USA verhängen Sanktionen gegen Kubas Staatschef

Spannungen mit Karibikinsel:USA verhängen Sanktionen gegen Kubas Staatschef

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Die USA haben am Donnerstag nach Angaben des US-Finanzministeriums Sanktionen gegen den kubanischen Präsidenten Miguel Díaz-Canel sowie weitere Personen und Einrichtungen verhängt.

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel bei einer Kundgebung.

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel soll mit US-Sanktionen belegt werden.

Quelle: AFP

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf die sozialistische Regierung Kubas weiter. So erließen die USA am Donnerstag Wirtschaftssanktionen gegen den kubanischen Präsidenten Miguel Díaz-Canel, mehrere Mitglieder der Familie von Ex-Präsident Raúl Castro und verschiedene Behörden.

Die neuen Strafmaßnahmen wurden inmitten seit Monaten anhaltender Spannungen zwischen Washington und Havanna verhängt. Trump hatte zuletzt immer wieder eine mögliche "Übernahme" des wirtschaftlich schwer angeschlagenen Karibikstaats ins Spiel gebracht. Mit einer Reihe neuer Sanktionen und einer Ölblockade will er einen wirtschaftlichen und politischen Wandel erzwingen.

Zwei Kinder sitzen mit Wasserkanistern in einer Schubkarre, die ein Mann schiebt.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Karibikstaat nehmen zu. Immer wieder droht US-Präsident Trump mit einer militärischen Invasion. Kubas Wirtschaft liegt derweil am Boden.

03.06.2026 | 6:22 min

Weitere Personen mit Sanktionen belegt

Laut US-Finanzministerium wurde der 66-jährige Díaz-Canel auf eine Sanktionsliste gesetzt, wodurch etwa Vermögenswerte eingefroren werden können und von US-Seite keine Geschäftsbeziehungen mehr bestehen dürfen. Auch seine Ehefrau Lis Cuesta Peraza sowie sein Stiefsohn Manuel Anido Cuesta wurden mit Sanktionen belegt.

Von den Maßnahmen betroffen sind ebenfalls ein Sohn, Alejandro Castro, und ein Enkel des 95-jährigen Ex-Präsidenten Raúl Castro, Raúl Alejandro Castro. Der Ex-Präsident ist eine mächtige Figur hinter den Kulissen des sozialistischen Karibikstaats.

Der ehemalige kubanische Präsident Raul Castro betrachtet die kubanische Flagge während seiner Rede auf der Veranstaltung zum 65. Jahrestag des Sieges der Revolution.

Kuba weist die Mordanklage der USA gegen den kubanischen Ex-Präsidenten Raúl Castro zurück. Sie sei ein Vorwand, um weiter gegen Kuba vorgehen zu können, heißt es aus Havanna.

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Angespanntes Verhältnis zwischen Washington und Havanna

Zusätzlich wurden das Verteidigungsministerium, die Komitees zur Verteidigung der Revolution (CDR) sowie andere Organisationen sanktioniert. Laut Regierungskritikern fungieren die CDR, die nahezu in jedem Wohnviertel existieren, als ein Instrument zur Überwachung Andersdenkender.

"Seit Jahrzehnten ist Kuba die Welthauptstadt des radikalen linken Terrorismus", schrieb US-Außenminister Marco Rubio auf der Plattform X. Man nehme nun das Netzwerk ins Visier, das Kubas subversive Operationen auch in anderen Ländern ermöglicht und finanziert habe. Die USA würden "radikale marxistische Regime" nicht länger in ihrer Hemisphäre tolerieren.

X-Beitrag von US-Außenminister Marco Rubio

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Seit Jahrzehnten sind die Beziehungen zwischen den USA und Kuba angespannt. Unter Trump nahmen die Spannungen zuletzt nochmals zu.

Menschen gehen während eines Stromausfalls in Havanna, Kuba, eine Straße entlang – 25. Mai 2026.

Kuba hat die internationale Gemeinschaft dringend um Hilfe gebeten. Durch die Treibstoffblockade der USA drohe eine humanitäre Katastrophe, so der Außenminister vor dem UN-Sicherheitsrat.

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Kuba weist die Maßnahme zurück

Kubas Außenminister Bruno Rodríguez kritisierte die Sanktionen. "Dies ist das jüngste Beispiel für die interventionistische Strategie der USA, Kuba als Bedrohung für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten darzustellen", schrieb er auf X. Jegliche Bedrohung der kubanischen Souveränität werde vom kubanischen Volk mit größerer Einheit und Entschlossenheit beantwortet.

Der kubanische Präsident Díaz-Canel führt seit 2018 die Regierungsgeschäfte in Havanna. Während seiner Amtszeit geriet Kuba in eine der schwersten Wirtschaftskrisen seit dem Sieg der Revolution 1959 mit dauernden Stromausfällen und massiven Versorgungsproblemen. Angesichts der jüngsten Drohungen aus Washington gab sich Díaz-Canel aber kämpferisch.

Meine Herren Imperialisten: Wir haben absolut keine Angst vor Ihnen.

Miguel Díaz-Canel, Präsident von Kuba

ein Ausschnitt von einem blauen Wohnhaus mit Balkonen. Auf zwei Balkonenen steht jeweils eine Frau. Vor dem Balkon der einen Frau sind improvisierte Solar Panels angebracht.

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Der 2016 gestorbene Fidel Castro und sein Bruder Raúl waren die Anführer der Revolution, die die Regierung des Diktators Fulgencio Batista stürzte und ein sozialistisches Staatsmodell in Kuba etablierte. Zuletzt hatte die US-Regierung eine Klage gegen Raúl Castro veröffentlicht. Ihm wird eine Verwicklung in den Abschuss von zwei Flugzeugen einer exilkubanischen Organisation durch Kubas Luftwaffe im Jahr 1996 vorgeworfen, bei dem vier Menschen ums Leben kamen.

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Quelle: dpa, Reuters
Über dieses Thema berichtete das ZDF im auslandsjournal am 03.06.2026 ab 22:15 Uhr.

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