Gesetzliche Rente für Beamte? Was dafür und was dagegen spricht

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Vorschlag von Bärbel Bas:Gesetzliche Rente für Beamte? Was dafür und dagegen spricht

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Um die Rentenkasse zu entlasten, fordert Arbeitsministerin Bas, dass auch Beamte Teil der gesetzlichen Rentenversicherung werden. Was das bringen könnte und was Kritiker sagen.

Daniel Pontzen

Die Rentenreform zählt zu den schwierigsten Vorhaben der Bundesregierung. Arbeitsministerin Bas will langfristig auch Beamte in die gesetzliche Rente einbeziehen.

02.06.2026 | 1:28 min

Weniger Beitragszahler, immer mehr Rentner und eine steigende Lebenserwartung - das gesetzliche Rentensystem steht vor großen Herausforderungen. Die schwarz-rote Koalition will das System deshalb grundlegend reformieren.

Dabei gibt es immer wieder Forderungen, Beamte in die Rentenversicherung einzubeziehen. "Wir brauchen ein gemeinsames System", mahnte Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD). Wie Staatsdiener aktuell rentenversichert sind und was eine mögliche Eingliederung in das gesetzliche System bringen würde - ein Überblick.

Was bekommen Beamte im Ruhestand?

Die aktuell fast zwei Millionen Beamte in Deutschland sind nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung und zahlen daher auch keine Beiträge. Sie erhalten im Ruhestand eine Pension vom Staat, die aus Steuergeldern finanziert wird. Die Höhe der Pension richtet sich unter anderem nach der Zahl der Dienstjahre und der zuletzt erreichten Besoldungsstufe.

Dabei ist die Beamtenpension im Durchschnitt deutlich höher als die gesetzliche Rente: Während Pensionäre im Januar 2025 im Schnitt rund 3.400 Euro brutto monatlich erhielten, lag die durchschnittliche Rente 2025 bei etwa 1.300 Euro.

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Könnten Beamte in die gesetzliche Rente einbezogen werden?

Ja. Wie das Bundesverfassungsgericht mehrfach festgestellt hat, muss der Staat zwar seine Beamten auch im Alter ausreichend versorgen. Es ist aber nicht festgelegt, dass dies zwingend durch ein Pensionssystem erfolgen muss. Neue Staatsdienende in das Rentensystem einzugliedern, dürfte eher problemlos sein, für schon Verbeamtete und aktuelle Pensionäre dürfte hingegen Bestandsschutz gelten.

Was spricht für die Einbeziehung?

Die Gesellschaft altert. Das heißt: Immer mehr Rentner kommen auf weniger Beitragszahlende. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung wird zugleich immer länger Rente bezogen. Langfristig gilt das aktuelle Rentensystem damit als unfinanzierbar.

Eine Einbeziehung der Beamten würde für mehr Beitragszahlende und so mehr Einnahmen in der Rentenkasse sorgen. "Wenn alle einzahlen, dann hätten wir mehr im Topf und der Staat muss nicht so viel zuzahlen", sagt dazu Arbeitsministerin Bas in der "Rheinischen Post".

Auch aus Gerechtigkeitsaspekten wird die Einbeziehung gefordert. Sie "könnte das System gerechter machen", betont beispielsweise der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher. "Die Reform könnte auch helfen, die große Ungleichheit bei der Altersvorsorge abzumildern."

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Was spricht dagegen?

Unklar ist, wie viel die Einbeziehung von Beamten wirklich finanziell bringen würde. So geht der Wirtschaftsweise Martin Werding in einer 2024 veröffentlichten Simulation davon aus, dass eine Einbeziehung "keine nachhaltigen Effekte" für die Finanzierung der Rentenversicherung hätte. Günstige Effekte seien nur temporär, denn irgendwann würden die Beamten selbst Renten beziehen.

"Zwar fließen kurzfristig mehr Beiträge in das System. Langfristig steigen aber auch die Ausgaben", betonen auch Björn Kauder und Ruth Maria Schüler vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Die Einbeziehung löse das grundlegende Problem der Überalterung nicht.

Hinzu könnten hohe Kosten in der Übergangsphase kommen. Denn der Staat müsste für die bestehenden Beamten Pensionen zahlen und für die neuen Staatsdiener Beiträge - ganz oder anteilig - zur Rentenversicherung. Vor einer "enormen" Belastung der öffentlichen Haushalte warnt deshalb der Deutsche Beamtenbund (dbb).

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Über dieses Thema berichtete heute in deutschland am 02.06.2026 um 14:00 Uhr.
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