USA klagen Kubas Ex-Präsidenten Raúl Castro wegen Mordes an

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Details noch nicht bekannt:USA klagen Kubas Ex-Präsidenten Raúl Castro wegen Mordes an

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Die USA klagen Kubas Ex-Präsidenten Raúl Castro an. Das US-Justizministerium macht ihn für den Abschuss von zwei Zivilflugzeugen vor 30 Jahren verantwortlich. Es gab vier Tote.

Raul Castro

Kubas Ex-Präsident Raul Castro.

Quelle: AFP

Die USA haben den früheren kubanischen Präsidenten Raúl Castro wegen Mordes angeklagt und damit den Druck auf die kommunistische Regierung in Havanna erhöht. Das ging an diesem Mittwoch aus Gerichtsunterlagen hervor. Der 94-jährige Castro war Anfang Mai zuletzt öffentlich aufgetreten. Es gibt keine Hinweise darauf, dass er das Land verlassen hat oder von der Regierung ausgeliefert werden könnte.

US-Präsident Donald Trump strebt einen Regimewechsel in dem Karibikstaat an. Eine Stellungnahme der kubanischen Regierung zu der Anklage lag zunächst nicht vor.

Vorfall vor 30 Jahren könnte im Fokus der Anklage stehen

Die Details der Anklage waren zunächst nicht bekannt. Die Vorwürfe dürften einem Vertreter des US-Justizministeriums zufolge jedoch auf einen Vorfall aus dem Jahr 1996 zurückgehen.

Eine kubanische und eine US-amerikanische Flagge hängen nebeneinander an einem Balkon.

CIA-Chef Ratcliffe hat sich in Kuba überraschend mit hochrangigen Vertretern getroffen. Die USA seien zu besseren Beziehungen bereit, wenn Kuba grundlegende Veränderungen umsetze, hieß es.

15.05.2026 | 0:24 min

Damals schossen kubanische Kampfjets zwei Flugzeuge der in Miami ansässigen Exil-Organisation "Brothers to the Rescue" ab. Dabei wurden alle vier Insassen getötet. Castro war zu dieser Zeit Verteidigungsminister. Die kubanische Regierung hatte den Abschuss stets als legitime Reaktion auf das Eindringen in ihren Luftraum verteidigt. Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation kam später zu dem Schluss, dass sich der Abschuss über internationalen Gewässern ereignete.

Trump: Kuba ein "Schurkenstaat"

Trump bezeichnete Kuba am Mittwoch als "Schurkenstaat, der feindliches ausländisches Militär beherbergt". Die Maßnahmen seiner Regierung zielten darauf ab, den US-Einfluss auf dem amerikanischen Kontinent auszuweiten, erklärte er.

Eine kubanische und eine US-amerikanische Flagge hängen nebeneinander an einem Balkon.

Das Leben auf Kuba steht weitgehend still. Tagelange Stromausfälle, Treibstoffmangel, Nahrungsmittelknappheit. Die USA unter Trump erhöhen den Druck weiter. Eine Nation am Limit.

27.03.2026 | 6:08 min

US-Außenminister Marco Rubio stellte Kuba unterdessen Hilfen in Höhe von 100 Millionen Dollar in Aussicht und machte die Führung in Havanna für den Mangel an Strom, Lebensmitteln und Treibstoff verantwortlich.

Kubas Außenminister Bruno Rodriguez nannte Rubio daraufhin ein "Sprachrohr korrupter und rachsüchtiger Interessen". Er schloss die Annahme der Hilfen nicht aus, verwies aber zugleich auf den Zynismus des Angebots angesichts der US-Wirtschaftsblockade.

Eine Frau läuft auf der Straße von Kuba durch den Müll

Stromausfälle, Benzinmangel und leere Apotheken belasten Kubas Gesundheitssystem. Durch die US-Sanktionen wird die medizinische Versorgung für Patienten und Ärzte zum Kampf.

06.05.2026 | 7:15 min

US-Vorgehen erinnert an Anklage gegen Venezuelas Präsident

Das Vorgehen gegen Castro erinnert an die Anklage gegen den früheren venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro wegen Drogenhandels. Die US-Regierung hatte dies als Rechtfertigung für einen Militäreinsatz in Caracas im Januar herangezogen, bei dem Maduro gefangen genommen und nach New York gebracht wurde.

Trump hatte im März gedroht, dass Kuba nach Venezuela "als Nächstes an der Reihe" sei. Der kubanische Präsident Miguel Diaz-Canel warnte am Montag, dass ein US-Militäreinsatz gegen sein Land zu einem "Blutbad" führen würde.

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Quelle: Reuters, AFP
Über das Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "CIA-Chef zu Gesprächen in Kuba" am 15.05.2026 um 07:00 Uhr.
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