Binance Kryptobörse: Was der Hackerangriff für Kunden bedeutet

FAQ

Schaden wohl bei 6,3 Milliarden Dollar:Was der Hackerangriff bei Binance bedeutet

von Stephanie Barrett

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Hacker haben von der Kryptobörse Binance Werte von schätzungsweise 6,3 Milliarden Dollar gestohlen. Was das für Kunden, Anleger und das Vertrauen in Kryptowährung bedeutet.

ARCHIVFOTO – Das Binance-Logo ist am 28. Februar 2023 in Marple Township, Pennsylvania, auf einem Smartphone zu sehen. (AP Photo/Matt Slocum, Archiv)

Die weltweit größte Kryptobörse Binance setzt nach einem mutmaßlichen Hackerangriff alle Ein- und Auszahlungen aus. Laut dem Unternehmen sind Werte in Höhe von 5,6 Milliarden Euro betroffen.

30.10.2026 | 0:20 min

Schätzungsweise 6,3 Milliarden Dollar (rund 5,63 Milliarden Euro) haben Hacker bei einem Cyberangriff auf die Kryptobörse Binance erbeutet. Es ist zwar der bisher größte, aber nicht der einzige Angriff auf eine Internet-Handelsplattform für Kryptowährung:

Bereits 2025 war die US-Plattform Bybit Ziel eines Hackerangriffs. Dahinter werden nordkoreanische Akteure vermutet. Der Schaden betrug damals rund 1,5 Milliarden US-Dollar. Die auf Krypto-Analysen spezialisierte Firma TRM Labs geht auch im Fall von Binance davon aus, dass Hacker aus Nordkorea hinter dem Angriff stecken. ZDFheute beantwortet die wichtigsten Fragen zum Krypto-Diebstahl:

Was passiert jetzt mit dem Geld der Kunden?

Binance teilte mit, man arbeite daran, betroffene Vermögenswerte einzufrieren. Bisher seien etwa drei Milliarden Dollar ausfindig gemacht worden. Binance-Co-Chef Richard Teng schrieb dazu auf dem Kurznachrichtenportal X:

Ihr Geld ist sicher, und wir kommen für jeden Verlust auf.

Richard Teng, Co-Chef Binance

Die Untersuchung hätte bisher keine konkrete Person als verantwortlich identifiziert, erläutert Teng. Die Kryptobörse setzte als Vorsichtsmaßnahme vorübergehend sämtliche Ein- und Auszahlungen aus. Binance-Mitbegründerin Yi He sagte, das Unternehmen werde "alle Verluste aus dem Hackerangriff" ersetzen.

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Fehlende Lizenz - was bedeutet das für Kunden?

"Der Sicherheitsvorfall ist ein erheblicher Rückschlag und Reputationsschaden für Binance sowie für die Krypto-Branche insgesamt", sagt Timo Emden, Krypto-Experte und Chef-Analyst bei CapTrader.

Auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern ist die Plattform bekannt und wird von Privatanlegern genutzt. Deshalb komme erschwerend hinzu, dass Binance nicht über eine Lizenz nach der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) verfüge, sagt Emden.

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MiCa ist die erste einheitliche EU-Verordnung für Krypto-Werte und Krypto-Dienstleister. Sie schreibt vor, dass Unternehmen, die Krypto-Dienstleistungen in der EU anbieten, über eine Lizenz verfügen müssen. Sie schützt Verbraucher: vor Hackerangriffen oder davor, dass Wallets blockiert werden, wenn Plattformen zum Beispiel von der deutschen Finanzaufsicht (Bafin) auf eine schwarze Liste gesetzt werden.

Binance hat diese erforderliche Lizenz nicht erhalten, setzte den Geschäftsbetrieb und das Krypto-Angebot jedoch fort. Die Situation hat zwar zu einem rechtlichen Konflikt geführt, stellt jedoch für deutsche Kunden kein direktes Hindernis dar: Registrierungen und Handelsaktivitäten bleiben für Bestands- und Neukunden möglich. Die Absicherung der Kundenvermögen erfolgt über einen Sicherheitsfonds. Dieser ist allerdings nicht groß genug, um den entstandenen Schaden völlig zu erstatten.

Binance betreibt eine Kryptobörse, bei der Anleger digitale Vermögenswerte wie Bitcoin und Ethereum handeln können.

Die digitalen Coins können entweder im Wallet - einer digitalen Geldbörse - auf der Plattform gespeichert werden. Dann haben Kunden aber im Fall von Hackerangriffen keinen direkten, sondern nur schuldrechtlichen Anspruch darauf. Das heißt, dass sie Entschädigungen für Verluste von Binance einfordern müssen. Kunden können sich ihre Krypto-Assets aber auch in einem externen Offline-Wallet speichern, dann haben nur sie Zugriff darauf.

Binance hat nach eigenen Angaben weltweit 335 Millionen registrierte Nutzer. Das verwahrte Vermögen belief sich 2025 auf 162,8 Milliarden Dollar. Die Handelsplattform betreibt einen eigenen Sicherungsfonds mit einem Volumen von einer Milliarde Dollar in Bitcoin, der bei Hackerangriffen Nutzer entschädigen soll.


Muss man mit weiteren Hackerangriffen bei Kryptos rechnen?

Ersten Ermittlungen zufolge verschafften sich die Angreifer über den gehackten Laptop eines Ingenieurs Zugriff auf die IT-Systeme von Binance. "Der Faktor Mensch bleibt branchenübergreifend eines der größten Sicherheitsrisiken", sagt Krypto-Experte Emden. Hundertprozentige Sicherheit existiere auch im Kryptosektor nicht.

Binance beabsichtigt, eigene Untersuchungen durchzuführen und einen Sicherheitsbericht vorzulegen, der Aufschluss über den Vorfall und den Verbleib der Gelder geben soll.

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Was bedeutet der Angriff für die Börse?

Momentan reagiert der Krypto-Markt noch verhältnismäßig ruhig und stabil. "Obwohl der Bitcoin auf aktuell gut 69.000 US-Dollar nachgegeben hat, sind die Verluste überschaubar und auch ein Kursschock ist ausgeblieben", sagt Emden.

Derzeit seien Transaktionen bei Binance zwar gestoppt. Anleger könnten allerdings nach dem Vertrauensverlust Kapital abziehen, wenn der Handel wieder möglich sei. Dies könnte dann auch Folgen für Kryptokurse haben. Eine größere Auswirkung sieht Emden aber erst dann, wenn Kundengelder trotz anderslautender Ankündigung von Binance doch nicht erstattet werden sollten.

Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 30.10.2026 ab 08:30 Uhr.

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