Sachsen-Anhalt vor der Wahl:Markus Blume warnt bei "Lanz" vor "Sozialismus reloaded"
von Bernd Bachran
Die Parteivorsitzende der Linkspartei Ines Schwerdtner fordert bei "Markus Lanz" die Schuldenbremse und Milliardäre abzuschaffen. Markus Blume (CSU) spricht von "DDR 2.0".
Markus Blume spricht bei "Markus Lanz" über die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Quelle: Markus HertrichKnapp drei Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 führt die AfD die Umfragen mit über 40 Prozent deutlich an. Die CDU kommt aktuell auf 24 bis 26 Prozent und liegt damit klar zurück. Auf Rang drei folgt die Linke.
Am Mittwochabend trafen bei "Markus Lanz" der ehemalige CSU-Generalsekretär Markus Blume und die Co-Chefin der Linkspartei Ines Schwerdtner aufeinander. Trotz großer politischer Gegensätze herrschte in einem Punkt Einigkeit: Auf die Frage, ob sich Union und Linkspartei ein gemeinsames Vorgehen gegen die AfD vorstellen könnten, blieben beide Politiker eine konkrete Antwort schuldig.
Am 6. September finden in Sachsen-Anhalt Landtagswahlen statt. In aktuellen Umfragen liegt die AfD mit rund 40 Prozent vorn, Ministerpräsident Schulze will einen Wahlsieg der Partei mit aller Kraft verhindern.
08.06.2026 | 2:05 minInes Schwerdtner: Kein Blankoscheck für die CDU
Ines Schwerdtner bezog zwar klar Stellung gegen die AfD: "Wir werden in Sachsen-Anhalt alles tun, damit die AfD nicht an die Schalthebel der Macht kommt", sagte aber auch: "Wir werden keinen Blankoscheck dieser CDU ausstellen, die AfD-Politik macht."
Das Hindernis für eine Zusammenarbeit liege vor allem bei der CDU selbst, die einen Unvereinbarkeitsbeschluss gegenüber der Linkspartei gefasst habe. Zudem gehe es bei möglichen Gesprächen nicht darum, der CDU zu Mehrheiten zu verhelfen, sondern um die Verständigung auf gemeinsame politische Inhalte.
Die AfD liegt vor der Wahl in Sachsen-Anhalt in den Umfragen weit vorn. Deshalb fordern mehrere Innenminister nun Vorkehrungen für den Fall eines AfD-Siegs. Sie sehen ein Sicherheitsrisiko.
18.05.2026 | 1:03 min"Wutüberbietungswettbewerb" mit der AfD
Die CDU befindet sich in einer selbst verschuldeten Zwickmühle: Einerseits hält sie an der Brandmauer zur AfD fest, andererseits gilt ein Unvereinbarkeitsbeschluss gegenüber der Linkspartei. Für Markus Blume sei eine Zusammenarbeit mit der Linken kaum vorstellbar. Er warf ihr vor, bei den Menschen schlechte Stimmung zu schüren und sich dabei "in der Angst vor der Zukunft mit der AfD zu überbieten".
Sie wollen einen "Wutwahlkampf", einen "Wutüberbietungswettbewerb" mit der AfD führen. Das ist total zum Scheitern verurteilt.
Markus Blume, ehemaliger CSU-Generalsekretär
Blume weiter: "Es wird unterschätzt, dass die Union doch im Grunde die einzige politische Kraft ist, die der AfD wirklich was entgegensetzen könnte."
Der Leiter des Politikressorts beim "Stern", Veit Medick, war der Meinung, der CDU-Kandidat in Sachsen-Anhalt, der amtierende Ministerpräsident Sven Schulze, sei "ein ziemlich schwacher Kandidat. Er ist viel zu spät Ministerpräsident geworden, hat keinen richtigen Amtsbonus."
Zwar habe Schulze einen "europapolitischen Hintergrund", dieser würde ihm aber in Sachsen-Anhalt nicht helfen, sondern könnte sogar zu einer Belastung werden.
In Sachsen-Anhalt steht die Landtagswahl bevor. Auf Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen könnten große Veränderungen zukommen – sollte die AfD die Wahl gewinnen.
04.06.2026 | 3:18 minReformvorschläge der Linken
Auf die Frage nach Reformvorschlägen der Linken für das deutsche Sozialsystem sprach sich Ines Schwerdtner für die Einführung einer Vermögensteuer für "Superreiche" und Milliardäre aus. Zur Begründung verwies sie darauf, dass rund 5.000 Superreiche etwa drei Viertel des Gesamtvermögens in Deutschland besäßen: "Das ist Wahnsinn. Und wir wollen diese 5.000 Leute besteuern."
Besteuert werden sollte, so die Co-Chefin der Linken, wie folgt: Ein Prozent bei einer Million Euro Vermögen. Ab 50 Millionen Euro Vermögen fünf Prozent Vermögensteuer. Milliardäre sollen mit zwölf Prozent besteuert werden. "Wir sprechen über 250 Menschen in Deutschland, die Milliardäre sind."
Bei der Vermögenssteuer haben wir es gerade berechnet. Das würde bis zu 147 Milliarden Euro jährlich [einbringen].
Ines Schwerdtner, Co-Chefin der Linkspartei
Nach Berechnungen der Unternehmensberatung BGC besitzen rund 5.000 Superreiche mehr als ein Viertel des Finanzvermögens in Deutschland - rund 1.100 Menschen mehr im Vergleich zum Vorjahr.
27.05.2026 | 0:22 minMilliardäre abschaffen für Milliarden-Investitionen
Schwerdtner weiter: "Wir sagen ja auch Milliardäre abschaffen. Wir sagen tatsächlich, es sollte keine Milliardäre geben."
Darauf reagierte Markus Blume fassungslos: "Irgendwann sperren sie die Leute noch ein und wir haben eine DDR 2.0."
Als Schwerdtner dann noch die Abschaffung der Schuldenbremse forderte, um dann in den nächsten 10 Jahren eine Billion Euro in die deutsche Wirtschaft zu investieren, sprach Markus Blume von "Sozialismus reloaded".
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