CDU in Mecklenburg-Vorpommern:Peters tritt zurück, Amthor übernimmt
Nach dem verpassten Einzug in den Landtag tritt Daniel Peters als CDU-Chef zurück. Für ihn übernehmen soll zunächst Philipp Amthor.
Historische CDU-Niederlage in Mecklenburg-Vorpommern: Erstmals in ihrer Geschichte verpasst die CDU einen Landtagseinzug. Der Druck auf Kanzler Merz wächst.
21.09.2026 | 3:12 minNach dem Ausscheiden der CDU aus dem Landtag in Mecklenburg-Vorpommern ist Spitzenkandidat Daniel Peters als Landesvorsitzender zurückgetreten. Das kündigte der 45-Jährige nach einem Treffen des Landesvorstands in Schwerin an.
Für ihn gehöre es zu einer verantwortungsvollen Politik, persönliche Konsequenzen zu ziehen, betonte Peters. "Ich bin mir sicher, dass die CDU Mecklenburg-Vorpommern auch in Zukunft, auch wenn wir jetzt nicht dem Landtag angehören werden, eine tragende Rolle spielen wird", sagte Peters.
Amthor übernimmt kommissarisch
Der Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit im Bundeskanzleramt, Philipp Amthor, soll das Amt kommissarisch übernehmen, wie Peters sagte. Der 33-Jährige ist außerdem Vizeparteichef und war bis Mai 2025 CDU-Generalsekretär in Mecklenburg-Vorpommern.
Nach der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern werden im Schweriner Landtag neben der AfD künftig nur SPD, Linke und Grüne vertreten sein. Vieles deutet daher auf eine rot-rot-grüne Koalition hin.
21.09.2026 | 1:49 minEs war der erste öffentliche Auftritt von Peters nach der Auszählung der Stimmen, die für die CDU im Nordosten nur noch 4,9 Prozent eingebracht hatte. Die CDU verpasste damit erstmals den Einzug in ein Landesparlament in der Bundesrepublik. Peters war "am Tag danach" weder ins Konrad-Adenauer-Haus nach Berlin gekommen, noch stellte sich Generalsekretärin Hoffmeister der Landespressekonferenz im Schweriner Schloss.
Peters hatte Parteivorsitz 2024 übernommen
Peters hatte den Landes- und Fraktionsvorsitz erst 2024 übernommen. Er war Nachfolger des Landtagsabgeordneten Franz-Robert Liskow, der Anfang 2024 überraschend seinen Rücktritt angekündigt hatte. An der CDU-Spitze im Nordosten gab es in den vergangenen Jahren viel Bewegung: Anfang 2020 war der damalige CDU-Hoffnungsträger Vincent Kokert überraschend zurückgetreten. Ihm folgte Michael Sack, der nach der dramatischen Wahlniederlage 2021 vorzeitig das Handtuch warf. Im März 2022 wurde Liskow zum Parteichef gewählt. In den Zwischenzeiten hatte Eckhardt Rehberg jeweils kommissarisch die Leitung der Landespartei übernommen.
Eine Koalition aus SPD, Grüne und Linke sei in Mecklenburg-Vorpommern „die einzige Alternative zu Alternative für Deutschland“, so Bernd Mosebach, ZDF-Studioleiter in Mecklenburg-Vorpommern.
21.09.2026 | 3:28 minPeters hatte den Landes- und Fraktionsvorsitz der CDU erst 2024 von Liskow übernommen, zuvor war er deren Generalsekretär. Der Rostocker Politikwissenschaftler arbeitete einst für den langjährigen früheren CDU-Landtags-Fraktionsvorsitzenden und Bundestagsabgeordneten Rehberg.
Von Allwörden tritt von allen politischen Ämtern zurück
Vor Peters hatte bereits die stellvertretende Landesvorsitzende Ann Christin von Allwörden ihren Rücktritt erklärt. Zwar lasse auch sie das Wahlergebnis sprachlos zurück, schrieb von Allwörden bei Instagram. Für sie gehöre es aber dazu, Verantwortung zu übernehmen. Dazu gehöre auch "die Ehrlichkeit, daraus persönliche Konsequenzen zu ziehen", so die 47-Jährige. "Deshalb werde ich meine politischen Ämter als stellvertretende Landesvorsitzende der CDU Mecklenburg-Vorpommern sowie im Kreisvorstand der CDU Vorpommern-Rügen niederlegen", schrieb die ehemalige Polizeibeamtin, die die Uniform nun wieder anziehen will.
Die AfD triumphiert in Mecklenburg-Vorpommern. Mit vorläufigen 38,2 Prozent überholt sie die SPD, die mit 35,5 Prozent das Nachsehen hat.
21.09.2026 | 1:53 minAuch Hoffmeister tritt zurück
Auch CDU-Generalsekretärin Katy Hoffmeister erklärte im Landesvorstand ihren Rücktritt. Zuvor hatte sich bereits als eine von vier CDU-Vizevorsitzenden Ann Christin von Allwörden zurückgezogen.
Bei der Landtagswahl vom Sonntag schafften es die Christdemokraten mit 4,9 Prozent der Stimmen nicht mehr in den Landtag. Es war das schwächste Ergebnis der CDU bei allen Landtagswahlen seit 1949.
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