Unfall mit Betäubungsmitteln im Blut?:CDU-Politiker Bareiß nimmt Auszeit - und entschuldigt sich
CDU-Politiker Thomas Bareiß soll unter Einfluss von Betäubungsmitteln einen Autounfall verursacht haben. Nun kündigte er eine Auszeit an - er wolle sich seiner Gesundheit widmen.
Thomas Bareiß nimmt nach dem Unfall eine Auszeit. Der CDU-Bundestagsabgeordnete zieht auch parteipolitische Konsequenzen.
05.08.2026 | 0:37 minNach mehr als zwei Jahrzehnten im Bundestag droht der steilen Polit-Karriere von CDU-Bundespolitiker Thomas Bareiß das Aus. Der Verdacht: Der 51-Jährige soll synthetische Betäubungsmittel zu sich genommen und einen schweren Unfall verursacht haben. Nicht zuletzt auch unter dem Druck der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft zieht der Bundespolitiker nun Konsequenzen.
In einer persönlichen Erklärung kündigte er eine Auszeit und parteipolitische Konsequenzen an, auch bittet er um Entschuldigung. In einer Erklärung, die der 51-Jährige über seinen Anwalt verbreiten ließ, heißt es:
Ich habe in der vergangenen Zeit Entscheidungen getroffen, die ich sehr bereue und die die an mich zu Recht gestellten Ansprüche nicht erfüllen.
Erklärung von Thomas Bareiß
Bareiß will sich Gesundheit widmen
Er wolle die sitzungsfreie Zeit des Bundestages für eine Auszeit nutzen und sich intensiv seiner Gesundheit widmen, kündigte Bareiß weiter an.
Er wolle zudem sein Amt als Bezirksvorsitzender der CDU Württemberg-Hohenzollern ruhen lassen und nicht erneut zur Wiederwahl antreten. Sein Heimatverband reagierte kurz und kühl: Die Ankündigung von Bareiß sei "folgerichtig und verdient unseren Respekt", teilten seine Stellvertreter mit.
Welche Substanz soll Bareiß im Blut gehabt haben?
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Bundestagsabgeordneten wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Straßenverkehrsgefährdung und der fahrlässigen Körperverletzung. Ende der vergangenen Woche hatte die Polizei nach Angaben der Staatsanwaltschaft Hechingen den Führerschein des Politikers sichergestellt.
Bei dem Unfall in der Nähe von Hechingen waren insgesamt vier Menschen verletzt worden, davon Bareiß selbst schwer.
Quelle: dpaDer Verdacht beruht laut Staatsanwaltschaft vor allem auf dem Ergebnis einer Blutanalyse. "Vor deren Hintergrund besteht der Verdacht, dass der Beschuldigte den Verkehrsunfall verursacht hat und dabei nicht unter Alkoholeinfluss, jedoch unter dem Einfluss eines synthetischen Betäubungsmittels stand", hatte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gesagt.
Um welche Substanz es sich genau handelt, wollte die Staatsanwaltschaft nicht preisgeben. Sie habe sich aber in einer "relevanten Menge" im Blut des Politikers befunden. Die synthetische Substanz unterliege dem Betäubungsmittelgesetz. Es handele sich nicht um ein Medikament.
Fahrzeug überschlug sich, mehrere Verletzte
An dem Unfall am 12. Juli auf der B27 zwischen Hechingen und Balingen waren nach Polizeiangaben zwei Fahrzeuge beteiligt. Ein 51-Jähriger, der mit seinem Wagen auf der linken Spur fuhr, kollidierte mit einem Auto auf der rechten Spur. Der Wagen des Mannes habe sich überschlagen, und der Fahrer sei schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden.
Die Polizei hat bislang keine Angaben dazu gemacht, ob es sich dabei um den Politiker Bareiß handelt. Der 50-jährige Fahrer des anderen Autos und seine beiden Mitfahrerinnen im Alter von 40 und 47 Jahren wurden laut Polizei ebenfalls verletzt und kamen ins Krankenhaus.
Bareiß: Keine Erinnerung an den Unfall
Der "Schwäbischen Zeitung" sagte Bareiß zuletzt, er erinnere sich nicht an den Unfall. "Ich habe noch das Bild im Hinterkopf, wie ich kopfüber den Feuerwehrmann sehe, der mich aus dem Auto rausgezogen hat", sagte er demnach.
Bareiß sitzt seit 2005 im Bundestag und vertritt dort den Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen. Der Diplom-Betriebswirt war von 2018 bis 2021 Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium und Tourismus- und Mittelstandsbeauftragter der Bundesregierung. In dieser Legislaturperiode ist Bareiß Mitglied im Haushaltsausschuss.
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