Freie-Wähler-Chef tot aufgefunden:Söder würdigt Aiwanger: "Starker Bayer" und "warmherzig"
Nach dem Tod von Aiwanger zeigt sich die Spitzenpolitik betroffen. Bayerns Ministerpräsident Söder würdigte den Freie-Wähler-Chef als "starken Bayern" und "warmherzigen Menschen".
Hubert Aiwanger habe sich auch um die vielen kleinen Dinge gekümmert, sagt Söder bei einer Pressekonferenz. Die CSU werde die Arbeit mit den Freien Wählern im Sinne beider fortsetzen.
05.11.2026 | 3:12 minDer Schock über den überraschenden Tod Hubert Aiwangers sitzt tief: Am Tag danach hat sich unter anderem der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder betroffen gezeigt. "Ich bin echt schockiert und auch getroffen", sagte er vor Pressevertretern in Nürnberg. "Ich habe es, wie viele andere, nicht glauben können."
Der Tod von Hubert Aiwanger ist ein Schock, führt uns unsere eigene Menschlichkeit ganz klar vor Augen.
Markus Söder, CSU-Chef
ZDFheute live zum Tod von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger.
05.11.2026 | 16:50 minSöder: Aiwanger reißt "tiefe Lücke in die Politik"
Aiwangers Tod reiße "eine tiefe Lücke in die Politik, (...) aber auch in die Herzen vieler Menschen (...)". Söder würdigte Aiwanger mit den Worten: "echtes Mannsbild, starker Bayer, guter Wirtschaftsminister, aber auch ein warmherziger Mensch".
Ein persönlich bescheidener, aber hoch engagierter und fleißiger Politiker, der sich um die großen, aber vor allem um viele kleine Dinge gekümmert hat.
Markus Söder, CSU-Chef
Söder ordnete Trauerbeflaggung an allen staatlichen Dienstgebäuden im Freistaat Bayern an. Dies gelte für Donnerstag und den Tag der Beisetzung, teilte die Staatskanzlei in München mit. Gemeinden, Landkreise und Bezirke sowie die übrigen Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts würden gebeten, in gleicher Weise zu verfahren.
Söder will Koalition fortführen, FW verschieben Parteitag
Söder kündigte an, die Zusammenarbeit der CSU mit den Freien Wählern, die er als "bürgerliche, liberal-konservative Politik" bezeichnete, fortsetzen zu wollen.
Die Freien Wähler verschoben unterdessen ihren Bundesparteitag. "Jetzt sind ja andere Dinge zu regeln, von daher wollen wir den Bundesparteitag absagen und an einem anderen Termin, das wird wahrscheinlich nächstes Jahr sein, ihn stattfinden lassen", sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende und rheinland-pfälzische Europa-Abgeordnete Joachim Streit dem SWR. Aiwanger hatte sich am 14. November in Geiselwind bei Würzburg als Bundesvorsitzender zur Wiederwahl stellen wollen.
Kanzler Merz "tief betroffen"
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigte sich "tief betroffen" von Aiwangers Tod. "Die Bundesrepublik verliert einen streitbaren Politiker, der leidenschaftlich für seine Überzeugungen eingetreten ist", erklärte Kanzler-Sprecher Stefan Kornelius. Merz spreche der Familie und den Angehörigen sein Beileid aus.
Hubert Aiwanger habe die Freien Wähler vorangebracht, sei "von seinen Anhängern regelrecht verehrt" worden und von seinen Gegnern zum Teil regelrecht verachtet, so Andreas Kynast.
05.11.2026 | 1:37 minDer Vizeparteichef der Freien Wähler, Armin Kroder, würdigte Aiwanger als persönlichen Freund, "herausragende Persönlichkeit" und Politiker "mit klaren Überzeugungen und einer unverwechselbaren Persönlichkeit". Aiwanger habe "maßgeblich dazu beigetragen, dass aus einer kommunal verwurzelten politischen Kraft eine feste Größe" in der bayerischen Landespolitik geworden sei.
Aigner: "Großer Verlust für Bayern"
Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) schrieb auf X, dass sie tief bestürzt und fassungslos sei. Aiwanger sei mitten aus dem Leben gerissen worden: "Ein großer Verlust für Bayern." Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Katharina Schulze, äußerte sich auf X in einer ersten Reaktion ebenfalls betroffen: "Mein tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen und allen, die ihm nahestanden. Ich wünsche ihnen in dieser schweren Zeit viel Kraft, Zusammenhalt und Trost."
Der Münchner Kardinal Reinhard Marx teilte in einer Stellungnahme mit, der plötzliche und unerwartete Tod von Aiwanger habe ihn, wie so viele Menschen in Bayern und darüber hinaus, sehr betroffen gemacht. "Er war meinungsstark und suchte die öffentliche Debatte. Dass er damit anecken konnte, nahm er in Kauf, aber er hat sich in der politischen Öffentlichkeit vor allem nicht verbiegen lassen", heißt es in der Stellungnahme des Erzbischofs von München und Freising.
Staatsanwaltschaft und Mordkommission ermitteln nach dem Tod von Hubert Aiwanger.
05.11.2026 | 0:23 minDer 55-jährige Aiwanger war am Donnerstagabend in einem Hotel in Berlin Mitte tot aufgefunden worden. Die Kriminalpolizei begann noch am Abend mit den Ermittlungen - ein übliches Verfahren bei unerwarteten Todesfällen unter unklaren Umständen.
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