Ukraine-Krieg: Geflüchtete aus Odessa engagiert sich in Potsdam

Ukrainerin in Deutschland:"Lächeln und die Tränen vergessen"

von Lilly Augustin

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Vier Jahre sind vergangen, seit die Ukraine am 24. Februar 2022 von Russland angegriffen wurde. In einer Potsdamer Kantine finden geflüchtete Ukrainerinnen eine neue Gemeinschaft.

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Wie jeden Freitag steht Angela Rota bereits am Vormittag in der Küche des Kunst- und Kreativhauses Rechenzentrum in Potsdam - schneidet rote Bete, schält Kartoffeln, knetet Teig. Gemeinsam mit ihrer Schwägerin kocht sie ukrainisch, für alle, die in ihrer Mittagspause Lust auf eine warme Mahlzeit haben. Heute auf dem Speiseplan: die ukrainische Rote Bete-Suppe Borschtsch mit Pampuschki, einem Hefegebäck mit Knoblauch.

Die Ukrainerin kocht bereits seit Anfang März 2022 im Rechenzentrum Potsdam Spezialitäten aus ihrer Heimat. Vor vier Jahren ist die 48-Jährige mit ihren Kindern nach Deutschland geflüchtet. Rund 1,3 Millionen Menschen kamen bis Ende 2025 laut Bundesinnenministerium aus der Ukraine nach Deutschland. Was als Übergang gedacht war, ist nach vier Jahren Krieg für viele zur dauerhaften Lebensrealität geworden.

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Heimat Odessa in Trümmern

Bereits in den ersten Wochen des russischen Angriffs war ihre Heimat, ein Vorort der Hafenstadt Odessa, Ziel russischer Luftangriffe. Ihr Haus sei stark beschädigt, Freunde gebe es kaum noch, erzählt Rota: "Diejenigen, die dortgeblieben sind, sind fast alle gestorben."

Erst vor Kurzem, vor etwa zwei Wochen, ist einer unserer Freunde gestorben, im Krieg. Wir haben dort tatsächlich fast niemanden mehr.

Angela Rota, geflüchtete Ukrainerin

Ihre Koffer packten sie schnell, viele Erinnerungsstücke mussten sie zurücklassen. Mit einem Bus floh die Familie Anfang März 2022 nach Deutschland, und hat nun in Potsdam ein neues Zuhause gefunden. Mittlerweile habe sie mehr Freunde und Familie in Deutschland als in der Ukraine.

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Erlös geht an Ukraine-Hilfe

Auch das wöchentliche Kochen in der Kantine half Angela Rota anzukommen. Möglich gemacht hat das Projekt die Leiterin des Rechenzentrums, Anja Engel. "Es ist eines meiner Lieblingsprojekte, die hier über die Jahre entstanden sind, weil es gezeigt hat, was möglich ist an so einem Ort, der so vielfältige Menschen und Fähigkeiten und Ideen versammelt", sagt sie.

Nach Beginn des Krieges stellte Engel die Küche des Rechenzentrums für geflüchtete Ukrainer zur Verfügung. Zusammen mit Angela Rota entstand schnell die Idee, einen Mittagstisch zu etablieren, die sogenannte Kosmoskantine. Das Mittagessen wird auf Spendenbasis verteilt, der Erlös geht an die Ukraine-Hilfe.

Angela Rota

Angela Rota kocht seit März 2022 in Potsdam Spezialitäten aus ihrer Heimat.

Quelle: ZDF

Doch das ist nicht der einzige Grund, weshalb das Projekt ins Leben gerufen wurde. "Mit der Kosmoskantine haben wir über Jahre einen Raum geschaffen, wo die ukrainische Community sich wöchentlich treffen kann."

Es sind mittlerweile viele Netzwerke und Freundschaften entstanden.

Anja Engel, Leiterin Rechenzentrum Potsdam

Eine Geste der Dankbarkeit

Neben ihrem ehrenamtlichen Engagement als Köchin bezieht Rota Bürgergeld, ist Hausfrau. Sollte der Krieg ein Ende finden, würde sie gerne nach Odessa zurückkehren. Ihre Kinder wiederum hätten in Deutschland eine neue Heimat gefunden und sind mit Job und Familie mittlerweile ein fester Teil der Gesellschaft.

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Solange der Krieg in der Ukraine andauert, wird die Kantine auch weiterhin jeden Freitag nach ukrainischen Gerichten duften. Durch das Kochen möchte Angela Rota ihre Dankbarkeit zeigen, und somit etwas an die Potsdamer zurückgeben. "Deutschland hat so viel für uns getan, und das hier ist die kleine Geste, die wir beitragen können: kochen."

Etwas machen, den Alltag hinter sich lassen, neue Leute kennenlernen, miteinander ins Gespräch kommen, lächeln und die Tränen vergessen.

Angela Rota, geflüchtete Ukrainerin

Auch an diesem Freitagmittag ist die Kantine wieder gut gefüllt, und bei Borschtsch und Pampuschki scheint der Krieg für einen kurzen Moment vergessen.

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