Reform des Rentensystems:DGB-Vorsitzende Fahimi will Betriebsrenten-Pflicht für alle
In der Rentendebatte fordert die DGB-Vorsitzende Fahimi eine verpflichtende Betriebsrente für alle. Diese müsse auch von den Arbeitgebern mitfinanziert werden.
Der DGB schlägt eine Betriebsrente für alle vor.
Quelle: dpa /Bernd von JutrczenkaIn der Debatte über die geplante Rentenreform schlägt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) als zusätzliche Altersversorgung eine verpflichtende Betriebsrente vor. Der DGB sei dafür, "dass es eine verpflichtende betriebliche Alterssicherung für alle gibt, und zwar mit uns als Tarifvertragsparteien", sagte die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
74 Prozent der Deutschen glauben, dass die Bundesregierung keinen Beitrag zur Lösung der Probleme der Sozialversicherungen leisten wird. 66 Prozent erwarten bis zum Sommer kein Reformpaket.
05.06.2026 | 2:27 minDiese Alterssicherung müsse zusätzlich sein und von den Arbeitgebern mindestens mitfinanziert werden. Fahimi zufolge verfügen rund 20 Millionen Beschäftigte in Deutschland nicht über eine betriebliche Altersvorsorge - in der Regel, weil sie in Betrieben ohne Tarifbindung beschäftigt seien. Die Gewerkschaften stünden "bereit, das kollektiv für alle Beschäftigten zu regeln, und zwar auf der Basis von Tarifverträgen", sagte sie.
Fahimi sieht Arbeitgeber in der Pflicht
Bei Unternehmen, die nicht tarifgebunden seien, sei es "denkbar, die Beschäftigten unter bestimmten Bedingungen niederschwellig in die bestehenden Modelle aufzunehmen", sagte die DGB-Vorsitzende dem RND. Konkrete Eckpunkte kündigte Fahimi für Ende des Monats an.
Fahimi ließ noch offen, wer genau für die Altersvorsorge bezahlen soll. Klar sei aber, dass die Arbeitgeber in die Pflicht genommen werden müssten.
Die Rentenreform zählt zu den schwierigsten Vorhaben der Bundesregierung. Arbeitsministerin Bas will langfristig auch Beamte in die gesetzliche Rente einbeziehen.
02.06.2026 | 1:28 minDie betriebliche Altersvorsorge dürfe "nicht einseitig zu Lasten der Arbeitnehmer gehen". Es würde "nichts nützen, die Beschäftigten dazu einseitig zu verpflichten und sie in die Arme der Versicherungswirtschaft zu treiben", sagte die Gewerkschafterin.
DGB-Vorsitzende erwartet "Aufschrei"
Fahimi nahm den zu erwartenden Protest vor dem Hintergrund der angespannten Finanz- und Wirtschaftslage gleich vorweg. Sie könne sich vorstellen, "dass da der Aufschrei groß sein wird und die Kritik kommt, dass noch mehr Beiträge fällig werden".
Bis Anfang Juli plant die Koalition ein großes Paket zu den Themen Steuern, Arbeit, Pflege, Rente und Bürokratieabbau. Doch bei zentralen Fragen fehlen noch klare Antworten.
27.05.2026 | 2:26 minIn den meisten Ländern Europas liege der verpflichtende Rentenbeitragssatz aber bei 20 Prozent oder mehr und damit deutlich über den deutschen Sätzen, betonte Fahimi.
Oft sei der Arbeitgeberanteil dabei sogar höher als das, was die Arbeitnehmer zahlten. "Ganz irrsinnig kann dieser Ansatz also nicht sein", betonte die DGB-Vorsitzende.
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