In Grenznähe:Russische Drohne trifft ukrainischen Zug nach Polen
Nahe der polnischen Grenze wurde ein Zug auf der Fahrt von Kiew nach Warschau von einer russischen Drohne getroffen. Die ukrainische Bahn wirft Russland systematische Angriffe vor.
Ein Zug der ukrainischen Bahn, der von Kiew nach Warschau unterwegs war, ist von einer russischen Drohne getroffen worden. (Symbolbild).
Quelle: Imago / Andreas StrohIn der Ukraine ist am Sonntag ein Zug in Richtung Polen in Grenznähe von einer russischen Drohne getroffen worden. Das berichtet der ukrainische Bahnbetreiber auf Facebook. Nach übereinstimmenden Angaben aus Warschau und Kiew wurde bei dem Angriff niemand verletzt. Eine Überwachungsgruppe hätte laut ukrainischem Betreiber das Zugpersonal rechtzeitig gewarnt.
Der polnische Zugbetreiber PKP Intercity hat laut eigenen Angaben auf Facebook den Zug übernommen, der seine ursprünglich geplante Fahrt von Kiew nach Warschau nach der Grenzabfertigung weiterführen soll. An Bord befänden sich demnach 206 Fahrgäste.
Bahnfahren in Kriegszeiten: ZDF-Reporter Henner Hebestreit ist unterwegs mit der ukrainischen Bahn, die immer häufiger Ziel russischer Angriffe wird.
10.09.2026 | 2:41 minBahnbetreiber: Systematischer Angriff auf das Bahnnetz
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beschuldigte Russland, den Zug "absichtlich" angegriffen zu haben. Ukraines Außenminister Andrij Sybiha forderte härtere Konsequenzen für Moskau. Russische Angriffe an der polnisch-ukrainischen Grenze seien nicht einfach eine Fortführung der Attacken auf die ukrainischen Staatsgrenzen, schrieb er auf der Plattform X. "Das ist Putins Terror, der direkt an die Türen der EU und der Nato 'klopft'."
Der ukrainische staatliche Zugbetreiber warf Russland einen systematischen Angriff auf ihr Eisenbahnnetz vor. Wegen landesweiter Angriffe seien das Überwachungszentrum und das gesamte Personal der ukrainischen Bahn "in höchster Alarmbereitschaft", teilte der Betreiber in seinen Onlinediensten mit. Sie warnte vor möglichen Evakuierungen und Verspätungen von Zügen sowie Umleitungen in der zentralukrainischen Region Dnipro.
Polen ruft Krisenstab zusammen
Auch aus Polen kamen deutliche Worte. "Putin eskaliert", schrieb Außenminister Radoslaw Sikorski auf X. Regierungschef Donald Tusk rief für den Nachmittag einen Krisenstab zusammen.
Nach Angaben von Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz schlug im Westen der Ukraine außerdem eine Drohne einen Kilometer von Polens Grenze entfernt ein, eine weitere mit einem Abstand von fünf Kilometern. Polnische Kampfjets vom Typ F-16 sowie ein Aufklärungsflugzeug hätten die Situation kontrolliert. Der Luftraum über Polen wurde demnach nicht verletzt.
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