"Washington Post"-Herausgeber Will Lewis tritt zurück

Nach Entlassungswelle bei US-Zeitung:"Washington Post": Herausgeber Will Lewis tritt zurück

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Der Verleger und Vorstandschef der "Washington Post", Will Lewis, verlässt die US-Zeitung. Sein Rücktritt folgt auf eine Entlassungswelle.

04.02.2026, USA, Washington: Eine rote Ampel leuchtet vor dem Gebäude One Franklin Square, Sitz der Zeitung «Washington Post» in der Innenstadt.

Nach der angekündigten Entlassungswelle verlässt Herausgeber Will Lewis die Washington Post. Die Redaktion fordert ein Ende des Sparkurses und warnt vor weiterem Qualitätsverlust.

08.02.2026 | 2:48 min

Der Herausgeber und Geschäftsführer der "Washington Post", Will Lewis, hat seinen Rücktritt erklärt. Der Finanzvorstand Jeff D'Onofrio wurde zum kommissarischen Herausgeber und Chef ernannt.

Rücktritt von Will Lewis folgt auf Entlassungswelle bei der "Washington Post"

Erst kürzlich hatte die angeschlagene US-Zeitung angekündigt, ein Drittel ihrer Belegschaft zu entlassen. In einer E-Mail an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schrieb Lewis, dass "schwierige Entscheidungen getroffen worden seien, um die nachhaltige Zukunft der Washington Post zu sichern".

Weder Lewis noch der milliardenschwere Eigentümer der "Washington Post", Jeff Bezos, hatten diese Woche an einer Mitarbeiterversammlung teilgenommen, bei der die Entlassungen verkündet wurden.

Unter anderem sollen die renommierte Sportredaktion aufgelöst, die Auslands- und Lokalberichterstattung stark zusammengestrichen und Fotojournalisten entlassen werden.

Die Außenfassade des Gebäudes der Washington Post

Die "Washington Post" hat rund 30 Prozent ihrer Mitarbeiter entlassen. Beobachter vermuten, dass Jeff Bezos – der Trump nahesteht – die Zeitung strenger kontrollieren will.

05.02.2026 | 0:23 min

Gewerkschaft der "Post"-Mitarbeiter: Rücktritt längst überfällig

In einer Stellungnahme der "Washington Post" zum Herausgeberwechsel betonte Bezos, die Zeitung habe eine zentrale journalistische Aufgabe. Daten zeigten dem Unternehmen, worauf es sich konzentrieren solle, erklärte er.

Die Gewerkschaft der "Post"-Mitarbeiter bezeichnete den Rücktritt von Lewis als notwendig. "Der Rücktritt von Will Lewis ist längst überfällig", erklärte die Washington Post Guild.

Sein Vermächtnis wird der Versuch sein, eine große amerikanische journalistische Institution zu ruinieren.

Gewerkschaft der "Post"-Mitarbeiter

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20.08.2025 | 12:19 min

Washington Post wirtschaftlich unter Druck - auch Bezos-Linie spielt eine Rolle

Der in Großbritannien geborene Lewis war Verleger des "Wall Street Journal", bevor er im Januar 2024 die Leitung der "Washington Post" übernahm. Seine Zeit bei dem traditionsreichen Blatt war laut Beobachtern von Beginn an holprig verlaufen und von Entlassungen und einem gescheiterten Umstrukturierungsplan geprägt, der im Juni 2024 zum Rücktritt der damaligen Chefredakteurin Sally Buzbee führte.

Will Lewis, der Herausgeber der "Washington Post", im November 2023.
Quelle: AP

Die "Washington Post" hat zudem Zehntausende Abonnenten verloren. Hintergrund ist etwa die Anordnung von Eigentümer Bezos, in der Spätphase des Präsidentschaftswahlkampfs in den USA 2024 eine erwartete Wahlempfehlung für die Demokratin Kamala Harris zurückzuziehen. Zudem lenkte er die liberalen Meinungsseiten in eine konservativere Richtung.

Beim Kauf der "Washington Post" vor rund 13 Jahren hatte Bezos noch zugesagt, sich nicht in redaktionelle Entscheidungen einzumischen.

Quelle: AP, Reuters, dpa
Über dieses Thema berichteten mehrere Sendungen, etwa das heute journal am 08.02.2026 ab 21:45 Uhr und das gemeinsame Morgenmagazin von ARD und ZDF am 06.02.2026 ab 05:30 Uhr.

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