"Teil des Handbuchs der Diktatur":USA üben Kritik an Wirtschaftsreformen auf Kuba
Die USA haben das vom karibischen Inselstaat Kuba beschlossene Reformpaket als wenig erfolgversprechend kritisiert. Experten sprechen von einem "Wandel", bleiben aber skeptisch.
Die Spannungen zwischen den USA und dem Karibikstaat nehmen zu. Immer wieder droht US-Präsident Trump mit einer militärischen Invasion. Kubas Wirtschaft liegt derweil am Boden.
03.06.2026 | 6:22 minNach dem Beschluss von umfassenden Wirtschaftsreformen auf Kuba hat das US-Außenministerium deutliche Kritik an den Maßnahmen geübt.
Das am Vortag vom Parlament in Havanna beschlossene Reformpaket sei "bescheiden, längst überfällig und letztlich ein oberflächliches Rauchzeichen" der kubanischen Führung, erklärte ein Sprecher des US-Außenministeriums der Nachrichtenagentur AFP am Freitag (Ortszeit). Washington betrachte die Reformen lediglich als "Teil des Handbuchs der Diktatur".
Die USA haben neue Sanktionen unter anderem gegen Kubas Präsidenten Díaz-Canel verhängt. Die Wirtschaft vor Ort ist schwer angeschlagen. Verschiedene Hotelketten ziehen sich aus dem Land zurück.
05.06.2026 | 0:26 minGrößtes Maßnahmenpaket seit der Revolution von 1959
Das Parlament des kommunistisch regierten karibischen Inselstaats hatte am Donnerstag einstimmig dem größten Maßnahmenpaket seit der Revolution von 1959 zugestimmt. Das von der regierenden Kommunistischen Partei vorgestellte Programm marktwirtschaftlicher Reformen umfasst 176 Punkte.
Demnach sollen künftig etwa private Großunternehmen und ausländische Investitionen im Privatsektor zugelassen werden. Experten sprachen von einem "radikalen Wandel", zeigten sich aber skeptisch hinsichtlich der Umsetzung. Das US-Außenministerium kritisierte das Reformpaket jedoch als wenig erfolgversprechend:
Man kündigt eine Reihe vermeintlicher Reformen an, um den Wunsch nach Veränderung zu suggerieren, und macht dann alle Änderungen schnell wieder rückgängig, sobald die vollständige Kontrolle des Regimes auch nur im Geringsten bedroht ist.
US-Außenministerium
US-Präsident Donald Trump werde "weiterhin Druck ausüben, um wesentlich tiefgreifendere wirtschaftliche und politische Reformen voranzutreiben".
Kuba hat die internationale Gemeinschaft dringend um Hilfe gebeten. Durch die Treibstoffblockade der USA drohe eine humanitäre Katastrophe, so der Außenminister vor dem UN-Sicherheitsrat.
27.05.2026 | 0:18 minKuba steckt in schwerer Wirtschaftskrise
Kuba steckt nicht zuletzt wegen der US-Sanktionen in seiner schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Der Karibikstaat leidet unter Stromausfällen und Treibstoffmangel. Die US-Armee hatte im Januar dann den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gefangen genommen und in die USA gebracht.
Anschließend sorgte Washington dafür, dass Venezuela als der bis dahin wichtigste Öllieferant Kubas seine Lieferungen an den Karibikstaat einstellte. Dies verschärfte die Lage in dem Land nochmals drastisch.
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