Gegenseitige Angriffe und neue Drohungen:Konflikt zwischen USA und Iran eskaliert erneut
Nachdem das US-Militär iranische Radaranlagen angriff, meldet Iran Vergeltungsschläge. US-Präsident Trump droht mit weiterer militärischer Eskalation.
Der Krieg zwischen USA und Iran werde noch länger andauern, da Trump ein Plan fehle, sich aus der Auseinandersetzung zurückzuziehen, so Politikwissenschaftler Stephan Bierling bei ZDFheute live.
31.08.2026 | 14:58 minDie militärische Konfrontation zwischen den USA und Iran spitzt sich weiter zu. US-Präsident Donald Trump zufolge griffen die Vereinigten Staaten mehrere Ziele in Iran nahe der Straße von Hormus an. Das US-Militär erklärte diese Angriffswelle am Montagabend (Ortszeit) für beendet. Kurz nach Beginn der US-Angriffe hatten die iranischen Revolutionsgarden erklärt, eine Vergeltungsaktion habe begonnen.
Nach Angaben der regierungsnahen Nachrichtenagentur Mehr richteten sich die iranischen Angriffe mit Raketen und Drohnen erneut gegen US-Stützpunkte in der Region. Die jordanische Nachrichtenagentur Petra meldete, dass 13 ballistische Raketen in den jordanischen Luftraum eingedrungen seien. Zehn davon seien abgefangen worden. Auch das Militär von Kuwait berichtete von abgewehrten iranischen Drohnenangriffen.
Iranische Medien: Tote nach Angriff auf Hochzeitsfeier
Iranische Staatsmedien berichteten von mehreren Explosionen nahe der strategisch wichtigen Straße von Hormus sowie in anderen Landesteilen. Die Revolutionsgarden erklärten, die USA hätten unter anderem zivile Gebiete bombardiert. Daher werde die Blockade der Straße von Hormus verschärft.
Bei einem Angriff auf eine Hochzeitsfeier im Raum Sirik seien laut iranischen Staatsmedien vier Menschen, darunter ein vierjähriges Kind, getötet worden. Mehr als 50 Menschen seien verletzt worden. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Die USA werfen Iran vor, Seeminen in der Straße von Hormus zu verlegen. Tatsächlich gebe es immer wieder Berichte über beschädigte Tanker, berichtet ZDF-Korrespondentin Phoebe Gaa.
31.08.2026 | 5:43 minTrump droht Iran mit "viel härteren" Angriffen
Trump bezeichnete die US-Schläge auf Truth Social als "große und gewaltige" Vergeltungsaktionen gegen den Versuch Irans, Seeminen in der Straße von Hormus zu verlegen. Er bekräftigte in diesem Zusammenhang die US-Darstellung, dass es in der für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Meerenge aktuell keine Seeminen gebe.
Der US-Präsident drohte Iran für den Fall weiterer Vergeltungsschläge mit einer Ausweitung der Angriffe:
Sollte die gescheiterte Nation Iran auf diesen völlig gerechtfertigten Angriff reagieren, wird sie erneut noch viel härter und in größerem Umfang getroffen werden.
Donald Trump, US-Präsident
Trump fügte hinzu, dies wäre noch nicht "der größte Angriff von allen". Ein solcher stehe noch bevor. Danach werde "von der Islamischen Republik Iran nur noch sehr wenig übrig sein".
Erstmals seit einem Monat haben die USA in dieser Woche Iran angegriffen. Iran reagierte mit Gegenangriffen. Was die neueste Eskalation bedeutet, ordnet ZDF-Korrespondentin Phoebe Gaa aus Istanbul ein.
31.08.2026 | 1:03 minDer US-Sender Fox News zitierte Trump zudem mit der Drohung, Iran bei einem weiteren Angriff vollständig auszulöschen. Ähnliche Drohungen hatte er bereits mehrfach ausgesprochen.
Iran droht mit "schwerer Bestrafung" der USA
Bereits vor Beginn der iranischen Angriffe hatten die Revolutionsgarden den USA mit einer "schweren Bestrafung" gedroht. Sprecher Hossein Mohebi erklärte:
Die USA werden ihre neuen Angriffe bereuen.
Hossein Mohebi, Sprecher der iranischen Revolutionsgarden
Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf betonte zudem die Kontrolle über die Straße von Hormus: "Selbst wenn es jetzt in manchen Nächten zwei oder drei Schiffen gelingt, hindurchzufahren, zeigt das tatsächlich, dass wir die gesamte Straße von Hormus kontrollieren."
Erste militärische Eskalation seit längerem
In der Nacht zum Montag war der Krieg erstmals seit etwa einem Monat wieder militärisch eskaliert. Das US-Militär griff nach eigenen Angaben Einheiten der Revolutionsgarden an, die Minen in der Straße von Hormus legen wollten. Daraufhin beschoss Iran US-Stützpunkte in Jordanien mit Raketen. Sie wurden jordanischen Angaben zufolge abgefangen.
In der Nacht zum Montag haben die USA wieder Ziele in Iran angegriffen. Das US-Militär habe nach eigenen Angaben Abschussvorrichtungen attackiert. Teheran reagierte mit Drohnenangriffen auf eine US-Basis in Jordanien.
31.08.2026 | 0:25 minDie Luftwaffe der Vereinigten Arabischen Emirate reagierte zudem auf eine Drohne, die nach Angaben des Verteidigungsministeriums aus Richtung Iran über den Hoheitsgewässern des Landes entdeckt worden war.
Bericht: US-Angriffe Teil eines neuen Plans
Nach einem Bericht von "Axios" sind die neuen US-Angriffe Teil eines Plans Trumps und seiner ranghohen Berater. Dieser sehe begrenzte Angriffe in der Straße von Hormus vor, um Iran daran zu hindern, seine Radar- und Raketenkapazitäten zum Angriff auf Schiffe wieder aufzubauen. Ziel sei es, das Risiko iranischer Angriffe auf Öltanker sowie Schiffe und Flugzeuge des US-Militärs zu verringern, zitierte das Nachrichtenportal einen US-Beamten.
Das US-Außenministerium erneuerte wegen der Eskalation seine Reisewarnung für den gesamten Nahen Osten. Die Sicherheitslage bleibe komplex, eine unvorhergesehene weitere Zuspitzung sei möglich, hieß es in Washington.
Irans Führung feiert ihre Widerstandskraft gegen die USA. Mit der Straße von Hormus hat das Land einen weiteren Trumpf in der Hand. Doch wie stark ist Iran wirklich?
30.08.2026 | 2:47 minTrump: Haben Iran "viele Chancen gegeben"
Gegenüber dem US-Sender Fox News zeigte sich Trump wenig optimistisch, was eine diplomatische Einigung mit Iran angeht.
Ich glaube, ein Abkommen mit ihnen ist das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben steht.
Donald Trump, US-Präsident
"Wir haben ihnen viele Chancen gegeben", sagte der US-Präsident demnach.
Am Rande eines G20-Ministertreffens am Dienstag sagte US-Finanzminister Scott Bessent, das Rahmenabkommen sei gescheitert, weil Iran nicht bereit für eine Einigung gewesen sei. Durch weiteren wirtschaftlichen Druck wolle er Iran zu einem Deal bewegen. Bessent stellte weitere Sanktionen gegen Iran in Aussicht, unter anderem wolle die US-Regierung Banken sanktionieren. "Wir sprechen hier mit unseren Verbündeten", betonte er und erwähnte große Unterstützung unter anderem seitens der EU und Großbritanniens.
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