Jeff Bezos' "Washington Post" entlässt Hunderte Mitarbeiter

US-Hauptstadtzeitung:"Washington Post" entlässt Hunderte Mitarbeiter

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Die "Washington Post" entlässt rund ein Drittel ihrer Mitarbeiter. Eine Journalistin sei "mitten im Kriegsgebiet" entlassen worden. Die Zeitung von Jeff Bezos kämpft mit Verlusten.

Die Außenfassade des Gebäudes der Washington Post

Die „Washington Post“ hat Medienberichten zufolge rund 30 Prozent ihrer Mitarbeiter entlassen. Beobachter vermuten, dass Jeff Bezos – der Trump nahesteht – die Zeitung strenger kontrollieren will.

05.02.2026 | 0:23 min

Kahlschlag bei der "Washington Post": Die seit Jahren kriselnde Tageszeitung aus der US-Hauptstadt hat am Mittwoch den Abbau zahlreicher Journalisten-Stellen angekündigt. US-Medien zufolge muss rund ein Drittel der Belegschaft gehen. Gewerkschafter fürchten um die Glaubwürdigkeit der Zeitung, die Jeff Bezos, der Gründer von Amazon, 2013 übernommen hatte.

Symbolbild: Ein Mann verlässt am 4. 2. 2026 das Bürogebäude der Washington Post in Washington, D.C.

Die traditionsreiche "Washington Post" kämpft mit sinkenden Einnahmen. Nun müssen Hunderte Mitarbeiter gehen.

Quelle: AFP

Der geschäftsführende Chefredakteur Matt Murray sprach in einer Mitteilung an die insgesamt rund 800 Journalisten von einer "schmerzhaften" Umstrukturierung der "Washington Post". Sie ermögliche es, die Zukunft der Zeitung zu sichern. Die genaue Zahl der betroffenen Stellen nannte Murray nicht.

Gewerkschaft: Glaubwürdigkeit der "Washington Post" in Gefahr

Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP müssen die meisten Auslandskorrespondenten der Zeitung gehen. Unter anderem die Berichterstattung über den Nahen Osten werde drastisch eingeschränkt, sagte ein Korrespondent, der nicht namentlich genannt werden wollte. Auch die Lokalnachrichten, die Sportseiten sowie die Buchbeilage seien massiv betroffen, wie aus der Redaktion verlautete.

Die hauseigene Gewerkschaft erklärte:

Eine Redaktion kann nicht ausgehöhlt werden, ohne dass dies Konsequenzen für ihre Glaubwürdigkeit, ihre Reichweite und ihre Zukunft hat.

Gewerkschaft Washington Post Guild

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Journalistin: "Mitten in einem Kriegsgebiet entlassen"

Betroffen ist unter anderem die Lizzie Johnson, die für die Zeitung aus der Ukraine berichtet. "Ich wurde gerade von der 'Washington Post' mitten in einem Kriegsgebiet entlassen", schrieb sie im Onlinedienst X.

Ich bin am Boden zerstört.

Lizzie Johnson, Journalistin

Zu den Gefeuerten zählt auch Caroline O'Donovan, die über Bezos' Amazon-Konzern berichtet. Sie schrieb auf X:

Ich bin raus, zusammen mit vielen der Besten im Business. Schrecklich.

Caroline O'Donovan, Journalistin

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Sinkende Abo-Zahlen seit Bezos' Nähe zu Trump

Die Tageszeitung, die den Watergate-Skandal aufdeckte und deren Reporter zahlreiche Pulitzer-Preise erhielten, schreibt laut Medienberichten seit Jahren rote Zahlen. Ein Grund sind Abo-Kündigungen im Zusammenhang mit Bezos' Zuwendung zu US-Präsident Donald Trump.

Nach Trumps erstem Amtsantritt 2017 gab sich die "Washington Post" das Motto "Demokratie stirbt in der Dunkelheit" (Democracy Dies in Darkness).

Unter Bezos hatte die "Washington Post" bereits im Präsidentschaftswahlkampf 2024 entgegen ihrer Tradition darauf verzichtet, die demokratische Bewerberin Kamala Harris mit einem Leitartikel zu unterstützen. Im Jahr 2024 sorgte zudem eine erste Umstrukturierung der Redaktion für Unruhe. Viele Journalisten wechselten daraufhin zu anderen Medien.

Quelle: AFP
Über dieses Thema berichtete heute Xpress am 05.02.2026 ab 08:30 Uhr.

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