TV-Duell in Mecklenburg-Vorpommern:Schwesig und Holm liefern sich aggressiven Schlagabtausch
Der Herausforderer gab sich bürgerlich-konservativ, die Verteidigerin aggressiv: Ministerpräsidentin Schwesig und AfD-Kandidat Holm haben sich eine hitzige TV-Debatte geliefert.
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zeigt sich im ersten Fernsehduell mit AfD-Herausforderer Holm angriffslustig.
Quelle: Jens Büttner / dpaIm ersten TV-Duell von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und dem AfD-Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten in Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm, haben sich die Kontrahenten nichts geschenkt. Sie warfen einander vor, Unwahrheiten zu sagen und das Land in Gefahr zu bringen.
Schwesig bezeichnete die AfD als "gefährliche Partei für unser Land, für die Wirtschaft, für das Soziale, auch für uns Frauen". Sie warf Holm vor:
Sie reden das Land schlecht.
Manuela Schwesig, Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin
Ihre Landesregierung handle hingegen. Holm warf Schwesig vor: "Sie machen halt das Verkehrte." Holm sprach nach dem Wahlsieg seiner Partei in Sachsen-Anhalt von einer Aufbruchstimmung.
Bald ist Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. In ländlichen Gebieten ist die AfD besonders stark - sozialer Hintergrund beeinflusst die Wahlentscheidung maßgeblich.
09.09.2026 | 2:42 minSchwesig verteidigt Werftenrettung
Schwesig versuchte immer wieder, die Debatte auf Themen zu lenken, die Mecklenburg-Vorpommern betreffen und die im Land geregelt werden können. Sie verteidigte die jüngste Werftenrettung, die das Land einen dreistelligen Millionenbetrag kostete. Holm sagte:
Wir haben natürlich auch Bedenken, wenn wir damit einen möglichen Krieg befeuern würden.
Leif-Erik Holm, AfD-Spitzenkandidat
Es dürften keine Waffen in Kriegsgebiete geliefert werden. Die Menschen hätten Angst, "dass wir in einen Krieg schlittern". Schwesig sagte, sie würde als Ministerpräsidentin nie etwas unterstützen, was die Sicherheit im Land gefährden würde.
In zwei Wochen stellt sich Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in Mecklenburg-Vorpommern zur Wiederwahl. Wie schwer wiegt für sie das schlechte Ansehen der Bundesregierung?
07.09.2026 | 5:20 minSchwesig: Mecklenburg-Vorpommern soll kein "Atomklo" werden
Beim Thema Energie sprach sich Schwesig auch klar gegen den Bau neuer Kernkraftwerke im Land aus: "Wir wollen hier nicht das Atomklo von Deutschland werden." Die AfD wolle eine Studie in Auftrag geben, um herauszufinden, wo im Land Kernkraftwerke gebaut werden könnten.
Dann sagen Sie mal den Bürgern, in welchem Ort hier ein Atomkraftwerk hin soll, welche Bürger damit rechnen müssen, dass ihre Gesundheit bedroht ist und ihre Grundstückspreise in den Keller gehen.
Manuela Schwesig, Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin
Holm widersprach: Seine Partei habe nicht im Programm stehen, neue Kernkraftwerke zu bauen, "sondern wir wollen uns bemühen zu erforschen und zu schauen, ob das ein sinnvoller Weg sein kann". Das AfD-Wahlprogramm spricht sich für einen "Wiedereinstieg in die Kernenergie" aus. Mit Blick auf Windräder sagte Holm, diese sollten zwar nicht abgerissen werden, doch müsse der Ausbau gestoppt werden.
Am 20. September steht die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern an. Die Wirtschaft - speziell der Tourismus - gehört in der strukturschwachen Region zu den wichtigsten Themen.
10.08.2026 | 1:42 minSchwesig: Spitzenverdiener müssen Beitrag leisten
Auf die Frage einer Bürgerin - deren Video in dem TV-Duell abgespielt wurde - ob nicht Familien mit höheren Einkommen für die Kinderbetreuung zahlen könnten, antwortete Schwesig: "Ja, die Spitzenverdiener müssen ihren Beitrag leisten."
Allerdings sollten sie dies über Steuern tun. Eine beitragsfreie Kita sei richtig und wichtig für Kinder und Familien.
Die AfD könnte bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern stärkste Kraft werden. Welchen Einfluss die Partei hätte und was das für die Regierungen bedeuten würde.
20.08.2026 | 7:39 minHolm kritisiert "Kostenexplosion" bei Kinderbetreuung
Die AfD wolle ebenfalls an der gebührenfreien Kita festhalten, sagte Holm. Er kritisierte aber die "Kostenexplosion". Um Kosten zu sparen, müsse man "besser kontrollieren, dass wirklich auch nur die Eltern, die wirklich einen Vollzeitplatz brauchen, auch einen nehmen".
Schwesig entgegnete, die Kitakosten seien gestiegen, weil die Erzieherinnen und Erzieher endlich besser bezahlt würden. Wer Kosten bei Kita kürzen wolle, kürze bei der Bildung.
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