Verdacht auf Spyware in Berlin:Hackerangriff auf Regierungshandys: Minister bestätigt Attacke
von Johannes Lieber und Anna Lotta Köhler
Digitalminister Karsten Wildberger hat einen Medienbericht bestätigt, nach dem Geräte von Regierungsmitgliedern von einer Spy-Software befallen wurden. Die Prüfung laufe aktuell.
Der Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) hat ZDFheute bestätigt, dass es einen Hackerangriff auf Apple-Geräte von Regierungsmitgliedern und Bundestagsabgeordneten gegeben hat. "Das ist etwas, was wir natürlich mit Sorge zur Kenntnis nehmen. Und das ist etwas, was leider schon mal vorkommt", so der Minister. Zuerst hatte die ARD berichtet.
BSI prüft Ausmaß: iPhones von Politikern im Visier
Laut einem Schreiben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das ZDFheute vorliegt, haben die betroffenen iPhones seit Donnerstag eine Bedrohungsbenachrichtigung von Apple erhalten.
Wer genau betroffen ist und wer hinter dem Angriff stecken könnte, ist bisher nicht bekannt. "Das Ganze ist nach Stand gestern Abend noch in Prüfung", so Wildberger. Unter den Betroffenen sind laut dem BSI auch "weitere Personen des öffentlichen Lebens".
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22.10.2026 | 3:03 minStaatliche Akteure vermutet: Was die Spyware anrichten kann
Bei dem Angriff soll es sich um sogenannte "Mercenary Spyware" handeln. Laut dem BSI sind in den meisten Fällen staatliche Akteure für die kostspieligen Angriffe verantwortlich. Als Beispiel nennt die Behörde die Software Pegasus der israelischen "NSO Group".
Es ist davon auszugehen, dass Geräte ohne Zutun der Betroffenen infiziert werden – etwa über eine präparierte Nachricht, die nicht geöffnet werden muss.
Sprecher des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik
Sobald eine solche Software ein Gerät infiziert hat, kann sie sämtliche Sicherheitsbarrieren aushebeln und auch verschlüsselte Chats auslesen, Passwörter abgreifen, Standorte tracken und auch die Kamera und das Mikrophon aktivieren.
Apple-Warnungen aktiv: Betroffene Handys womöglich kompromittiert
Apple bezeichne seine Bedrohungsbenachrichtigungen als sehr zuverlässige Warnungen, dass eine Person gezielt angegriffen wurde. Ob der Angriff erfolgreich war, gehe aus der Benachrichtigung nicht hervor. Laut BSI müssen Betroffene "vorsorglich davon auszugehen, dass das Gerät kompromittiert sein kann".
Die Behörde empfiehlt deshalb allen, die eine solche Benachrichtigung bekommen haben, ein neues Gerät mit einer neuen Rufnummer einzurichten. Dabei sollen nur die Daten auf das neue Handy übertragen werden, die wirklich benötigt werden - auf ein vollständiges Überspielen des Backups sollte laut BSI verzichtet werden.
Johannes Lieber ist Redakteur im ZDF-Hauptstadt-Studio.
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