Vorschlag von Städtetagspräsident:Hitzeschutz in die Verfassung?
Das Dauerthema Hitzeschutz sollte laut Städtetags-Präsident Burkhard Jung als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz verankert werden. Ähnlich sieht das der Sozialverband VdK.
Die andauernde Hitze birgt in vielen Ländern Europas Gefahren. Tausende Hitzetote werden bereits beklagt, über 80 europäische Gesundheitsorganisationen fordern mehr EU-Maßnahmen zum Hitzeschutz.
06.08.2026 | 1:59 minAngesichts der hohen Temperaturen in Deutschland mehren sich die Rufe, dass Hitzeschutz als Gemeinschaftsaufgabe in die Verfassung aufgenommen werden soll. "Hitzeschutz bleibt eine Daueraufgabe", sagte der Präsident des Deutschen Städtetages, Burkhard Jung (SPD), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Dienstagsausgaben). Hitzeschutz und Klimaanpassung gehörten ins Grundgesetz. Ähnlich äußerte sich der Sozialverband VdK.
"Ich finde es wichtig, Klimaanpassungs- und Hitzeschutzmaßnahmen ins Grundgesetz aufzunehmen, weil damit strukturell unterfinanzierten Kommunen bei der Finanzierung durch Bund und Länder geholfen wäre", sagte Jung. "Das wäre dann eine neue Gemeinschaftsaufgabe."
Klimaschutz und Klimaanpassung würden in den kommenden Jahren ein Dauerthema bleiben, sagte der Städtetags-Präsident voraus.
Deshalb wäre es gut, Bund und Länder in die Pflicht zu nehmen. Und das geht wahrscheinlich nur über eine solche Grundgesetzänderung.
Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetages
Die derzeitige Hitzewelle setzt besonders "versiegelten" Städten wie Mannheim sehr zu. Der deutsche Städtetag fordert daher mehr Mittel für Hitzeschutz und Klimaanpassung.
30.07.2026 | 2:28 minSozialverband für Hitzeschutz im Grundgesetz
Der Sozialverband VdK stellte in einem neuen Maßnahmenkatalog eine ähnliche Forderung auf. Die Bundesregierung solle die Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz verankern, heißt es in dem Papier, das dem RND vorliegt. VdK-Präsidentin Verena Bentele fordert:
Die Bundesregierung muss Rahmenbedingungen so gestalten, dass alle Menschen wirksam vor Hitze geschützt sind.
Verena Bentele, VdK-Präsidentin
Dieser Schutz müsse für alle gewährleistet werden, "unabhängig von ihrem Einkommen oder ihrer Wohnsituation, und insbesondere unabhängig von ihrer ohnehin herausfordernden gesundheitlichen Lage". Es seien jetzt "verbindliche Standards, eine verlässliche Finanzierung und klare Zuständigkeiten" gefragt.
„Nächsten Sommer brauchen wir auch einen nationalen Aktionsplan, der dann alles aus den Ländern zusammen bündelt“, sagt Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth (SPD) zum Hitzeschutz.
02.08.2026 | 6:03 minForderung nach Hitzeschutz in verschiedenen Einrichtungen
Bentele forderte unter anderem öffentliche Kühlräume in den Kommunen. Zudem müssten Einrichtungen wie Pflegeheime, Schulen oder Frauenhäuser ausreichend vor Hitze geschützt werden. Um besonders gefährdete Menschen bei Hitzewarnungen gezielt zu erreichen, sollten "datenschutzkonforme, freiwillige, kommunale Register" eingeführt werden, sagte sie dem RND.
Der VdK weist zudem darauf hin, dass sich nicht jeder den Betrieb von Ventilatoren und Kühlgeräten oder den Einbau von Markisen, Außenjalousien oder Rollläden leisten könne. Deshalb müsse die Politik vorbeugen "und gezielte Förderungen zur Bekämpfung von Energiearmut im Sommer anbieten".
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