Harte Repressionen:UN: Iran richtete seit Kriegsbeginn 21 Menschen hin
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hat die zahlreichen Festnahmen und Hinrichtungen in Iran in den vergangenen Wochen scharf verurteilt.
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, VolkerTürk, hat die anhaltende staatliche Niederschlagung der Opposition im Iran verurteilt.
Quelle: dpaIran hat seit Beginn des Krieges mit den USA und Israel vor zwei Monaten mindestens 21 Menschen hingerichtet und mehr als 4.000 Personen wegen Vorwürfen der Gefährdung der nationalen Sicherheit festgenommen. Das teilte UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk am Mittwoch mit.
Immer mehr Videos aus Iran dringen an die Öffentlichkeit, die die Brutalität der Sicherheitskräfte zeigen. Augenzeugen und Experten sprechen von Massakern an Protestierenden.
26.01.2026 | 3:06 minMindestens neun Menschen seien im Zusammenhang mit Protesten im Januar exekutiert worden, zehn wegen angeblicher Mitgliedschaft in Oppositionsgruppen und zwei wegen Spionagevorwürfen.
Ich bin entsetzt, dass die Rechte des iranischen Volkes zusätzlich zu den ohnehin schweren Auswirkungen des Konflikts weiterhin auf harsche und brutale Weise von den Behörden beschnitten werden.
Volker Türk, UN-Menschenrechtskommissar
Er forderte die iranischen Behörden auf, alle weiteren Hinrichtungen zu stoppen und willkürlich Inhaftierte freizulassen.
Im Januar hat das iranische Regime Massenproteste im Land brutal niedergeschlagen. Nun sind laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International mindestens 30 Hinrichtungen geplant.
21.02.2026 | 0:22 minFolter und Misshandlung
Bei regierungsfeindlichen Protesten im Januar töteten die iranischen Behörden Tausende Menschen - es waren die schwersten innenpolitischen Unruhen seit der Islamischen Revolution 1979. Nach Angaben der in Norwegen ansässigen Organisation Iran Human Rights wurden insgesamt mindestens 3.646 Menschen festgenommen, davon mindestens 767 nach Beginn eines Waffenstillstands am 8. April.
In Düsseldorf protestierten Tausende gegen das Mullah-Regime. Bei den Ausschreitungen in Iran sind nach Angaben des Menschenrechtsnetzwerk HRANA mehr als 5100 Menschen ums Leben gekommen.
24.01.2026 | 1:41 minViele der Inhaftierten seien verschwunden, gefoltert oder anderweitig misshandelt, und teils vor laufenden Kameras zu Geständnissen gezwungen worden, sagte Türk. Unter den Festgenommenen seien auch Minderjährige, denen die Todesstrafe drohe.
Türk erinnerte zudem an die Friedensnobelpreisträgerin und Menschenrechtlerin Narges Mohammadi. Sie befindet sich den Angaben nach weiterhin unter lebensbedrohlichen Bedingungen in Haft. Der Gesundheitszustand Mohammadis habe sich nach einem Herzinfarkt verschlechtert.
Trotz der heftigen Angriffe und den Protesten der eigenen Bevölkerung gibt sich das iranische Regime unbeeindruckt. Wie geht die Bevölkerung mit der Lage um?
01.04.2026 | 1:43 minIm Chabahar-Gefängnis im Südosten des Iran hätten Sicherheitskräfte mindestens fünf Menschen getötet, als diese gegen ausbleibende Essenslieferungen protestiert hätten. In den Gefängnissen gebe es zu wenig Essen, Wasser, Hygieneartikel und medizinische Betreuung, so Türk. Die Familien wüssten oft nicht, wo ihre Angehörigen sind. Türk verlangte ein Ende der Vollstreckung der Todesstrafe, faire Verfahren und rief die Behörden auf, willkürlich Inhaftierte unverzüglich freizulassen.
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