81. Jahrestag der Bombardierung:Dresden: Protest gegen rechtsextremen Aufmarsch
Zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg sind etwa 2.000 Rechtsextreme aufmarschiert. Der Gegenprotest war stärker. Zu direkten Konfrontationen kam es nicht.
In Dresden kam es vor einer Demonstration von Rechtsextremisten zu Zwischenfällen mit linksextremen Gruppen. Die rechte Szene instrumentalisierte den 81. Jahrestag der Bombardierung für sich.
14.02.2026 | 0:19 minViele Menschen haben in Dresden gegen den Aufmarsch von Rechtsextremisten zum Jahrestag der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg protestiert. An mehreren Stellen trafen die beiden Lager in Sicht- und Hörweite aufeinander, zu direkten Konfrontationen kam es aber nicht.
Protest gegen rechtsextremen "Trauermarsch"
Dem Aufmarsch der Rechtsextremen mit schätzungsweise 2.000 Teilnehmern stellten sich etwa 3.000 Gegendemonstranten entgegen. Die Polizei nannte keine offiziellen Zahlen.
Bereits am Vormittag begann der Gegenprotest mit drei Demonstrationszügen, die zur zentralen Kundgebung im Stadtzentrum führten. Weitere Versammlungen bildeten sich entlang der Strecke des rechtsextremen "Trauermarschs", der am Nachmittag etwa anderthalb Stunden durch die Innenstadt zog. Die rechte Abschlusskundgebung wurde ebenfalls von lautstarkem Protest begleitet.
Nachdem im Zweiten Weltkrieg die Dresdner Frauenkirche zerstört worden war, erfolgt seit 1994 der Wiederaufbau. Ein Festgottesdienst gedachte nun dem Abschluss dieser Arbeit.
26.10.2025 | 0:23 minPolizei räumt Sitzblockaden
Gegendemonstranten versuchten vorab, die Strecke mit Sitzblockaden zu blockieren. Dort kam es zu Gerangel mit der Polizei. Bei der Räumung der Strecke verwendeten die Beamten laut Polizeiangaben Pfefferspray.
Demonstranten versuchten demnach mehrfach, Sperren zu durchbrechen. Dabei seien Polizisten attackiert und verletzt worden, hieß es. Es wurden mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet - dabei ging es um Landfriedensbruch in drei Fällen und Angriffe auf Polizeibeamte.
Bei den Teilnehmern des rechtsextremen "Trauermarschs" stellte die Polizei in neun Fällen Verstöße gegen das Versammlungsgesetz sowie gegen die von der Stadt erlassene Allgemeinverfügung fest. Unter anderem hatten Teilnehmer Pfefferspray bei sich. In einem weiteren Fall wird wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt.
Heute beginnt der Prozess gegen acht mutmaßliche Mitglieder der Neonazi-Gruppe „Sächsische Separatisten“. Ihnen wird unter anderem die Vorbereitung einer hochverräterischen Straftat vorgeworfen.
23.01.2026 | 1:39 minRechtsextreme instrumentalisieren Bombenangriffe auf Dresden
Dresden war am 13. Februar 1945 und in den Tagen danach bei Angriffen britischer und amerikanischer Bomber völlig zerstört worden. Nach Zahlen einer Historikerkommission kamen bis zu 25.000 Menschen ums Leben.
Die Luftangriffe werden regelmäßig von Rechtsextremen instrumentalisiert, um die Kriegsschuld Deutschlands zu relativieren.
Mehr zu Rechtsextremismus
- Analyse
Glaube auf Social Media:Christfluencer: Mit Kreuz, Bibel und rechter Agenda?
von Felix Wolfmit Video28:47Rechtsextreme Gruppe:"Hammerskins": Bundesverwaltungsgericht kippt Verbot
mit Video1:31Zivilcourage-Preis für Bürgermeisterin:Spremberg: Was seit dem Hilferuf gegen Rechte passiert ist
von Katrin Lindnermit Video1:42