Parlamentswahl in Ungarn: Wer ist Peter Magyar?

Wahl in Ungarn weitgehend ausgezählt:Orban-Ära in Ungarn endet: Wer ist Wahlsieger Peter Magyar?

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Ungarn steht vor einem Regierungswechsel: Die Partei von Oppositionsführer Peter Magyar liegt nach Auszählungen klar vorn. Wer ist der Mann, der über Viktor Orban triumphierte?

Peter Magyar

Nach 16 Jahren endet die Ära Orbán. Peter Magyar gewinnt mit Tisza eine Zweidrittelmehrheit – und steht vor der Aufgabe, ein politisch umgebautes Land zu erneuern.

13.04.2026 | 2:58 min

Als Kind hängte sich Peter Magyar ein Foto von Viktor Orban an die Schlafzimmerwand. Damals, rund um die ersten demokratischen Wahlen in Ungarn im Jahr 1990, war Orban ein antikommunistischer Heißsporn. Nach Auszählung fast aller Stimmen sieht es so aus, als würde Magyar die 16-jährige Amtszeit Orbans beenden.

Magyar war beim Zusammenbruch des Kommunismus neun Jahre alt. Er habe die Wände seines Elternhauses in Budapest mit Fotos führender Politiker dekoriert, erzählte er im vergangenen Jahr im Podcast "Fokuszcsoport". Orban, damals ein junger Jurist, war 1989 zu einem Helden in Ungarns Demokratiebewegung geworden, als er öffentlich den Abzug der sowjetischen Truppen forderte.

Es gab eine Energie rund um den Regimewechsel, die mich als Kind mitgerissen hat.

Peter Magyar

Magyar trat vor zwei Jahren ins Rampenlicht

Magyar, dessen Nachname wörtlich "Ungar" bedeutet, trat vor zwei Jahren ins Rampenlicht. Seine Ex-Frau, Orbans ehemalige Justizministerin Judit Varga, war von allen politischen Ämtern zurückgetreten, nachdem ein Begnadigungsfall im Zusammenhang mit der Vertuschung von Kindesmissbrauch öffentliche Empörung ausgelöst hatte. Magyar rückte rasch von Fidesz ab, warf der Regierungspartei Korruption sowie Propaganda vor und erklärte, er sei von der Partei desillusioniert.

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13.04.2026 | 3:19 min

Nur vier Monate, nachdem er durch ein Interview auf dem YouTube-Kanal Partizan aus großer Unbekanntheit aufgetaucht war, holte seine neue Partei im Juni 2024 bei den Europawahlen auf Anhieb 30 Prozent der Stimmen. Tisza landete hinter Fidesz auf dem zweiten Platz und deklassierte die restliche Opposition.

Beobachter: Weniger Spannungen zwischen Budapest und EU

Magyar hat versprochen, Ungarns Westbindung wiederherzustellen und die Abhängigkeit von russischer Energie bis 2035 zu beenden. Gleichzeitig strebt er "pragmatische Beziehungen" zu Moskau an. Beobachter gehen dennoch davon aus, dass die Spannungen zwischen Budapest und der EU unter Tisza abnehmen würden. Magyar will die von Ungarn blockierten EU-Gelder für die Ukraine freimachen.

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Anders als Orban lehnt er das Recht der Ukraine auf einen künftigen EU-Beitritt nicht prinzipiell ab, das Tisza-Programm unterstützt jedoch keinen beschleunigten Beitritt. Wie Fidesz lehnt auch Tisza EU-Quoten für die Aufnahme von Migranten ab und will den unter Orban errichteten Grenzzaun beibehalten.

Magyar nutzte Orbans Methoden im Wahlkampf

Im Wahlkampf nutzte Magyar Orbans eigene Methoden. Er konzentrierte sich auf die Basis, was ihn bis in die ländlichen Fidesz-Hochburgen führte. Auf seinen Kundgebungen wehten stets viele Nationalflaggen - ein Appell an den Patriotismus der ungarischen Wähler ganz im Stil Orbans. Seine beständigen und klaren Botschaften sowie die geschickte Nutzung von Social Media trugen zu seinem Aufstieg bei.

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Jurist, der gern Fußball spielt

Magyar wurde 1981 in eine Juristenfamilie geboren und studierte selbst Jura. Er heiratete im Jahr 2006. Als die Karriere seiner Frau sie nach Brüssel führte, trat Magyar in den ungarischen diplomatischen Dienst ein und arbeitete an EU-Gesetzgebungsverfahren. Nach seiner Rückkehr nach Ungarn wechselte er zu einer staatlichen Bank und leitete anschließend eine Agentur für Studienkredite.

Magyar und Varga ließen sich 2023 scheiden. Sie haben drei Söhne. Er bezeichnet sich selbst als religiös und kocht nach eigenen Angaben gern oder spielt mit Freunden und seinen Söhnen Fußball. Auf die Frage, wie er sich seit seinem Einstieg in die Politik verändert habe, spielte Magyar auf Medienberichte an, die ihn als aufbrausend beschrieben, und sagte: "Jetzt zähle ich bis zehn."

Quelle: Reuters
Über die Wahl in Ungarn berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, zum Beispiel im heute journal am 12.04.2026 ab 21:45 Uhr.

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