Ökonom: Zölle und Iran-Krieg kommen USA teuer zu stehen

Rekordverschuldung der USA:Ökonom: Zölle und Iran-Krieg kommen USA teuer zu stehen

von Lisa Hofmann

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US-Präsident Donald Trump werde die Staatsausgaben der USA weiter ausweiten, sagt Ökonom Rolf Langhammer im Interview. Das könnte auch Auswirkungen auf Deutschland haben.

U.S. National Debt Passes $40 Trillion

Noch nie war die Staatsverschuldung der USA so hoch. Unter anderem Trumps Zollpolitik und der Iran-Krieg haben Konsequenzen. ZDFheute live dazu, was das für die USA und die Welt bedeutet.

21.08.2026 | 34:32 min

Die USA haben erstmals mehr als 40 Billionen Dollar Staatsschulden, umgerechnet etwa 34,3 Billionen Euro. Das ist ein Anstieg um fast drei Billionen Dollar seit dem letzten Jahr. Das teilte das Finanzministerium in Washington zuletzt mit. Damit stieg die Verschuldung der USA stärker als prognostiziert.

Ökonom Rolf Langhammer vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel macht dafür bei ZDFheute live unter anderem Steuervergünstigungen und die Zollpolitik der USA verantwortlich.

Sehen Sie oben das ganze Interview oder lesen Sie es hier in Auszügen.

Ökonom: Steuervergünstigungen und Zollpolitik sorgen für Verschuldung

Langhammer führt die wachsenden Schulden der USA auf ausgeweitete Staatsausgaben und Steuervergünstigungen zurück. Die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben sei dadurch größer geworden, so Langhammer. Der Staat gebe derzeit rund sechs Prozent mehr Geld aus, als er einnimmt. Ein gewaltiges Defizit, sagt Langhammer.

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Als weiteren Grund nennt er Donald Trumps Zollpolitik. Zolleinnahmen, die der Oberste Gerichtshof als rechtswidrig befunden und verworfen hat, müssen von den USA zurückgezahlt werden. Mit diesen Rückzahlungen habe die Regierung nicht gerechnet, sie "reißen ein Loch in den Haushalt", sagt Langhammer. Das treffe vor allem amerikanische Privathaushalte und Unternehmen, die unter höheren Kosten leiden.

Langhammer: Krieg gegen den Iran und Investitionen in KI problematisch

Auch der Krieg der USA gegen Iran trage zur US-amerikanischen Schuldenlast bei. Laut US-Verteidigungsminister Pete Hegseth beliefen sich die Ausgaben dafür im Juli auf 37,5 Milliarden Dollar.

Auch die Investitionen der USA in Künstliche Intelligenz tragen zur Schuldenlast bei, sagt Langhammer. Die amerikanische Regierung erhoffe sich ein höheres Wirtschaftswachstum durch die Einnahmen aus der KI-Industrie. Derzeit sehe es jedoch nicht danach aus, dass diese Erträge in naher Zukunft für höhere Staatseinnahmen sorgen. Sollte das KI-Geschäft nicht gut laufen, könnte das im Endeffekt einen gewaltigen Druck auf den Dollar auslösen, so der Ökonom.

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Schulden der USA werden wohl weiter steigen

Laut Langhammer wird erwartet, dass die Schuldenquote der USA in fünf Jahren bei 140 Prozent des Bruttoinlandsproduktes liegen wird. Er erklärt jedoch:

Das sind sicherlich gewaltige Zahlen, aber die USA waren in der Vergangenheit immer ein solventer Schuldner.

Rolf Langhammer, Institut für Weltwirtschaft

Besorgniserregend sei aber, dass keine Beschränkung der Staatsausgaben oder eine Steigerung der Staatseinnahmen in Sicht sei. Dennoch:

Die Sorgen sind zwar größer geworden, aber ein Bankrott steht nicht bevor.

Rolf Langhammer

Denn: Staatsschulden müssen nie vollständig zurückgezahlt werden. Außerdem sei die Rolle des US-Dollars trotz zunehmender Nachfrage nach anderen Währungen nach wie vor unangefochten, so der Wirtschaftswissenschaftler. Trump habe somit ein "erhebliches Druckmittel".

US-Börse an der Wall Street

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Auswirkungen der US-Schuldenlast auf Deutschland

Sollte das Wirtschaftswachstum in den USA nicht das Niveau erreichen, das Trump sich verspricht, hätte das auch auf die deutsche Wirtschaft negative Auswirkungen, sagt Langhammer.

… ist Wirtschaftsprofessor und Handelsexperte am Institut für Weltwirtschaft in Kiel.


Deutschland habe traditionell einen Leistungsbilanzüberschuss und leihe den USA als großer Gläubiger Geld, das hier nicht investiert werde. Die Renditen der ausgeliehenen Ersparnisse hingen dann stark davon ab, wie gut sich die US-Wirtschaft entwickelt. In der Vergangenheit habe dieses System gut funktioniert, doch:

Die große Konsummaschine der USA, das war ein Wachstumsmotor der Weltwirtschaft, aber das geht jetzt zu Ende.

Rolf Langhammer

Die deutsche Regierung müsse sich also langfristig überlegen, ob eigene Gelder besser hier im Lande investiert werden sollten, so der Ökonom.

Das Interview führte ZDF heute live-Moderator Christian Hoch.

Über dieses Thema berichtete ZDFheute live am 21.08.2026 ab 19:30 Uhr.
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