Rentenreform: Das sind die 33 Vorschläge der Rentenkommission

Rentenniveau, Eintrittsalter, Beiträge:Das sind die 33 Empfehlungen der Rentenkommission

Wulf Schmiese

von Wulf Schmiese

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Die Rentenkommission hat Reformvorschläge erarbeitet - sie liegen dem ZDF vor. Was steht drin, was sind die wichtigsten Punkte? Ein Überblick.

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Rund 30 Maßnahmen schlägt die Rentenkommission vor, um bis 2050 ein stabiles Rentenniveau zu sichern. Damit soll das Vertrauen wieder gestärkt werden.

23.06.2026 | 2:41 min

Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission hat ihren Bericht erstellt. Er liegt dem ZDF exklusiv vor. Die 33 Empfehlungen (Link öffnet PDF) sind Kern des gesamten, 76 Seiten umfassenden Berichts. Sie sind dort eingebettet in erklärende Ausführungen.

Das ganze Konvolut baut aufeinander auf, die einzelnen Maßnahmen sollen einander verbinden. Die Kommission rät daher dringend dazu, die Empfehlungen nicht als Angebot zur Auswahl zu verstehen, sondern als zusammenhängendes Ganzes zur langfristigen Stabilisierung des deutschen Rentensystems.

Im Kern schlägt das Expertengremium unter dem Vorsitz von Frank-Jürgen Weise und Constanze Janda eine weitreichende Reform der Rente vor, die auf längerem Arbeiten, einer neuen Aktienkomponente und einer breiteren Basis von Beitragszahlern beruht.

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"Wenn wir jetzt nichts machen, würde das Rentenniveau weiter absacken und Beiträge steigen", so Annika Klose, SPD, Sprecherin für Arbeit und Soziales, die sich für Strukturmaßnahmen bei der Rente ausspricht.

22.06.2026 | 5:30 min

Die Empfehlungen lassen sich zu folgenden Hauptpunkten zusammenfassen:

Renteneintrittsalter und Lebensarbeitszeit

  • Kopplung an die Lebenserwartung: Das gesetzliche Renteneintrittsalter soll ab dem Jahr 2032 schrittweise angehoben werden. Ab 2041 soll es alle zehn Jahre um ein halbes Jahr steigen. Dies bedeutet rechnerisch eine Rente mit 67,5 Jahren im Jahr 2041, mit 68 Jahren im Jahr 2051 und die Rente mit 70 Jahren in den 2090er-Jahren.
  • Aus für die "Rente mit 63": Der frühere Renteneintritt ohne Abschläge nach 45 Beitragsjahren soll abgeschafft werden, da er als zu teuer gilt. Die Abschaffung wirke überdies dem Fachkräftemangel entgegen.
  • Schutz für Härtefälle: Für Arbeitnehmer mit besonders belastenden Arbeitsbiografien oder gesundheitlichen Einschränkungen sollen neue Ausnahmeregelungen geschaffen werden.
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Die Ergebnisse der Expertenkommission der Rentenreform seien trotz Kritik "eine Chance", so ZDF-Hauptstadtkorrespondent Wulf Schmiese. Wenn die Regierung diese nicht nutze, sei sie "keine gute Regierung".

23.06.2026 | 3:13 min

Einführung einer verpflichtenden kapitalmarktgedeckten Zusatzrente

  • Verpflichtende Kapitalsäule: Nach schwedischem Vorbild soll das Umlageverfahren durch eine verpflichtende, kapitalmarktgedeckte Zusatzrente für alle Beschäftigten eingeführt werden. Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen nach stufenweiser Einführung zwei Prozent zu gleichen Teilen des Bruttolohns.
  • Verwaltung per Fonds: Die Gelder sollen in einem staatlich gelenkten Fonds angelegt werden. Bis dieser Erträge abwirft, soll ein staatlicher Steuerzuschuss dafür sorgen, dass das Rentenniveau künftiger Generationen über dem heutigen Wert liegt.
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Trotz des Wegfalls der Rente mit 63 geben SPD und CDU den Reformen Rückenwind, sagt Politikwissenschaftlerin Andrea Römmele. Es brauche nun die Handlungsfähigkeit der Regierung.

22.06.2026 | 3:48 min

Erweiterung des Beitragszahlerkreises

  • Einbeziehung von Selbstständigen und Politikern: Um die gesetzliche Rentenkasse kurz- und mittelfristig zu stabilisieren, sollen Abgeordnete sowie Selbstständige ohne berufsständische Absicherung verpflichtend einzahlen.
  • Langfristige Einbindung von Beamten: Perspektivisch wird die Integration von Beamten vorgeschlagen. Akut wird empfohlen, dass Bund und Länder weniger Personal verbeamten und dies strikt auf rein hoheitliche Aufgaben begrenzen.

Weitere Maßnahmen

  • Wiedereinführung des Nachhaltigkeitsfaktors: Der Nachhaltigkeitsfaktor soll reaktiviert werden, um die Rentenentwicklung automatisch an das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern anzupassen.
  • Einschränkung bei Minijobs: Beitragsfreie Minijobs sollen künftig regulär wegfallen und ausschließlich für Schülerinnen und Schüler möglich sein.

Am Dienstag wird der Bericht im Kanzleramt dem Bundeskanzler sowie der Bundesarbeitsministerin als der formalen Auftraggeberin übergeben.

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Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, unter anderem das ZDF-Morgenmagazin am 22.06.2026 und am 23.06.2026 jeweils ab 05:30 Uhr.
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