Private Altersvorsorge:Riester-Nachfolger: Bundesrat stimmt zu - das ist geplant
Weniger kompliziert, günstiger, mehr Ertrag - ein neues Modell zur privaten Altersvorsorge soll die Riester-Rente ablösen. Auch der Bundesrat hat zugestimmt. Das ist geplant.
Der Bundesrat hat grünes Licht für ein Gesetz zur neuen privaten Altersvorsorge gegeben. Mit dem staatlich geförderten Vorsorgemodell wird die bisherige Riester-Rente kommendes Jahr abgelöst.
08.05.2026 | 0:17 minDas Gesetz zur neuen privaten Altersvorsorge hat im Bundesrat die letzte parlamentarische Hürde genommen. Ziel ist es, die bisherige Riester-Rente ab 2027 durch ein neues, staatlich gefördertes Vorsorgemodell abzulösen. Die Neuregelung soll mehr Menschen ermuntern, privat Geld für die Rente zurückzulegen. Darum geht es:
Warum soll die Riester-Rente abgelöst werden?
Staatliche Zulagen und Steuervorteile sollten die private Altersvorsorge fördern und lebenslange monatliche Auszahlungen garantieren. Der Nachteil: Die 2002 eingeführte Riester-Rente ist kompliziert, für Verbraucher teils schwer verständlich, die Verwaltungskosten gelten als hoch. Auch kann nur ein kleiner Teil der Beiträge risikoorientiert angelegt werden. Hohe Renditen sind damit kaum möglich.
Die Zahl der Verträge war in den letzten Jahren rückläufig.
Die Koalition hat eine Reform der privaten Altersvorsorge beschlossen. ZDF-Börsenexperte Frank Bethman erklärt, was die Riester-Rente ab 2027 ersetzen soll.
27.03.2026 | 1:10 minWas soll sich ändern?
Die steuerlich geförderte private Altersvorsorge soll laut Finanzministerium "deutlich einfacher, günstiger und flexibler werden". Ab dem 1. Januar 2027 will die Regierung daher ein leicht verständliches Standardprodukt einführen, das den Einstieg in die private Vorsorge erleichtern soll. Anbieter - also Banken, Sparkassen und Versicherungen - müssen es im Portfolio haben.
Neben Produkten mit garantierter Auszahlungssumme soll es auch Altersvorsorge-Depots ohne Garantie geben, bei denen etwa in Fonds oder andere Anlageklassen investiert werden kann.
Bisher hatten vor allem abhängig Beschäftigte die Möglichkeit zu "riestern" - mit der Aufnahme der Selbstständigen in den Kreis der Förderfähigen will die Koalition der Tatsache Rechnung tragen, "dass Selbstständige besonders häufig von prekären Lebensverhältnissen im Alter betroffen sind".
Immer mehr Menschen erreichen das Rentenalter, doch die Rentenkassen sind stark reformbedürftig. Setzen die Deutschen weiter auf die gesetzliche Rente oder sichern sie sich zusätzlich privat ab?
22.04.2026 | 6:12 minWas ist mit den Kosten?
Die Kosten sollen über die gesamte Vertragslaufzeit verteilt werden. Außerdem soll es für das Standardprodukt einen Kostendeckel von einem Prozent geben. Verbraucherschützer halten aber auch das für zu hoch.
Das Ratgeberportal Finanztip untermauert das mit einer Beispielrechnung: Wer 40 Jahre lang jährlich in die private Vorsorge einzahlt und sechs Prozent Rendite pro Jahr erzielt, habe am Schluss bei günstigen Kosten von 0,2 Prozent rund 269.000 Euro nach Steuern. Wenn die Anbieter hingegen den Kostendeckel von einem Prozent ausreizen, dann beträgt das Endvermögen laut Finanztip nur rund 219.000 Euro - 50.000 Euro weniger.
Ab Januar soll es neue Möglichkeiten geben, privat und staatlich gefördert für das Alter vorzusorgen. Der Bundestag hat einen Nachfolger für die immer unbeliebtere Riester-Rente beschlossen.
27.03.2026 | 2:52 minWie hoch ist die Förderung?
Die Grundzulage, die jeder Sparer und jede Sparerin bekommt, liegt bei der Riester-Rente aktuell bei 175 Euro pro Jahr und soll mit der Reform durch eine proportionale Zulage abgelöst werden. Künftig gibt es für jeden eingezahlten Euro 50 Cent vom Staat dazu - bis zu einer Höhe von 360 Euro. Bei einem Sparbeitrag von 360 Euro bis 1.800 Euro im Jahr gibt es noch 25 Cent staatliche Förderung je Euro. Insgesamt liegt die Förderung damit bei bis zu 540 Euro pro Jahr. Familien bekommen die volle Kinderzulage von 300 Euro jährlich bereits ab einem monatlichen Sparbeitrag von 25 Euro.
Außerdem soll eine potenziell höhere Rendite möglich sein: Das verspricht sich die Regierung durch den Wegfall teurer Garantieleistungen, die Streckung der Abschlusskosten über die gesamte Vertragslaufzeit und die Begrenzung der Effektivkosten im Standarddepot.
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