Energiekrise: Merz will Nationalen Sicherheitsrat einberufen

"Versorgung im Moment gesichert":Energiekrise: Merz will Nationalen Sicherheitsrat einberufen

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Trotz der Energiekrise hat Bundeskanzler Merz die Versorgungslage in Deutschland als stabil bezeichnet. Er kündigte jedoch eine baldige Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates an.

Friedrich Merz hält eine Rede.

Kanzler Friedrich Merz will den Nationalen Sicherheitsrat einberufen.

Quelle: AFP

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will den Nationalen Sicherheitsrat "zeitnah" zu Beratungen über die aktuelle Energiekrise einberufen. Das kündigte der CDU-Vorsitzende am Abend bei der Eröffnung der Hannover Messe an.

Merz: Energieversorgung gesichert, doch Lage angespannt

"Unser Ziel ist dabei klar: Die deutsche Wirtschaft und die Bürger müssen sich darauf verlassen können, dass die Versorgung mit zentralen Produkten wie etwa Diesel, Benzin, Flugbenzin gesichert bleibt", sagte er. Derzeit sei die Lage zwar angespannt, aber die Versorgung gesichert.

Für den Fall, dass sich die Lage verschärfen sollte, sind wir auf Maßnahmen vorbereitet.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Die Windräder in einem Windpark westlich von Halle ragen aus dem Morgennebel hervor.

Im Kampf gegen steigende Energiepreise setzt die Bundesregierung auf Tankrabatte. Experten sehen darin eine politische Rolle rückwärts und fordern die zügige Abkehr von fossilen Brennstoffen.

19.04.2026 | 3:52 min

Merz: "Alle verfügbaren Instrumente" sollen zum Einsatz kommen

Die schwarz-rote Bundesregierung hatte den Nationalen Sicherheitsrat im vergangenen Jahr gegründet, um auf Krisen und Bedrohungen aller Art schnell und effektiv reagieren zu können. Neben Mitgliedern der Bundesregierung und Sicherheitsbehörden können auch Vertreter der Länder eingeladen werden.

Das kündigte Merz für diese nächste Sitzung an: Unter anderem werde der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) dabei sein, der auch an der Eröffnungszeremonie teilnahm.

Für uns ist klar: Versorgungssicherheit hat für Deutschland höchste Priorität.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Um Stabilität zu gewährleisten, kämen "alle verfügbaren Instrumente" zum Einsatz.

Archiv: Bundeskanzleramt spiegelt sich in einer Wasserpfütze an einem Wintertag in Berlin

Die Bundesregierung hat die Einrichtung eines Nationalen Sicherheitsrates beschlossen. Der Sicherheitsrat soll bei Krisen tagen und schnelle Entscheidungen herbeiführen können, aber auch Strategien für Bedrohungslagen erarbeiten.

27.08.2025 | 0:48 min

Reiche kündigt Gegenmaßnahmen bei Kerosinmangel an

Zuvor hatte bereits Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche für den Fall eines Kerosinmangels Gegenmaßnahmen angekündigt - gleichzeitig aber vor übertriebener Aufgeregtheit gewarnt. "Alarmismus bei Kerosin hilft nicht", sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

Die Versorgungslage in den jeweiligen Märkten sei unterschiedlich. Für Montag hat Reiche zusammen mit dem Bundesverkehrsministerium Kerosin-Versorger, Flughäfen, Airlines und Verbände zu einem Gespräch eingeladen.

Tankwagen am Flughafen

Der Krieg im Iran treibt die Kerosinpreise stark nach oben - seit Ende Februar haben sich diese etwa verdoppelt. Das wirkt sich auf die Kosten der Flugtickets aus.

09.04.2026 | 2:36 min

Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, hatte kürzlich gewarnt, in Europa könnte bereits im Mai Flugzeugbenzin knapp werden. "Wir müssen die Warnungen vor Kerosinknappheit sehr ernst nehmen", hatte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) am Wochenende dem "Spiegel" gesagt.

Kanzler lobt Wirtschaftsstandort Deutschland

Merz hielt in seiner Eröffnungsrede in Hannover ein Plädoyer für den Standort Deutschland.

Als Europas größte Volkswirtschaft und drittgrößte Volkswirtschaft der Welt stellt Deutschland einen unverzichtbaren Markt für jedes Unternehmen dar.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva (2.vl)

In Hannover beginnt die Industriemesse. Dort empfängt Kanzler Merz den brasilianischen Präsidenten Lula, Staatschef des diesjährigen Partnerlandes.

19.04.2026 | 2:39 min

Deutschland sei "das wichtigste Tor zum europäischen Binnenmarkt". Investitionen in Deutschland seien "sicher und sie sind wirtschaftlich attraktiv". Zugleich sei klar: "Es geht noch besser. Und es muss auch noch besser gehen."

Deutschland habe in den vergangenen Jahrzehnten "eine ganze Reihe struktureller Defizite angesammelt, die heute noch höhere Investitionen in Deutschland verhindern", sagte Merz. Die Energiepreise und die Steuern für Unternehmen seien zu hoch und die Bürokratie "hemmt und lähmt", beklagte der Kanzler.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Katherina Reiche (CDU), Bundesministerin für Wirtschaft und Energie

Seit Jahren steht der Wirtschaftsstandort Deutschland unter Druck. Die schwarz-rote Koalition hatte Reformen und Aufschwung angekündigt. Was ist noch davon geblieben?

19.04.2026 | 1:57 min

Die schwarz-rote Regierung bringe daher grundlegende Reformen auf den Weg. Er verwies auf die geplante Reform des Gesundheitssystems sowie die geplante Renten- und Einkommensteuerreform.

Quelle: dpa, AFP
Über dieses Thema berichtet das ZDF am 19.04.2026 ab 19:10 Uhr in der Sendung "Berlin direkt".

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