65 Jahre Mauerbau: Weimer warnt vor Verharmlosen der DDR-Diktatur

Erinnern an 65 Jahre Mauerbau:Weimer warnt vor Verharmlosen der DDR-Diktatur

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Kulturstaatsminister Weimer warnt zum 65. Jahrestag des Mauerbaus vor der Verharmlosung der DDR-Diktatur. Er regt an, Straßen und Plätze nach DDR-Widerstandskämpfern zu benennen.

Kai Wegner (l, CDU), Regierender Bürgermeister von Berlin, und Wolfram Weimer (parteilos), Staatsminister für Kultur und Medien, besichtigen am Brandenburger Tor bei einem Pressetermin auf dem Platz des 18. März und eine Open-Air-Ausstellung „Mauerblicke.

Vor 65 Jahren begann der Bau der Berliner Mauer. Zur Gedenkfeier zeigt sich Kulturstaatsminister Wolfram Weimer besorgt über die heutige Sicht auf die DDR-Diktatur.

12.08.2026 | 2:06 min

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) warnt zum 65. Jahrestag des Mauerbaus vor einer Verharmlosung der DDR-Diktatur. AfD und Linkspartei würden "in Ostdeutschland positive Zerrbilder der DDR produzieren. Bei der AfD reicht das bis zum Singen der DDR-Nationalhymne", sagte Weimer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" mit Blick auf eine AfD-Veranstaltung mit dem Kabarettisten Uwe Steimle Mitte Juli in Dessau.

Opfer-Beauftragte Zupke warnt vor Verklärung

Die Beauftragte des Bundestages für die Opfer der SED-Diktatur, Evelyn Zupke, kritisierte, die DDR werde von manchen als "gemütlich und gemeinschaftlich" verklärt.

"Private nostalgische Erinnerungen sind zutiefst menschlich", sagte Zupke der Zeitung. Problematisch werde es jedoch, "wenn Diktatur und Überwachung in Vergessenheit geraten". Wer nicht konform sein wollte oder konnte, habe kein gutes Leben in der Diktatur führen können.

Zeitzeuge berichtet über den Bau der Berliner Mauer vor 65 Jahren.

Am 13. August 1961 begann der Bau der Berliner Mauer. Zeitzeuge Jörg Hildebrandt schildert, wie die Grenze direkt vor seinem Wohnhaus entstand und sein Leben schlagartig veränderte.

07.08.2026 | 4:53 min

Weimer: Straßen nach DDR-Widerstandskämpfern benennen

Der für Gedenkstätten zuständige Staatsminister Weimer macht sich nach eigenen Worten "große Sorgen" um die Erinnerungskultur in Sachsen-Anhalt und Berlin, wo im September Wahlen stattfinden.

Wenn Sachsen-Anhalt nach rechts außen und Berlin nach links außen abrutscht, dann wird die Erinnerungspolitik in beiden Fällen anders sein als zuvor.

Wolfram Weimer, Kulturstaatsminister

In Sachsen-Anhalt könnte die AfD eine absolute Mehrheit erreichen, in Berlin führt in einigen Umfragen die Linkspartei.

Als "aktive Form der Erinnerungsarbeit" regte Weimer an, Straßen und Plätze nach Widerstandskämpfern aus der DDR zu benennen. "Zum Beispiel überall dort, wo neue Straßen entstehen, sollte man zumindest über Namensgeber nachdenken, die durch die kommunistische Diktatur getötet wurden oder im Gefängnis saßen", sagte er.

Reste der Berliner Mauer mit Graffitti besprüht

Ein Streifen aus Pflastersteinen erinnert heute an den Verlauf der Mauer durch Berlin.

08.08.2026 | 5:14 min

Gedenkveranstaltung in der Bernauer Straße

Zum 65. Jahrestag des Mauerbaus wird in Berlin an die Opfer der deutschen Teilung erinnert. Die Grenzanlagen wurden ab dem 13. August 1961 errichtet, in den Folgejahren kamen mindestens 140 Menschen ums Leben, etwa bei Fluchtversuchen. Der Mauerfall am 9. November 1989 leitete das Ende der Teilung ein; formal vollendet wurde die deutsche Einheit am 3. Oktober 1990.

Zu einer Gedenkveranstaltung in der Bernauer Straße werden für den Vormittag unter anderem Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU), Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Kulturstaatsminister Weimer erwartet.

Demonstrationszug mit DDR-Fahnen.

Die 1960er-Jahre stehen nach dem Mauerbau im Zeichen der Erneuerung. Mit Reformen will die SED die DDR modernisieren und stabilisieren. Aber wie erfolgreich sind sie tatsächlich?

28.08.2022 | 43:34 min

Die SED-Opferbeauftragte Zupke sagte der "Rheinischen Post", die Zeit nach der deutschen Vereinigung sei für einige ehemalige DDR-Bürger von "schmerzhaften Erfahrungen" überlagert worden. Diesen Erfahrungen sei oft nicht genug Raum gegeben worden. Vieles davon werde bis heute über Generationen weitergegeben.

"Wenn dann kein Korrektiv dazukommt - etwa durch Schule oder Begegnungen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen - bleibt oft nur eine einseitige und nostalgische Erzählung hängen, während die Realität der Diktatur verschwimmt", erläuterte sie.

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Quelle: epd
Über dieses Thema berichtete das ZDF mehrfach, darunter am 12.08.2026 in der Sendung heute in Deutschland ab 14 Uhr und am 08.08.2026 im länderspiegel ab 17:05 Uhr.

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