SPD: "Wir akzeptieren keine Leistungskürzung in der Pflege"

Linnemanns Reformvorhaben:SPD: "Wir akzeptieren keine Leistungskürzung in der Pflege"

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Die SPD stellt sich gegen Linnemanns Pflegereform: Leistungskürzungen will sie nicht mittragen - und könnte damit die Pläne des Gesundheitsministers im Kabinett blockieren.

Tim Klüssendorf, SPD-Generalsekretär (Archivfoto)

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf: "Wir akzeptieren keine Leistungskürzung in der Pflege."

Quelle: dpa

Die SPD droht damit, den für Mittwoch geplanten Kabinettsbeschluss zur Pflegereform von CDU-Gesundheitsminister Carsten Linnemann zu blockieren. Bei der Pflege gehe es gerade um richtig viel, erklärte Generalsekretär Tim Klüssendorf am Freitagabend in einer auf Instagram verbreiteten Stellungnahme.

Dabei drohen vor allen Dingen für Pflegende, für Pflegebedürftige, aber auch ihren Angehörigen massive Kürzungen. Doch das lassen wir nicht zu.

Tim Klüssendorf, SPD-Generalsekretär

"Wir akzeptieren keine Leistungskürzung in der Pflege", betonte er. Klüssendorf forderte mehr Entlastungen für Pflegeheimbewohner und eine weitergehende Neuordnung der Finanzierung. Offen ließ der Sozialdemokrat, was das mit Blick auf Linnemanns Pläne bedeutet.

Stellungnahme von SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf

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Carsten Linnemann (CDU), Gesundheitsminister

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Die Reform werde aber nicht ausreichen, um die Pflege auch für die 2030er-Jahre zukunftsfest zu machen, ergänzte er. Dafür solle eine Pflegekommission Vorschläge vorlegen. Diese solle mit unabhängigen Fachleuten und Wissenschaftlern besetzt werden und sich das System grundsätzlich anschauen.

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Die Pflegekassen stehen stark unter Druck, für 2027 wird ein Milliardendefizit erwartet. Nach Informationen aus Koalitionskreisen laufen zu Linnemanns Vorhaben noch Gespräche.

Wenn es nach der SPD gehe, "dann wollen wir Pflegebedürftige zukünftig spürbar entlasten", sagte Klüssendorf. Er verwies dabei auf den Vorschlag eines Pflegedeckels, den die saarländische SPD-Ministerpräsidentin Anke Rehlinger in die Diskussion gebracht hatte - also eine Deckelung des Eigenanteils an den Kosten für einen Platz im Pflegeheim.

Damit wollen wir verhindern, dass Menschen und ihre Familien von den Pflegekosten finanziell überfordert werden.

Tim Klüssendorf, Generalsekretär der SPD

"Außerdem wollen wir ein gerechtes und solidarisches System, in das alle einzahlen, oder zumindest einen fairen finanziellen Ausgleich zwischen privater und sozialer Pflegeversicherung."

Dr. Matthias Miersch (Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion), Thorsten Frei (Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion) und Alexander Hoffmann (Vorsitzender der CSU im Bundestag), (v.l.n.r.) auf einem Presserundgang am Aasee anlässlich der Klausurtagung der Fraktionsvorstände von Union und SPD. Nach der Sommerpause kommen die Fraktionsführungen von Union und SPD zusammen im Hotel Mövenpick, um die Koalitionsarbeit für die nächsten Monate vorzubereiten. Die Union geht mit dem neuen Vorsitzenden Thorsten Frei in die Beratungen, der kurz vor der Sommerpause gewählt worden war.

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Rehlinger hatte dafür geworben, den Eigenanteil für Pflegebedürftige bei 1.500 Euro zu deckeln. Nach einer Auswertung des Verbandes der Ersatzkassen mussten mit Stand 1. Juli im ersten Jahr im Heim im bundesweiten Schnitt 3.364 Euro im Monat aus eigener Tasche gezahlt werden.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Christos Pantazis wurde konkreter, wie die Sozialdemokraten die private Pflegeversicherung mit heranziehen wollen: Er argumentierte, gesetzliche und private Pflegeversicherung wiesen unterschiedliche Risikostrukturen auf - und fordert einen "systemübergreifenden, risikoorientierten Finanzausgleich". Das sei "eine konkrete Mindestforderung bei der Neuordnung der Pflegefinanzierung", erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion.

Quelle: dpa, AFP, KNA, ZDF
Über das Thema berichtete phoenix am 23.09.2026 ab 16:10 Uhr.

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