästinensische Flagge mit auf die Bühne brachte, sagte, eines Tages werde es ein wunderbares Filmfestival in Gaza geben.

Wir werden uns an jeden erinnern, der an unserer Seite stand, und wir werden uns an jeden erinnern, der gegen uns war.

Abdallah Alkhatib, Filmemacher

"Ein freies Palästina von jetzt bis ans Ende der Welt," sagte er. Im Saal waren Applaus und auch Zwischenrufe zu hören.

Frau spricht auf der Bühen und hält ein Manuskript in den Händen.

Als Reaktion auf einen offenen Brief mehrerer Filmschaffender zum Nahostkonflikt hat Berlinale-Chefin Tricia Tuttle Zensurvorwürfe zurückgewiesen.

20.02.2026 | 1:49 min

Wegner kritisiert Pro-Palästina-Aktivisten

Aus der Union kam scharfe Kritik an den Aussagen. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sagte der "Bild"-Zeitung am Sonntag: "Die sich hier als Pro-Palästina-Aktivisten inszenieren, geht es nicht um Menschenrechte. Es geht ihnen nicht um Dialog, nicht um Frieden, nicht um differenzierte Kritik." Es gehe ihnen allein um "Israel-Hass".

Die Aktivisten hätten die Preisverleihung missbraucht, "um pauschale Schuldzuweisungen und ihre Doppelmoral zu verbreiten, demokratische Institutionen zu diffamieren und moralische Tribunale zu inszenieren", warf Wegner ihnen vor. Er lobte aber die Festivalleitung. Tricia Tuttle und Wim Wenders hätten alles dafür getan, um der Berlinale "einen würdigen Rahmen zu geben" und mit "Feingefühl, Offenheit und Dialogbereitschaft" durch das Filmfestival geführt.

Die "aspekte"-Moderatoren Katty Salié und Jo Schück stehen vor dem Berlinale Palast auf dem roten Teppich. Hinter ihnen ist die Absperrung und das Blitzgewitter der Fotografen sowie das leuchtende Berlinale-Logo zu sehen. Jo Schück hält einen goldenen Bären in der ausgestreckten Hand.

Die Berlinale hat Glamour und große Filmkunst – wie genau bringt ein Festival das alles zusammen? "aspekte" mit internationalen Stars und einem Blick hinter die Kulissen.

21.02.2026 | 47:00 min

CSU: Drohungen gegen Deutschland "inakzeptabel"

Auch CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann kritisierte "abstoßende Szenen" bei der Preisverleihung des Filmfestivals. Im Onlinedienst X sprach Hoffmann von "Völkermord-Vorwürfen, antisemitischen Ausfällen und Drohungen gegen Deutschland auf der Berlinale", die "absolut inakzeptabel" seien.

X-Post von Alexander Hoffmann

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"Die abstoßenden Szenen bei der Preisverleihung unterstreichen die Notwendigkeit, klar Stellung zu beziehen und Antisemitismus als besonders schweren Fall der Volksverhetzung einzustufen", erklärte Hoffmann.

Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, unter anderem das heute journal am 21.02.2026 ab 21:45 Uhr sowie aspekte am 21.02.2026 ab 00:20 Uhr.

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