Polizeistatistik 2025: Weniger Gewalt, mehr tatverdächtige Kinder

Polizeistatistik veröffentlicht:Weniger Gewaltkriminalität - mehr tatverdächtige Kinder

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Die Polizeistatistik 2025 zeigt etwas weniger Gewaltkriminalität insgesamt. Unter anderem eine Entwicklung bereitet Sorgen: Die Zahl tatverdächtiger Kinder ist weiter angestiegen.

Pressekonferenz für die Vorstellung der Kriminalitätsstatistik

Das BKA hat die Kriminalitätsstatistik für 2025 vorgelegt. Insgesamt sind die registrierten Straftaten um 5,6 Prozent zurückgegangen. Erhöht hat sich die Zahl der Sexualdelikte und Wohnungseinbrüche.

20.04.2026 | 1:54 min

Die Polizei hat in Deutschland 2025 bundesweit rund 212.300 Gewaltverbrechen registriert - 2,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Sorgen bereitet die nach wie vor steigende Zahl tatverdächtiger Kinder.

Ein Teil des Rückgangs bei den Straftaten insgesamt geht auf die Teillegalisierung von Cannabis im April 2024 zurück; ohne Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht und andere ausländerrechtliche Vorgaben wurden 4,4 Prozent weniger Taten aktenkundig als 2024.

Weniger polizeilich erfasste Straftaten 2025

Die wichtigsten Kennzahlen der Statistik für 2025:

  • Rund 5,5 Millionen Straftaten wurden der Polizei bekannt, ein Rückgang um 5,6 Prozent gegenüber 2024.
  • Ohne ausländerrechtliche Verstöße war der Rückgang mit 4,4 Prozent etwas geringer. Die durch intensivierte Grenzkontrollen und Änderungen bei den Fluchtursachen - dazu zählt der Machtwechsel in Syrien - geringere Zahl unerlaubter Einreisen führte zu einem Rückgang von Verstößen gegen das Aufenthalts-, Asyl- und EU-Freizügigkeitsgesetz um über 28 Prozent.


  • Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger insgesamt lag bei 35,5 Prozent und damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (35,4 Prozent). Ausländerrechtliche Verstöße sind hier nicht berücksichtigt.
  • Mehr Straftaten verzeichnete die Polizei bei Leistungsbetrug (plus 11,5 Prozent), Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen (plus 6,5 Prozent) sowie Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff im besonders schweren Fall auch mit Todesfolge (plus 8,5 Prozent).
  • Seltener ermittelte die Polizei zu Raub, räuberischer Erpressung und räuberischen Angriffen auf Kraftfahrer (minus 7,1 Prozent). Die registrierten Rauschgiftdelikte nahmen um 27,7 Prozent ab.
  • Die Zahl der Kinder, die durch Gewaltkriminalität auffielen, stieg zwar um 3,3 Prozent auf rund 14.200 Tatverdächtige an. Der Anstieg fiel jedoch weniger stark als im Vorjahr aus (plus 11,3 Prozent).

Ein Mann geht an einem Schild vorbei, das den Weg zum Lehrerzimmer weist.

Die Gewalt gegen Lehrkräfte in Deutschland nimmt deutlich zu. 2024 stieg die Zahl der gemeldeten Körperverletzungen auf 1.283. Das zeigt eine Auswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik.

10.04.2026 | 0:25 min

Höherer Anteil von Sexualstraftaten

Neben der geringeren irregulären Zuwanderung und der Gesetzesänderung zu Cannabis gibt es noch einen Sondereffekt: Das Bundeskriminalamt (BKA) weist darauf hin, dass sich die Zunahme der Fälle von Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen innerhalb der regelmäßig zu beobachtenden Schwankungen bewege. 79 der in der Statistik aufgeführten Mordfälle seien einem Berliner Fall zuzurechnen, bei dem ein ehemaliger Palliativmediziner im Verdacht steht, schwer kranke Menschen getötet zu haben.

Das BKA geht davon aus, dass der Anteil der Sexualstraftaten, die zur Anzeige gebracht werden, gestiegen ist. In rund drei Viertel der Fälle hätten sich Opfer und Täter vorher gekannt.

Zu insgesamt rund 29.200 Straftaten wurde im vergangenen Jahr ein Messerangriff erfasst, was im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Anstieg um 0,8 Prozent bedeutet.

Pressekonferenz zur Auswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2020

Martina Huxoll-von Ahn, Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V., im Gespräch

27.05.2021

Dobrindt: Straftaten-Rückgang durch weniger irreguläre Migration

Auf der Suche nach Erklärungen für den Anstieg bei Kindern im Bereich Gewaltkriminalität verweist das BKA auf Studien, die psychische Belastungen durch mehr "Zukunftsängste angesichts multipler Krisen" sehen. Nicht genügend erforscht sei bisher ein möglicher Zusammenhang zwischen der Nutzung bestimmter Social-Media-Angebote durch Kinder und Jugendliche und der Wahrscheinlichkeit straffälligen Verhaltens.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagt, der Rückgang von Straftaten habe auch mit weniger irregulärer Migration zu tun. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD), betont, unter Geflüchteten seien junge Männer überrepräsentiert - eine Gruppe, die generell eine höhere Kriminalitätsneigung zeige als andere gesellschaftliche Gruppen.

Die Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD), Mehtap Caglar, kritisiert: "Die Veröffentlichung des polizeilichen Tätigkeitsberichts wird immer dazu genutzt, Stimmung gegen Menschen mit Migrationsgeschichte zu machen."

Kerstin Claus, Unabhaengige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM), Bundesminister des Innern Alexander Dobrindt (CSU) und BKA-Praesident Holger Muench halten den Bericht des Bundeslagebilds in der Hand.

2025 hatte sich Innenminister Dobrindt angesichts der Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik erschüttert gezeigt.

21.08.2025 | 1:42 min

Studie: Fast 20 Prozent Opfer von Cyberkriminalität

Eine umfangreiche Dunkelfeldstudie zur Kriminalitätsbelastung, die zeitgleich mit der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) veröffentlicht wurde, zeigt, dass der Anteil der Menschen, die Opfer von Cyberkriminalität (18 Prozent), Diebstahl (12,7 Prozent) und Betrug (12,6 Prozent) werden, relativ hoch ist. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der für die Wohnbevölkerung im Alter ab 16 Jahren repräsentativen Studie waren nach Kriminalitätserfahrungen im Jahr 2023 gefragt worden.

Deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es laut Studie bei bestimmten Gewaltdelikten. Während 11,2 Prozent der Frauen angaben, binnen eines Jahres Opfer sexueller Belästigung geworden zu sein, waren es unter den Männern 2,9 Prozent. Männer waren dagegen häufiger von Körperverletzung betroffen (3,1 Prozent) als Frauen (zwei Prozent).

Quelle: dpa, epd
Über das Thema berichtete die heute-Sendung am 20.04.2026 um 12 Uhr, heute - in Deutschland ab 14 Uhr und phoenix um 12:14 Uhr.

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