Debatte um angeblichen Kanzlertausch:Merz erhält Rückendeckung aus der CDU-Spitze
Anhaltende Kritik an Friedrich Merz heizt Gerüchte um einen angeblichen Kanzlertausch an. Nun stellen sich prominente CDU-Vertreter an seine Seite: Es brauche keine "Showdebatten".
Bundeskanzler Friedrich Merz kann sich über Rückendeckung von CDU-Parteifreund Boris Rhein freuen. (Archivfoto)
Quelle: IMAGO / Future ImageSeit Wochen dauern Personalgerüchte, Unruhen und eine Debatte über die Zukunft des Kanzlers an. Friedrich Merz (CDU) erhält jetzt Rückendeckung aus der eigenen Partei, etwa aus Hessen. Gegenüber dem Spiegel stellt Boris Rhein (CDU) klar:
Unser Land braucht jetzt keine Personaldiskussionen, sondern entschlossenes Handeln und mutige Reformen
Boris Rhein (CDU), Ministerpräsident in Hessen
Angeheizt wurde die Debatte nach der Niederlage der CDU bei der Wahl in Sachsen-Anhalt. Bereits in den Wochen zuvor wurden Gerüchte eines Kanzlertauschs, etwa mit dem Ministerpräsidenten Nordrhein-Westfalens, Hendrik Wüst, laut.
"Die Lage ist insgesamt sehr schwierig", sagt Philipp Amthor, CDU. Nach der Wahlniederlage in Sachsen-Anhalt und offenen Reformfragen steht die CDU unter Druck. Man müsse nun in die Umsetzung kommen.
14.09.2026 | 5:33 minConnemann: "Reformen sind nie leicht"
Neben Rhein stellt sich auch die Vorsitzende der Mittelstandsunion, Gitta Connemann, hinter Merz - und kritisiert die anhaltende Diskussion. "Reformen sind nie leicht", sagte sie dem Magazin. Reformkanzler hätten es "erst recht nicht leicht". Merz kenne die Herausforderungen und halte trotzdem den Kurs. CDU-Vizechefin Silvia Breher äußerte in der "Augsburger Allgemeinen" ebenfalls ihren Unmut über die anhaltende Personaldiskussion.
Wir haben keine Zeit für interne Showdebatten.
Silvia Breher, CDU-Vizechefin
"Die Lage im Land ändert sich nicht dadurch, dass wahllos Köpfe ausgetauscht werden." Die Bundesregierung stehe vor gigantischen Aufgaben und die Menschen erwarteten zu Recht, dass die angekündigten Reformen kommen. "Darauf müssen wir unsere gesamte Kraft konzentrieren, anstatt wertvolle Energie in ermüdenden Personaldiskussionen zu verschwenden."
Die Unzufriedenheit mit Kanzler Merz ist seit seinem Amtsantritt stark gestiegen. Nach Wahlniederlage, schwachen Umfragen und offenen Reformfragen steht die CDU vor der Frage, wie es jetzt weitergeht.
14.09.2026 | 2:41 minNach Kritik nun Rückendeckung aus Mecklenburg-Vorpommern
Erst letzte Woche hatte der stellvertretende Landesparteichef in Schwerin im Vorfeld der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern den Rücktritt von Merz gefordert:
Er muss runter vom Sessel, und da muss ein anderer rauf.
Tino Schomann (CDU), stellvertretender Landesparteichef Mecklenburg-Vorpommern
Jetzt kommt aus dem Landesverband Unterstützung für Merz: "Die Personaldiskussionen lösen keine Probleme", sagte der CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters dem Spiegel. "Wer solche Debatten befeuert, muss sich auch fragen, mit welchem Szenario er eigentlich plant."
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