"Lanz": Anke Rehlinger sieht hohe Hürden für Bündnis mit Linken

Ministerpräsidentin bei "Lanz":Anke Rehlinger sieht hohe Hürden für Bündnis mit Linken

von Bernd Bachran

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Bei "Markus Lanz" stellt Anke Rehlinger die Antisemitismusfrage als "Eingangshürde" dar. Journalist Michael Bröcker verlangt Konsequenzen im Fall Vanessa Emde.

Anke Rehlinger zu Gast bei "Markus Lanz".

Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger zu Gast bei "Markus Lanz"

Quelle: Markus Hertrich

In Berlin wird weiter über eine mögliche Koalition aus Linkspartei, SPD und Grünen diskutiert. Die Gespräche stehen jedoch seit Beginn unter Druck. Vorwürfe des Antisemitismus gegen einzelne Politikerinnen und Politiker der Berliner Linken, insbesondere gegen die Abgeordnete Vanessa Emde, belasten die Verhandlungen und sorgen für zusätzliche Spannungen.

Für Diskussionen sorgt zudem die Wohnungspolitik. Der SPD-Politiker Steffen Krach, der im Falle eines Bündnisses ein künftiger Koalitionspartner der Linkspartei im Berliner Senat wäre, hatte vor der Wahl eine Enteignung großer Wohnungsunternehmen klar ausgeschlossen.

Steffen Krach (SPD), Berliner SPD-Fraktions- und Landesvorsitzender, spricht auf einer Pressekonferenz im Haus der Statistik.

Der Landesvorstand der Berliner Sozialdemokraten entscheidet über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit Linken und Grünen. Bei der Bundes-SPD wurden dazu zuletzt kritische Stimmen laut.

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Nach der Wahl stimmte er jedoch einem Sondierungspapier zu, das eine Vergesellschaftung von Wohnungen vorsieht, und bezeichnete dies als vertretbaren Kompromiss. Gleichzeitig hält Krach weiterhin daran fest, dass die Vergesellschaftung der falsche Weg sei.

Belastete Sondierungen in Berlin

Die Ministerpräsidentin des Saarlandes und stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Anke Rehlinger äußerte sich am Dienstagabend bei "Markus Lanz" äußerst kritisch zur Berliner Linkspartei.

"Ich halte ganz viel von dem, was dort in Berlin gesagt wird und was dort auch an Beschlüssen in der Linkspartei gefasst wird und was man für richtig hält, für falsch. (…)", sagte sie.

Ich persönlich könnte mir für mich nicht vorstellen, unter diesen Bedingungen Koalitionsverhandlungen mit denen zu führen.

Anke Rehlinger, SPD

Rehlinger sieht klare Abgrenzung als Voraussetzung

Rehlinger betonte allerdings, Berlin sei ein besonderer Fall. Die Linke sei nicht überall gleich und lasse sich nicht pauschal bewerten. So habe man in Mecklenburg-Vorpommern mit anderen Akteuren und Charakteren zu tun als im Berliner Landesverband. Zudem verwies sie auf Thüringen, wo Bodo Ramelow aus ihrer Sicht gezeigt habe, dass mit der Linken auch eine seriöse Regierungsarbeit möglich sei.

Steffen Krach (SPD, M), Berliner SPD-Fraktions- und Landesvorsitzender, Elif Eralp, Fraktionsvorsitzende der Partei Die Linke im Berliner Abgeordnetenhaus, und

Die Debatte über eine mögliche Koalition in Berlin beschäftigt Grüne und SPD. Einzelne Parteimitglieder sprechen sich gegen eine Zusammenarbeit mit der Linken aus.

25.10.2026 | 4:25 min

Die SPD-Politikerin forderte, dass in den Gesprächen mit der Linkspartei geklärt wird, dass sich die Partei deutlich von Antisemitismus distanziert.

Das ist die Eingangshürde, die man nehmen muss, sonst braucht man über Sachfragen gar nicht zu reden.

Anke Rehlinger

Die Linken-Politikerin Vanessa Emde aus Berlin-Neukölln hatte mit Äußerungen zu Israel für Kritik gesorgt. So erklärte sie unter anderem, Staaten hätten kein Existenzrecht, sondern nur Menschen. Diese und weitere Aussagen lösten eine breite Debatte aus und brachten ihr bis hin zu Antisemitismusvorwürfen deutliche Kritik ein.

Rehlinger forderte in diesem Zusammenhang: "Ich finde, dass man ein Verfahren vereinbaren muss, was man alles im Rahmen von Koalitionsverhandlungen klären muss. Denn das, was man dort nicht mehr klärt, kriegt man anschließend nicht besser geklärt." Auch der Umgang mit Vanessa Emde müsse geklärt werden.

Zu sehen ist Vanessa Emde.

Nach Kritik an der Abgeordneten Vanessa Emde distanziert sich die Berliner Linke von ihr - sie kooperiere nicht mit der Partei. Emde hatte online umstrittene Äußerungen zu Israel geteilt.

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Bröcker: "Ich verstehe gar nicht, was so schwer daran ist"

Der Chefredakteur von "Table.Briefings", Michael Bröcker, zeigte wenig Verständnis für die anhaltende Debatte über die Berliner Linke, Antisemitismusvorwürfe und insbesondere die Rolle von Vanessa Emde. Aus seiner Sicht müsse die SPD deutlich klarere Bedingungen formulieren. So solle Steffen Krach unmissverständlich festlegen: "Frau Emde darf nicht Mitglied der Fraktion sein" und "Enteignung machen wir nicht."

Erst wenn solche Voraussetzungen erfüllt seien, sollte die SPD nach Bröckers Auffassung Koalitionsverhandlungen mit der Linken aufnehmen. "Ich verstehe gar nicht, was so schwer daran ist", so Bröcker.

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Bröcker ging noch weiter und argumentierte, die SPD könne auch deshalb kein Bündnis mit der Linkspartei eingehen, weil diese die Polizei nicht ausreichend unterstütze. Er warf der Partei vor, einen Abbau der Polizei zu befürworten und den Eindruck zu vermitteln, die Sicherheitsbehörden gingen gegenüber migrantischen Tätern zu hart vor. Aus seiner Sicht spreche auch dies gegen eine Zusammenarbeit auf Regierungsebene.

"Das ist die Politik der Linkspartei in Berlin. Und die SPD macht mit. Ich wünschte mir wieder ein bisschen mehr Otto Schily in der SPD, der klarmacht, 'Wir sind eine Rechtsstaatpartei, wir schlagen auch mal zurück, wenn es sein muss.'"

Über dieses Thema berichtete "Markus Lanz" am 27.10.2026 ab 23:50 Uhr.

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