Sanktionen: US-Regierung verhängt neue Strafmaßnahmen gegen Kuba

Vorwürfe nach Castro-Veranstaltung:US-Regierung verhängt neue Sanktionen gegen Kuba

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Die USA verschärfen ihren Kurs gegen Kuba. Neue Sanktionen richten sich gegen Staatsunternehmen und gegen eine Organisation, der Washington Einflussnahme auf US-Bürger vorwirft.

Ein Fahrzeug fährt durch eine Straße in Havanna, Kuba

Seit Jahrzehnten belegen die USA Kuba mit Handelsbeschränkungen, die bis heute die Wirtschaft dort erheblich belasten.

Quelle: epa

Die USA haben neue Sanktionen gegen Kuba verhängt. Wie das US-Außenministerium am Donnerstag mitteilte, richten sich die neuen Strafmaßnahmen unter anderem gegen das kubanische Bauministerium sowie mehrere staatliche Unternehmen aus dem Bergbau-, Metall- und Bausektor.

Ein junger Mensch ist am 10. August 2026 in Havanna nahe einem Porträt des verstorbenen kubanischen Führers Fidel Castro (1926–2016) zu sehen.

Fidel Castro wäre jetzt 100 Jahre alt, doch Kubas Revolution hat längst ihren Glanz verloren. Armut und Entbehrung bestimmen den Alltag vieler Kubaner - und ein US-Präsident, der droht.

13.08.2026 | 2:04 min

Die Regierung von Präsident Donald Trump setzt zudem hochrangige Vertreter des Kubanischen Instituts für Völkerfreundschaft (ICAP) auf die Sanktionsliste. Außerdem sollen die Beschränkungen für Geschäfte von US-Bürgern mit kubanischen Staatsunternehmen und mit Firmen mit Verbindungen zum kubanischen Staat ausgeweitet werden.

Washington wirft ICAP Einflussnahme auf US-Bürger vor

US-Außenminister Marco Rubio hat ICAP vorgeworfen, ein "subversives Netzwerk" zu unterstützen, mit dem US-Bürger beeinflusst werden sollten. Nach Darstellung Rubios nutzt die kubanische Regierung dafür unter anderem Bildungs- und Kulturaustauschprogramme. Zuletzt sei dies im Zusammenhang mit Veranstaltungen zum Geburtstag des früheren kubanischen Staatschefs Fidel Castro geschehen, der am 13. August 100 Jahre alt geworden wäre.

Außenansicht des Hotels Melia Cohiba in Havana, Kuba.

Im Juni hatten die USA neue Sanktionen unter anderem gegen Kubas Präsidenten Díaz-Canel verhängt. Die Wirtschaft vor Ort ist schwer angeschlagen. Verschiedene Hotelketten ziehen sich aus dem Land zurück.

05.06.2026 | 0:26 min

Insgesamt wurden drei hochrangige ICAP-Vertreter auf die Sanktionsliste gesetzt. Zu ihnen zählt ICAP-Präsident Fernando González Llort, der in den USA wegen Spionage verurteilt worden war und dort eine 15-jährige Haftstrafe verbüßte. Nach seiner Rückkehr nach Kuba habe er durch seine Arbeit für das ICAP "seine Bemühungen zur Destabilisierung der Vereinigten Staaten fortgesetzt", erklärte das US-Außenministerium.

Eine kubanische und eine US-amerikanische Flagge hängen nebeneinander an einem Balkon.

CIA-Chef Ratcliffe hat sich in Kuba überraschend mit hochrangigen Vertretern getroffen. Die USA seien zu besseren Beziehungen bereit, wenn Kuba grundlegende Veränderungen umsetze, hieß es.

15.05.2026 | 0:24 min

US-Bürger nach Kuba-Reise festgehalten

Die neuen Sanktionen folgen auf einen Einsatz am Flughafen von Miami am vergangenen Wochenende. Dort wurden mehrere US-Bürger bei ihrer Rückkehr aus Kuba zeitweise festgehalten.

Die Betroffenen hatten zuvor an Veranstaltungen zum Geburtstag Castros teilgenommen. Bei einigen wurden Mobiltelefone und andere persönliche elektronische Geräte beschlagnahmt und überprüft.

Zwei Kinder sitzen mit Wasserkanistern in einer Schubkarre, die ein Mann schiebt.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Karibikstaat nehmen zu. Immer wieder droht US-Präsident Trump mit einer militärischen Invasion. Kubas Wirtschaft liegt derweil am Boden.

03.06.2026 | 6:22 min

Trump erhöhte zuletzt Druck auf Havanna

Kubas Außenminister Bruno Rodríguez warf US-Außenminister Rubio vor, weiterhin kubanische Unternehmen zu bestrafen, "um unserer Wirtschaft zu schaden und die kubanische Regierung daran zu hindern, der Bevölkerung grundlegende Dienstleistungen bereitzustellen".

Trump hat den wirtschaftlichen und diplomatischen Druck auf Kuba in den vergangenen Monaten deutlich erhöht. Die USA unterhalten seit 1962 ein Embargo gegen den kommunistisch regierten Inselstaat und haben in diesem Jahr die Versorgung Kubas mit Öl weitgehend blockiert.

Treibstoffmangel und Blackouts in Kuba

Stromausfälle, die die gesamte Insel mit ihren rund zehn Millionen Einwohnern betreffen, sind in den vergangenen Monaten immer häufiger geworden. Allein im Juli war Kuba von drei Ausfällen innerhalb von neun Tagen betroffen.

Menschen sitzen beieinander während eines Stromausfalls in Havanna, Kuba.

Zum zweiten Mal in Folge ist das Stromnetz auf Kuba Anfang des Monats zusammengebrochen. Rund zehn Millionen Menschen sind betroffen. Ursache sind marode Infrastruktur, ein veraltetes Netz und fehlendes Öl.

04.08.2026 | 0:22 min

Kuba erzeugt einen wesentlichen Teil des staatlichen Stroms durch Ölkraftwerke. Nach dem Wegfall subventionierter Öllieferungen aus Venezuela auf Druck der USA hatte sich die ohnehin schon angespannte Lage noch einmal verschärft. Das veraltete kubanische Stromerzeugungssystem leidet unter Treibstoffmangel und einer maroden Infrastruktur.

Die Regierung in Havanna macht dafür das jahrzehntealte US-Handelsembargo verantwortlich. Die Regierung in Washington erklärt hingegen, die Stromausfälle seien auf die Misswirtschaft der staatlichen kubanischen Wirtschaft zurückzuführen.

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Quelle: AFP, AP
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 13.08.2026 um 6:53 Uhr.
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