Kurdische Medien:Bericht: PKK verkündet Auflösung
Die militante Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) löst sich Berichten zufolge auf und beendet ihren bewaffneten Kampf. Das berichteten der PKK nahestehende Nachrichtenagenturen.
Erleichterung und Skepsis im Osten der Türkei, wo der Anteil der kurdischen Bevölkerung besonders hoch ist. Viele erwarten einen heiklen Prozess nach der Auflösung der PKK.
12.05.2025 | 2:58 minDie verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) hat einem Bericht zufolge ihre Auflösung und das Ende ihres jahrzehntelangen bewaffneten Kampfes gegen den türkischen Staat verkündet. "Der zwölfte Kongress der PKK hat beschlossen, die Organisationsstruktur der PKK aufzulösen und die Methode des bewaffneten Kampfes zu beenden", erklärte die PKK in einer von der prokurdischen Nachrichtenagentur ANF verbreiteten Erklärung am Montagmorgen.
Auch die der PKK nahestehende Nachrichtenagentur Firat berichtet von der Auflösung der PKK und veröffentlichte die Abschlusserklärung eines Kongresses, den die PKK vorige Woche im Nordirak abgehalten hat.
Das Büro des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und das Außenministerium äußerten sich auf Nachfrage der Nachrichtenagentur Reuters zunächst nicht zu dem Bericht.
Kurdenführer Öcalan: Aufruf zu PKK-Auflösung
Der seit 26 Jahren auf der Gefängnisinsel Imrali vor Istanbul inhaftierte Kurdenführer Abdullah Öcalan hatte die PKK Ende Februar aufgerufen, die Waffen niederzulegen und sich aufzulösen. Erdogan und sein rechtsnationalistischer Koalitionspartner MHP waren im Herbst überraschend auf Öcalan zugegangen und hatten ihm eine frühere Freilassung in Aussicht gestellt, falls er die PKK auflöst.
Am 27. Februar rief Öcalan die PKK dann zur Auflösung und zum Gewaltverzicht auf. Zwei Tage später verkündete die PKK eine Waffenruhe, stellte jedoch Bedingungen für ihre Auflösung, darunter konkrete Rahmenbedingungen für Friedensgespräche.
PKK von Ankara als Terrororganisation eingestuft
Die PKK kämpfte seit 1984 gegen den türkischen Staat und für die Rechte der kurdischen Bevölkerung. Sie wird von Ankara und seinen westlichen Verbündeten als Terrororganisation eingestuft. Etwa 45.000 Menschen sind bei den Kämpfen zwischen der PKK und der türkischen Armee getötet worden.
Ziel der PKK war ein eigenständiges Kurden-Gebiet. 2015 scheiterten Friedensgespräche. Früher konzentrierte sich der Kampf für kurdische Autonomie hauptsächlich auf den überwiegend kurdischen Südosten der Türkei. Zuletzt lag der Schwerpunkt im Norden des Irak, wo die PKK ihren Sitz hat. Auch in Syrien mit seiner kurdischen Bevölkerungsgruppe hat die PKK Einfluss. Das türkische Militär geht immer wieder gegen kurdische Milizen in den beiden Nachbarländern vor.
Die Entscheidung der PKK dürfte daher weitreichende politische und sicherheitspolitische Folgen für die Region haben.
Erdoğans Türkei nutzt die Gunst der Stunde nach dem Sturz Assads, um ihre Macht in Syrien auszuweiten und geht weiter gegen die Kurden im Nordosten des Landes vor.
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