Präsident unter Druck:US-Senat stimmt gegen Trumps Iran-Kriegsführung
Der US-Kongress will Trump Grenzen setzen. Die auch von mehreren Republikanern getragene Resolution gilt vor allem als symbolisch - und für Trump als ein deutliches Zeichen.
Chuck Schumer, Minderheitsführer der Demokraten im US-Senat
Quelle: epaDer US-Senat hat mit Unterstützung von vier Republikanern eine Resolution verabschiedet, die Präsident Donald Trump anweist, den Krieg gegen Iran zu beenden oder eine ausdrückliche Genehmigung des Kongresses für weitere militärische Maßnahmen einzuholen. Ausgenommen seien Einsätze, die zur Verteidigung der USA oder eines Verbündeten gegen unmittelbar bevorstehende Angriffe erforderlich seien, heißt es in dem Beschluss.
Die Kongresskammer votierte mit 50 zu 48 Stimmen dafür, im Repräsentantenhaus gab es bereits Anfang des Monats grünes Licht. Die Resolution gilt vor allem als symbolisches Zeichen, das den wachsenden Widerstand im Kongress gegen den Iran-Krieg widerspiegelt.
Nach den Gesprächen zwischen Chefunterhändlern der USA und des Iran geht es nun an die technischen Details des Abkommens. "Da wird es richtig schwierig", sagt ZDF-Korrespondent Stamm.
23.06.2026 | 1:04 minKritik kommt auch von Republikanern
Vier Republikaner stimmten gemeinsam mit fast allen Demokraten für die Vorlage. Mehrere Republikaner hatten zuvor Kritik am jüngst zwischen Washington und Teheran geschlossenen Rahmenabkommen zur Beilegung des Kriegs geäußert. Sie bemängelten etwa vorgesehene Sanktionserleichterungen und milliardenschweren Hilfen für den Wiederaufbau des Irans.
Die Demokraten werfen Trump vor, den Krieg ohne Zustimmung des Kongresses begonnen zu haben. Laut Verfassung habe allein das Parlament das Recht, einen Krieg zu erklären. Gegner halten die Vorlage hingegen für rechtlich wirkungslos und argumentieren, die aktiven Kampfhandlungen seien seit der Waffenruhe ohnehin weitgehend beendet.
Nach den Gesprächen zwischen den USA und Iran sollen mehrere Milliarden Dollar an eingefrorenen iranischen Guthaben freigegeben werden. Zudem dürfe Iran 60 Tage lang wieder Öl exportieren.
23.06.2026 | 0:22 minKeine unmittelbaren Folgen für US-Kurs gegenüber Iran
Der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, erklärte, der Kongress habe sich gegen einen "kostspieligen, unnötigen und verheerenden Krieg" gestellt. Sein Parteikollege Gregory Meeks im Repräsentantenhaus, der die Resolution vorangetrieben hatte, sprach von einer klaren Botschaft an das Weiße Haus. Der Krieg habe keines der zentralen US-Ziele erreicht und den Iran eher gestärkt als geschwächt.
Republikaner warnten dagegen vor negativen Folgen für die laufenden Verhandlungen mit Teheran. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Senat, Jim Risch, sagte, die Resolution könne die Iraner dazu bewegen, die Gespräche abzubrechen.
Die Resolution dürfte keine unmittelbare Konsequenz für den US-Kurs gegenüber Iran haben, zeigt aber den steigenden politischen Druck auf Trump - zumal in wenigen Monaten die Zwischenwahlen zum Kongress anstehen.
Mit CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen, der deutsch-iranischen Autorin Minu Barati, Konfliktforscherin Nicole Deitelhoff, Nahostexperte Guido Steinberg und Elmar Theveßen, ZDF-Korrespondent.
18.06.2026 | 59:15 minReaktion aus dem Weißen Haus
Die Resolution habe "keine Bedeutung", da solche Beschlüsse nicht dem Präsidenten zur Unterzeichnung vorgelegt würden und keine Gesetzeskraft hätten, sagte ein Beamter des Weißen Hauses der dpa. Zudem gebe es nach Inkrafttreten der Waffenruhe Anfang April keine laufenden Kampfhandlungen mehr, von denen US-Streitkräfte abgezogen werden könnten.
Das Weiße Haus verwies außerdem darauf, dass die Resolution nur wegen der Abwesenheit mehrerer republikanischer Senatoren eine Mehrheit erhalten habe. Zwei Kongressmitglieder der Partei nahmen an der Abstimmung nicht teil.
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