Eröffnung in Sachsen-Anhalt:Drohnenabwehr: Das soll das neue Forschungszentrum bringen
Drohnen werden immer mehr zum Sicherheitsrisiko. Mit einem neuen "Technologiezentrum Drohnensicherheit" will die Regierung die Abwehr verbessern. Darum geht es - ein Überblick.
"Wir brauchen jetzt schnell viele Systeme", warnt Expertin Ulrike Franke. Doch 42 Luftsicherheitsbehörden und unklare Zuständigkeiten erschweren eine wirksame Drohnenabwehr.
18.08.2026 | 2:02 minDrohnen, die Industrie- oder Militäranlagen ausspionieren, den Verkehrsbetrieb an Flughäfen stören oder lahmlegen oder gar wie in Leipzig für Sprengstoff-Anschläge genutzt werden sollen: Die unbemannten Fluggeräte sind in den vergangenen Jahren immer mehr zum Sicherheitsrisiko geworden.
Die Bundesregierung will nun mit einem "Technologiezentrum Drohnensicherheit", das heute in Sachsen-Anhalt eröffnet wird, auch gezielte Abwehrmöglichkeiten entwickeln.
Wo soll das Abwehrzentrum entstehen?
Genutzt wird der Flughafen Magdeburg-Cochstedt. Dort betreibt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) seit 2021 bereits das Nationale Erprobungszentrum für Unbemannte Luftfahrtsysteme. Neben der Forschung geht es dabei bisher vor allem um Tests für die Zulassung neuer Drohnenmodelle.
Das neue Technologiezentrum Drohnensicherheit soll nun von dem DLR gemeinsam mit dem Bundesinnen- und Bundesforschungsministerium aufgebaut werden und auch die DLR-Niederlassung in Braunschweig in Niedersachsen umfassen.
Nach dem jüngsten Vorfall mit einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig will Bundesinnenminister Dobrindt die deutsche Drohnenabwehr massiv ausbauen.
13.08.2026 | 1:28 minWeshalb sieht die Regierung Handlungsbedarf?
Die Drohnentechnik entwickelt sich rasant. Von KI gesteuerten Drohnen können etwa auch auf Ziele zufliegen, wenn durch Störsender ihr Kontakt zur Leitstelle unterbrochen wird. Auch das Erkennen unterschiedlicher Drohnen-Typen durch Sensoren wird immer mehr zur Herausforderung, was im Ernstfall die Abwehr etwa über das Einfangen mit Netzen, durch Rammen oder gar durch den Abschuss erschwert.
"Das Wettrüsten der Drohnentechnologie erfordert eigene Forschungseinheiten, um Schritt halten zu können", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) nach dem jüngsten Vorfall mit einer Sprengstoff-Drohne in Leipzig. In Cochstedt entstehe dazu jetzt eine "bundesweit einzigartige Einrichtung, in der innovative Technologien für die Drohnensicherheit in Reallaboren erforscht, entwickelt und erprobt werden". Es gehe auch um "die Beschaffung von Drohnentechnik", sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums am Montag.
"Es fehlt noch eine gemeinsame, komplett integrierte Drohnenabwehrstrategie", sagt Andy Grote, SPD, Vorsitzender der Innenministerkonferenz. Er fordert mehr Tempo bei der Entwicklung.
18.08.2026 | 5:45 minDer Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Andy Grote (SPD), betonte im ZDF, nötig sei vor allem "eine klarere, gemeinsam getragene Strategie zur Drohnenabwehr" - eine schnelle Analyse der Lage und der Reaktion darauf. "Was wir brauchen, ist aber eine enge Zusammenarbeit, ein Lagebild, über das alle gemeinsam verfügen, und dann eine sehr, sehr schnelle Klärung."
Warum eignet sich der Airport Magdeburg-Cochstedt als Standort?
Der Airport Magdeburg-Cochstedt ist ein voll ausgestatteter Verkehrsflughafen. Allerdings gibt es dort nur noch begrenzten regulären Flugbetrieb. Damit bietet das Gelände gute Bedingungen für alle möglichen Arten von Tests unbemannter Fluggeräte.
Teil des Geländes ist neben Flughafeneinrichtungen wie Tower, Bürogebäuden oder Hangars auch eine "Modellstadt" aus Containern, um Drohnenflüge im urbanen Raum zu simulieren. In einem Hangar gibt es auch einen "Drohnenkäfig für Indoor-Flugversuche".
Nachrichten | ZDF-Morgenmagazin:Drohnenabwehr: "Eine Herausforderung"
Video4:46Nachrichten | heute journal update:Drohne mit Sprengstoff am Flughafen Leipzig
von S. Moritz-Möller / T. BärschVideo2:45- FAQ
Geteilte Zuständigkeit und offene Fragen:Drohnenabwehr: Wie sicher ist Deutschlands Luftraum?
mit Video2:28 Forderung nach Drohnenvorfall in Leipzig:Bilger gegen Einsatz der Bundeswehr im Inneren
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