Neue US-Zölle in Kraft getreten:Zollstreit zwischen USA und Kanada eskaliert erneut
Nach gescheiterten Verhandlungen erheben die USA Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren. Kanada kündigt Gegenzölle an - auf die wiederum Washington bereits eine Antwort plant.
Der kanadische Premierminister Mark Carney kündigt Gegenzölle gegen die USA an.
Quelle: AFP | DAVE CHANNach den geplatzten Verhandlungen spitzt sich der Zollstreit zwischen den USA und Kanada wieder zu. Noch in der Nacht zum Samstag traten Zölle in Höhe von 50 Prozent auf eine Reihe kanadischer Güter in Kraft. Kanadas Premierminister Mark Carney kündigte Gegenmaßnahmen an, die im September greifen sollen.
50-Prozent-Zölle auf kanadische Waren treten in Kraft
Verhandler der beiden Nachbarstaaten hatten bis in die Nacht über eine Vereinbarung verhandelt, um die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle abzuwenden. Trump hatte im Juli neue Zölle in Höhe von 50 Prozent auf eine Reihe von Produkten angekündigt, die bereits am Mittwoch hätten in Kraft treten sollen. Betroffen wären kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar, darunter etwa Hockeyschläger, Möbel und Wein. Kurz vor Ablauf der Frist verkündete der US-Präsident einen Aufschub. Seitdem liefen Verhandlungen unter Hochdruck.
Zuletzt war unter anderem die Rede davon, dass die eigentlich schon ad acta gelegte Erweiterung der Keystone Pipeline wieder vorangetrieben wird, ein Wunschprojekt von Trump. Im Gegenzug hätten Kanadas Provinzen unter anderem den Verkaufsstopp US-amerikanischen Alkohols aufheben können. Noch am Mittwoch hatte sich Trump zuversichtlich gezeigt.
Das US-Repräsentantenhaus hat sich in einer Abstimmung gegen Donald Trumps Kanada-Zölle gestellt. Auch sechs Republikaner votierten trotz Drohungen des US-Präsidenten dafür.
12.02.2026 | 0:22 minCarney: Begründungen für US-Zölle wechseln ständig
Nach dem Abbruch der Gespräche in der Nacht warfen sich nun beide Seiten vor, eine Einigung mit kurzfristigen Forderungen verhindert zu haben. Carney wies zudem darauf hin, dass die USA immer neue Gründe fänden, um ihre Zölle gegen Kanada zu rechtfertigen. Unter anderem sei es bereits um Fentanyl, um den Rauch von Waldbränden, um Steuern gegen US-Tech-Konzerne oder um einen kanadischen Werbespot gegangen, der den früheren US-Präsidenten Ronald Reagan zitierte.
Die Stimmung in Kanada drohte schon im vergangenen Jahr zu kippen: Strafzölle und Boykotte gegen Trump und die USA bestimmen das Verhältnis zum großen Nachbarn.
26.03.2025 | 6:28 minAls Reaktion kündigte Carney Gegenzölle ab dem 8. September an. Die Maßnahmen würden sich auf Sektoren wie Stahl, Milchprodukte, landwirtschaftliche Ausrüstung und Elektrogeräte konzentrieren, teilte Carney mit.
Das ist eine gezielte Reaktion, um unsere Industriezweige zu schützen und zu verteidigen und ihnen zu ermöglichen, auf dem kanadischen Markt mit US-Produkten zu konkurrieren.
Mark Carney, Premierminister Kanadas
USA planen Antwort auf Kanadas Gegenzölle
Aussagen des Handelsbeauftragten der US-Regierung, Jamieson Greer, machen derweil wenig Hoffnung auf eine rasche Lösung des Konflikts, im Gegenteil: Gegenmaßnahmen gegen die von Kanada angekündigten Zölle seien bereits in Arbeit.
Das ist eine verpasste Gelegenheit für Kanada, mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten.
Jamieson Greer, US-Handelsbeauftragter
Dem Sender Fox News sagte Greer, er treibe nun Maßnahmen voran, die auf die kanadischen Gegenmaßnahmen reagieren. Man habe keine neuen Gespräche mit den Kanadiern geplant.
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