CDU und die Rente: Schulze rechnet mit Zustimmung der Jungen

CDU-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt:Schulze rechnet mit Zustimmung der Jungen zum Rentenpaket

von Andrea Maurer und Dominik Rzepka

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Der Spitzenkandidat der CDU Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, rät den Jungen in in der Unionsfraktion, dem Rentenpaket zuzustimmen. Der Streit müsse beendet werden, sagt er im ZDF.

Sven Schulze (CDU) bei "Berlin direkt"

Der Spitzenkandidat der CDU Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, bei Berlin direkt.

30.11.2025 | 5:20 min

Bisher haben die 18 jungen Abgeordneten der Unionsfraktion keine Zustimmung zum Rentenpaket der eigenen Koalition signalisiert. Der Spitzenkandidat der CDU Sachsen-Anhalt, Sven Schulze, geht aber davon aus, dass das in der kommenden Woche passiere.

Er glaube, dass es eine Lösung gebe, sagt Schulze der ZDF-Sendung "Berlin direkt".

Das war nicht ganz einfach, es wird bestimmt das ein oder andere Gespräch jetzt in den nächsten Tagen noch geben dazu.

Sven Schulze, CDU

Und weiter: "Am Ende rate ich jetzt, dass dieser Streit beendet werden muss, dass man dem jetzt auch zustimmt." Die Junge Gruppe habe "ihre Punkte gemacht", aber jetzt müsse man "nach vorne schauen".

Pressekonferenz mit Lars Klingbeil SPD, Friedrich Merz CDU Bundeskanzler und Markus Soeder CSU MP,

Die Koalitionsspitzen sind sich einig: Keine Änderungen am Rentenpaket. Die Junge Gruppe in der Union hatte dagegen wochenlang rebelliert. Und jetzt?

30.11.2025 | 4:12 min

Merz rechnet mit Zustimmung

Am Donnerstagabend hatten sich die Spitzen von Union und SPD darauf verständigt, keine Änderungen mehr am vom Kabinett beschlossenen Rentenpaket umsetzen zu wollen.

18 junge Abgeordnete von CDU und CSU hatten zuvor angekündigt, dem Paket dann nicht im Bundestag zustimmen zu wollen, die Koalition hätte dann keine Mehrheit. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte aber gesagt, er gehe von einer Zustimmung auch der Jungen aus.

Archiv:  Bundeskanzler Friedrich Merz (l,CDU) unterhält sich mit Jens Spahn, Vorsitzender der Unions-Fraktion im Bundestag, während der Generaldebatte zum Haushalt im Plenum des Bundestags.

Die Führung der Union steht unter Druck.

23.11.2025 | 4:13 min

Wie die Jungen jetzt reagieren

Die aber bleibt weiter ungewiss. Vertreter der Jungen Union etwa erwarten von den eigenen Abgeordneten, hart zu bleiben. Bruno Felgentreu von der Jungen Union Sachsen etwa sagt "Berlin direkt".

Zumindest jetzt erstmal nicht Zustimmung signalisieren. Wir müssen jetzt klar sagen, sorry, so geht es erstmal trotzdem nicht.

Bruno Felgentreu, Junge Union Sachsen

Merz und sein Fraktionschef Jens Spahn sollen auf die jungen Abgeordneten Druck ausgeübt haben. Auch von einem Entzug von Listenplätzen ist die Rede. Den Kritikern wurden weitere Reformen der Rente in der Koalition zugesagt.

Jens Spahn, CDU, Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag

Unionsfraktionschef Spahn zeigt sich zuversichtlich, dass man im Rentenstreit zügig zu einer Lösung kommen werde. Über eine mögliche Vertrauensfrage des Kanzlers sagt er: "Das sehe ich nicht."

23.11.2025 | 4:58 min

Junge Union misstraut SPD

Doch die Chefin der JU Sachsen, Stefanie Franzl, misstraut solchen Zusagen.

Wir haben vor allem das Vertrauen in Bezug auf Reformen gegenüber der SPD nicht, weil das hat man sehr gut bei dem milliardenschweren Sondervermögen gesehen.

Stefanie Franzl, JU Sachsen

Auch da seien nach der Aufnahme neuer Schulden Strukturreformen angedacht und versprochen worden. Nun aber werde sehr viel Geld dazu genutzt, Haushaltslöcher zu stopfen. "Und deswegen fehlt halt jetzt genau das Vertrauen, was dann die Reform der Rente angeht", sagt sie.

Schaltgespräch Slomka Schmiese

Kanzler Merz könnte "Anlass zur Hoffnung" haben, was die Zustimmung der Jungen Union zum Rentenpaket angeht, berichtet ZDF-Korrespondent Wulf Schmiese aus Berlin.

28.11.2025 | 1:19 min

Merz erhöht den Druck auf die Jungen

Für Merz und Spahn ist das ein Problem. Der Kanzler erhöht am Wochenende den Druck auf die Jungen und versucht es mit einem Machtwort. Die Diskussion sei richtig und notwendig gewesen, sagt Merz. Aber:

Es ist eine Diskussion, die wir jetzt allerdings auch abgeschlossen haben und zu der wir eine Entscheidung getroffen haben.

Friedrich Merz, CDU

Am Dienstag ist die Stunde der Wahrheit in der Fraktion. Noch halten sich die 18 jungen Abgeordneten bedeckt. Ihre Stimmen aber werden für die dünne Mehrheit von Schwarz-Rot gebraucht. Es ist eine Frage des Vertrauens, die Friedrich Merz die Mehrheiten für seine Kanzlerschaft sichert - oder ihn scheitern lassen kann.

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