Lieferketten in Gefahr:Bund stoppt Verkauf von Logistikfirma Zippel an China
Die chinesische Staatsreederei Cosco darf - trotz Zusage des Kartellamtes - die Hamburger Firma Zippel nicht übernehmen. Laut Wirtschaftsministerium gibt es Sicherheitsbedenken.
Die Bundesregierung stoppt den Verkauf von 80 Prozent des Hamburger Logistikers Zippel an die chinesische Staatsreederei Cosco. Grund sind Sicherheitsbedenken und mögliche Abhängigkeiten.
07.10.2026 | 0:55 minDie Bundesregierung untersagt wegen Sicherheitsbedenken den Verkauf von 80 Prozent der Anteile des Hamburger Logistikunternehmens Zippel an die chinesische Staatsreederei Cosco. Das sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums nach einer Kabinettssitzung.
Wirtschaftsministerium: Übernahme würde Lieferketten gefährden
Das Ministerium werde im Anschluss den Untersagungsbescheid erlassen. "Grund für die Untersagung sind Sicherheitsbedenken."
Der Erwerb hätte Abhängigkeiten vertieft und die Resilienz von Lieferketten Deutschlands und der EU gefährdet.
Mitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums
Deutschland als größte Volkswirtschaft Europas heiße ausländische Investitionen willkommen. "Gleichzeitig kann es Investitionen geben, die die Sicherheit des Landes gefährden."
Die EU-Wirtschaft ist abhängig von China. In Europa ist man davon besorgt.
24.09.2026 | 2:15 minDie Bundesregierung könne daher auf Grundlage des Außenwirtschaftsgesetzes und der Außenwirtschaftsverordnung den Erwerb eines deutschen Zielunternehmens durch einen ausländischen Investor im Einzelfall prüfen, sagte der Sprecher des Ministeriums.
Prüfmaßstab sei dabei, ob der Erwerb voraussichtlich die öffentliche Ordnung oder Sicherheit gefährde.
Bundeskartellamt hatte Übernahme gestattet
Das Bundeskartellamt hatte im Februar mitgeteilt, dass die Großreederei Cosco aus Wettbewerbssicht 80 Prozent der Zippel-Anteile übernehmen darf. Ende April wurde bekannt, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz Bedenken gegen die Übernahme hat.
Ist die deutsche Industrie von einem sogenannten "China-Schock" bedroht? Wie kann sie gegen günstige Exporte geschützt werden?
24.02.2026 | 8:46 minZippel transportiert mit Zügen, Schiffen und Lastwagen Waren, die unter anderem an den Seehäfen Hamburg und Bremerhaven ankommen. Das Unternehmen hat nach zurückliegenden Angaben rund 350 Beschäftigte.
2022: Interesse chinesischer Reederei entfacht Debatte
Die Reederei Cosco gehört nach der Transportmenge zu den größten der Welt. Cosco ist bereits mit 24,99 Prozent am Hamburger Containerterminal Tollerort beteiligt. In der damaligen Bundesregierung war 2022 ein heftiger politischer Streit entbrannt über die Frage, ob eine chinesische Beteiligung zugelassen werden soll. Das Kabinett beschloss dann, dass ein Anteilserwerb von Cosco unter 25 Prozent zugelassen wird.
Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Mehr Wirtschaftsthemen zu China
Die Stunde des Drachens:Wie "Made in China" Europas Wirtschaft bedroht
von Julia Rech und Ulf Röllermit Video2:15WISO - Wirtschaft erklärt :USA vs. China: Wettrüsten um beste KI mit Milliarden
von Mischa Ehrhardt und Florian Neuhannmit Video10:36"Lanz" über Zukunft der Autobranche:SPD-Politiker wirbt für VW-Zusammenarbeit mit China
von Bernd Bachranmit Video73:58Boomende Exporte außerhalb der USA:Trotz Zollstreit: Chinas Handelsbilanz 2025 auf Rekordwert
mit Video0:30