Kuba kündigt 176-Punkte-Plan zur Wirtschaftsöffnung an

Spannungen mit den USA:Kuba kündigt Plan zur Wirtschaftsöffnung an

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Kuba legt einen 176-Punkte-Plan zur wirtschaftlichen Öffnung vor. Die Regierung spricht von "Veränderungen", nicht von Reformen, und beteuert: Der Sozialismus bleibt erhalten.

Eine Frau kauft auf einem Obst- und Gemüsemarkt in der kubanischen Hauptstadt Havanna ein.

Die USA haben neue Sanktionen unter anderem gegen Kubas Präsidenten Díaz-Canel verhängt. Die Wirtschaft vor Ort ist schwer angeschlagen. Verschiedene Hotelketten ziehen sich aus dem Land zurück.

05.06.2026 | 0:26 min

Vor dem Hintergrund der Spannungen mit den USA hat Kubas sozialistische Regierung der Nationalversammlung einen umfangreichen Plan zur Öffnung der staatlich gelenkten Wirtschaft vorgelegt. Die 176 Punkte zielen darauf ab, Regulierungen abzubauen und marktwirtschaftliche Mechanismen einzuführen.

USA hatten Sanktionen gegen Kuba zuletzt verschärft

Die Maßnahmen "bedeuten keinen Verzicht auf den Aufbau des Sozialismus, sondern sind eine Voraussetzung für dessen Erhalt", sagte Ministerpräsident Manuel Marrero Cruz bei der Vorstellung des Plans in einer Sondersitzung der Nationalversammlung. Unklar blieb zunächst, ob die zur Diskussion im Parlament vorgelegten Maßnahmen den Forderungen Washingtons nach einer wirtschaftlichen Öffnung entsprechen würden.

Das kommunistisch regierte Kuba steckt seit Jahren in einer schweren Wirtschafts- und Energiekrise, die sich aufgrund einer Reihe von Sanktionen der US-Regierung zuletzt deutlich verschärft hat. Mit einem Ölembargo und weiteren Druckmaßnahmen versucht Washington, eine wirtschaftliche und politische Öffnung des Karibikstaats im Sinne der US-Interessen zu erzwingen.

Zwei Kinder sitzen mit Wasserkanistern in einer Schubkarre, die ein Mann schiebt.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Karibikstaat nehmen zu. Immer wieder droht US-Präsident Trump mit einer militärischen Invasion. Kubas Wirtschaft liegt derweil am Boden.

03.06.2026 | 6:22 min

Auch Fast-Food-Ketten sind willkommen

Die Vorhaben sollen die Insel für ausländische und kubanische Privatinvestitionen öffnen. Investitionen sollen unter anderem im Immobiliensektor, im Bankwesen, bei Tankstellen sowie im Gastronomiebereich erleichtert werden. Sie sind auch für internationale Fast-Food-Ketten vorgesehen.

Im Tourismussektor, der von einer Reihe von US-Sanktionen schwer getroffen wurde, plant die kommunistische Regierung, neue Geschäftsmöglichkeiten zu schaffen. Dazu zählt etwa, zusätzliche Investitionen in Regionen zuzulassen, in denen diese bislang stark eingeschränkt waren, etwa in der Altstadt von Havanna oder auf der Inselkette Los Cayos.

Menschen gehen während eines Stromausfalls in Havanna, Kuba, eine Straße entlang – 25. Mai 2026.

Kuba hat die internationale Gemeinschaft dringend um Hilfe gebeten. Durch die Treibstoffblockade der USA drohe eine humanitäre Katastrophe, so der Außenminister vor dem UN-Sicherheitsrat.

27.05.2026 | 0:18 min

Prinzipien der Revolution sollen bleiben

Der Privatsektor soll Wohnungen kaufen und verkaufen dürfen. Künftig soll es zudem möglich sein, dass kubanische oder ausländische Investoren Aktien staatlicher Unternehmen kaufen. Um welche Unternehmen es dabei geht, wurde zunächst nicht bekanntgegeben.

Marrero Cruz sprach nicht von Wirtschaftsreformen, sondern von "wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen" von strategischer Bedeutung. Das Wirtschaftsmodell wird demnach umgewandelt, ohne dabei die Prinzipien der Revolution von 1959 unter Revolutionsführer Fidel Castro aufzugeben.

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Quelle: dpa
Über die Sanktionen der USA gegen Kuba berichtete das ZDF zuletzt unter anderem bei ZDFheute Xpress am 05.06.2026 um 12:39 Uhr sowie im Auslandsjournal am 03.06.2026 ab 22:15 Uhr.

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