Nach Entlassungswelle bei US-Zeitung:"Washington Post": Herausgeber Will Lewis tritt zurück
Der Verleger und Vorstandschef der "Washington Post", Will Lewis, verlässt die US-Zeitung. Sein Rücktritt folgt auf eine Entlassungswelle.
Vor der Zentrale der "Washington Post" haben Hunderte gegen die Kündigungswelle demonstriert. Die Kritik richtet sich gegen Eigentümer Jeff Bezos.
06.02.2026 | 0:22 minDer Herausgeber und Geschäftsführer der "Washington Post", Will Lewis, hat seinen Rücktritt erklärt. Der Finanzvorstand Jeff D'Onofrio wurde zum kommissarischen Herausgeber und Chef ernannt.
Rücktritt von Will Lewis folgt auf Entlassungswelle bei der "Washington Post"
Erst kürzlich hatte die angeschlagene US-Zeitung angekündigt, ein Drittel ihrer Belegschaft zu entlassen. In einer E-Mail an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schrieb Lewis, dass "schwierige Entscheidungen getroffen worden seien, um die nachhaltige Zukunft der Washington Post zu sichern".
Weder Lewis noch der milliardenschwere Eigentümer der "Washington Post", Jeff Bezos, hatten diese Woche an einer Mitarbeiterversammlung teilgenommen, bei der die Entlassungen verkündet wurden.
Unter anderem sollen die renommierte Sportredaktion aufgelöst, die Auslands- und Lokalberichterstattung stark zusammengestrichen und Fotojournalisten entlassen werden.
In einer Stellungnahme der "Washington Post" zum Herausgeberwechsel betonte Bezos, die Zeitung habe eine zentrale journalistische Aufgabe. Daten zeigten dem Unternehmen, worauf es sich konzentrieren solle, erklärte er.
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Der in Großbritannien geborene Lewis war Verleger des "Wall Street Journal", bevor er im Januar 2024 die Leitung der "Washington Post" übernahm. Seine Zeit bei dem traditionsreichen Blatt war laut Beobachtern von Beginn an holprig verlaufen und von Entlassungen und einem gescheiterten Umstrukturierungsplan geprägt, der im Juni 2024 zum Rücktritt der damaligen Chefredakteurin Sally Buzbee führte.
Die "Washington Post" hat zudem Zehntausende Abonnenten verloren. Hintergrund ist etwa die Anordnung von Eigentümer Bezos, in der Spätphase des Präsidentschaftswahlkampfs in den USA 2024 eine erwartete Wahlempfehlung für die Demokratin Kamala Harris zurückzuziehen. Zudem lenkte er die liberalen Meinungsseiten in eine konservativere Richtung.
Beim Kauf der "Washington Post" vor rund 13 Jahren hatte Bezos noch zugesagt, sich nicht in redaktionelle Entscheidungen einzumischen.
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