Nach Bruch von Rot-Lila:Brandenburg: SPD und CDU wollen über Koalition verhandeln
Nach rund einem Jahr hatte die SPD in Brandenburg vergangene Woche ihre Regierungskoalition mit dem BSW aufgekündigt. Nun sollen zügig Verhandlungen mit der CDU beginnen.
Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und CDU-Fraktionschef Jan Redmann im Dezember 2024. (Archivfoto)
Quelle: dpaNach dem Bruch der Koalition aus SPD und BSW in Brandenburg wollen Sozialdemokraten und CDU in dem Bundesland "zügig" mit Verhandlungen über ein Regierungsbündnis beginnen. Das teilten die Generalsekretäre der beiden Parteien, Kurt Fischer (SPD) und Gordon Hoffmann (CDU), in Potsdam mit. Sondierungsgespräche zwischen Verhandlern beider Seiten seien erfolgreich und in konstruktiver Atmosphäre verlaufen.
Die Verhandler würden ihren jeweiligen Parteigremien deshalb "die Aufnahme von offiziellen Koalitionsverhandlungen" vorschlagen, erklärten Fischer und Hoffmann. SPD und CDU seien sich einig, dass Brandenburg "zeitnah" eine neue Regierungskoalition bekommen solle. Die Gespräche sollten aber "gründlich und mit der nötigen Ruhe erfolgen".
Was sagten die Menschen zur Regierungskrise in Brandenburg?
09.01.2026 | 1:45 minCDU in Brandenburg: Aufgabe, "Vertrauen wieder herzustellen"
Bereits vor den Gesprächen hatte SPD-Generalsekretär Kurt Fischer am Vormittag erklärt: "Es gibt jetzt sehr viel zu tun, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen."
Dafür braucht es vor allem Stabilität, Verlässlichkeit und eine ruhige Arbeit in der Landesregierung.
Kurt Fischer, SPD-Generalsekretär in Brandenburg
CDU-Generalsekretär Hoffmann sagte, ein Vertrauensverlust sei mit Blick auf den Koalitionsbruch wegen des BSW-Zerfalls nachvollziehbar. "Es ist daher jetzt die Aufgabe von uns und der SPD, das Vertrauen wieder herzustellen und ich bin zuversichtlich, dass das auch gelingen kann."
Nach dem Scheitern der Koalition in Brandenburg bescheinigt Politikwissenschaftler Wolfgang Schroeder dem BSW künftig wenig Chancen. Auch, weil sie zu personenzentriert sei.
06.01.2026 | 4:05 minAbschluss der Koalitionsverhandlungen im März?
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur will die SPD die geplanten Koalitionsverhandlungen in spätestens zwei Monaten abschließen. Die Sozialdemokraten sollen für den 14. März einen Landesparteitag einberufen, berichtete die dpa vor wenigen Tagen. Ziel ist, mit den Verhandlungen bis dahin fertig zu sein.
Die CDU hält das Ziel bis März für denkbar. "Rein von den Abläufen her ist das etwas, was durchaus realistisch ist", sagte CDU-Fraktionschef Jan Redmann.
Die bundesweit einzige SPD/BSW-Koalition ist gescheitert. Ministerpräsident Woidke strebt ein Bündnis mit der CDU an.
06.01.2026 | 2:25 minWoidke hatte Koalition mit BSW beendet
Die von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) geführte SPD hatte ihre Koalition mit dem BSW am Dienstag vergangener Woche nach rund einem Jahr beendet. Vorausgegangen waren Grundsatzkonflikte innerhalb des BSW um dessen Rolle in der Regierung. Mehrere Landtagsabgeordnete, darunter der als tragender Pfeiler der Koalition mit der SPD geltende Finanzminister Robert Crumbach, verließen das BSW und dessen Fraktion.
SPD und CDU regierten von 2019 bis 2024 bereits gemeinsam - damals mit den Grünen. Sie haben im Landtag zwei Stimmen Mehrheit, so viel wie SPD und BSW nach der Landtagswahl.
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