Maduro für Dialog mit USA:Trump droht Venezuela mit Kampfjet-Abschuss
Die Spannungen zwischen den USA und Venezuela nehmen zu. Nun warnt Trump: Falls Jets US-Schiffe in Bedrängnis brächten, "werden sie abgeschossen".
Kampfjets der venezolanischen Luftwaffe überfliegen eine Militärparade (Aufnahme vom 5. Juli 2022)
Quelle: afpSäbelrasseln zwischen den USA und Venezuela: US-Präsident Donald Trump hat dem südamerikanischen Land in Washington mit dem Abschuss venezolanischer Militärflugzeuge gedroht, die in der Nähe eines US-Schiffs gesichtet worden waren.
Die USA entsandten ihrerseits zehn Kampfjets in das Außengebiet Puerto Rico, nachdem der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro mit einer Invasion gedroht hatte. In der Region sind bereits acht US-Marineschiffe stationiert. Maduro rief zum Dialog mit den USA auf.
USA: "Drogenboot aus Venezuela" abgeschossen
Trump sagte am Freitag (Ortszeit) vor Reportern im Weißen Haus, falls die venezolanischen Militärflugzeuge das US-Schiff in Bedrängnis brächten, "werden sie abgeschossen". US-Streitkräfte hatten nach Angaben Trumps vom Dienstag ein aus Venezuela kommendes Schiff mit Rauschgift an Bord beschossen und elf Besatzungsmitglieder getötet. Maduros Regierung verurteilte dies als "außergerichtliche Hinrichtungen".
Zudem entsendet die Trump-Regierung zehn Kampfflugzeuge vom Typ F-35 nach Puerto Rico, wie die Nachrichtenagenturen AFP und Reuters übereinstimmend berichten. Die Gouverneurin von Puerto Rico, Jenniffer González-Colón, hatte Trump bereits im Januar um Hilfe gebeten, nachdem Maduro mit einer Einnahme der Insel gedroht hatte. Sie schrieb in einem auf X veröffentlichten Brief, Trump solle ein klares Signal an "mörderische Diktatoren" wie Maduro senden.
Puerto Rico ist ein Außengebiet der USA, hat aber nicht den Status eines Bundesstaats. Die Karibikinsel mit gut drei Millionen Bewohnern liegt hunderte Kilometer vor der Küste Venezuelas.
Trumps angeblicher Kampf gegen Drogenhändler
Trump hat Drogenhändlern aus Lateinamerika den Kampf angesagt. Seine Regierung wirft insbesondere Maduro vor, Drogenbanden zu kontrollieren und das Land in einen Narco-Staat verwandelt zu haben. Die USA hatten die in Venezuela gegründete Gruppe "Tren de Aragua" und andere nach Trumps Amtsantritt im Januar als "Terrororganisationen" eingestuft.
Der linksgerichtete Maduro sieht in den militärischen Drohgebärden der USA "die größte Bedrohung" für Lateinamerika seit hundert Jahren. Er hat rund 340.000 Soldaten mobilisiert sowie Millionen von Reservisten. Maduro betonte:
Wenn Venezuela angegriffen würde, würde es sofort in einen bewaffneten Kampf eintreten.
Nicolás Maduro, Präsident Venezuelas
Maduro ruft zum Dialog mit den USA auf
Am Freitag rief er zum Dialog auf. "Keine unserer aktuellen oder früheren Differenzen" dürfe zu einem "militärischen Konflikt" führen, sagte er in einer vom venezolanischen Radio und Fernsehen ausgestrahlten Botschaft. "Venezuela war immer bereit zu Gesprächen und zum Dialog, aber wir verlangen Respekt."
Die USA erkennen die venezolanische Präsidentschaftswahl von 2024 nicht an, nach der sich Maduro zum Sieger erklärt hatte. Die Opposition spricht von Wahlbetrug, ihr Kandidat González Urrutia beanspruchte den Sieg für sich. In der Folge kam es in Venezuela zu gewaltsamen Protesten mit 28 Toten und mehr als 2.400 Festnahmen. González Urrutia ging ins Exil nach Spanien.
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