Angeblicher Völkermord:Trump lädt Südafrika vom nächsten G20-Gipfel aus
Der US-Präsident macht Südafrika schwere Vorwürfe. Den G-20-Gipfel in Johannesburg boykottierte er. Nun will Trump die Teilnahme des Landes am nächsten Gipfel verhindern.
Trump wirft der südafrikanischen Regierung schwere Menschenrechtsverletzungen vor.
Quelle: APUS-Präsident Donald Trump will die Teilnahme Südafrikas am G20-Gipfel im kommenden Jahr in den USA verhindern. Der Republikaner schrieb auf der Plattform Truth Social, auf seine Anweisung hin werde Südafrika keine Einladung für das Treffen im Dezember 2026 in Miami erhalten.
Der US-Präsident warf Südafrika erneut vor, einen "Genozid" an weißen Bauern zu begehen. Fachleute und Südafrikas Regierung widersprechen der Darstellung eines angeblichen Völkermords entschieden.
Donald Trump spricht von „Genozid an Weißen“ in Südafrika – Präsident Ramaphosa widerspricht. Doch wie erleben weiße und schwarze Farmer den Alltag wirklich?
02.06.2025 | 3:30 minSüdafrika will G20-Vorsitz nicht an USA übergeben
Trump kritisierte außerdem, das Land habe sich am Ende des jüngsten G20-Gipfels vor wenigen Tagen in Johannesburg geweigert, den jährlich wechselnden G20-Vorsitz symbolisch an einen hochrangigen Vertreter der US-Botschaft zu übergeben. Die Regierung in Südafrika erwiderte, es habe die G20-Präsidentschaft ordnungsgemäß an einen Beamten der US-Botschaft übergeben, da keine hochrangigen US-Politiker nach Johannesburg gereist seien.
Der US-Präsident hatte bei dem Gipfel in Südafrika gefehlt, auch Vize JD Vance kam nicht. Auch in dem Kontext hatte Trump dem Land ohne Beweise vorgeworfen, dass dort weiße Farmer verfolgt und getötet würden.
Südafrika: Werden weiterhin an G20 teilnehmen
Südafrikas Präsidentschaft äußerte sich empört über Trumps Androhung, den Staat am Südzipfel Afrikas nicht zum G20-Gipfel in den USA einzuladen. Präsident Cyril Ramaphosa erklärte, sein Land heiße derartige Beleidigungen und Strafmaßnahmen nicht gut. Südafrika werde demnach weiterhin als Mitglied der G20 teilnehmen.
Beim Besuch des südafrikanischen Präsidenten im Weißen Haus im Mai ging es hoch her. Donald Trump führte Cyril Ramaphosa vor.
22.05.2025 | 1:08 min"Südafrika ist eigenständig und aus eigenem Recht Mitglied der G20", hieß es in einer Mitteilung des Präsidentenbüros. "Südafrika ist ein souveräner, demokratischer Verfassungsstaat und akzeptiert keine Beleidigungen seitens anderer Länder hinsichtlich seiner Mitgliedschaft und seiner Berechtigung zur Teilnahme an globalen Plattformen."
Anschuldigungen beruhen auf Fehlinformationen
Ramaphosa nannte es "bedauerlich", dass Trump trotz zahlreicher Bemühungen Südafrikas, die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern zu verbessern, "Strafmaßnahmen gegen Südafrika" verhänge, die auf Fehlinformationen und Verzerrungen beruhten.
Der Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) gehören 19 Staaten, die Europäische und die Afrikanische Union an. Zu den Ländern zählen die großen westlichen Demokratien wie die USA, Deutschland und Großbritannien, aber auch autoritär geführte Staaten wie Russland und China.
Die G20-Staaten haben sich in Johannesburg auf eine Absichtserklärung verständigt. Sie enthält unter anderem Einigungen beim Ausbau erneuerbarer Energien und dem Einsatz von KI.
23.11.2025 | 0:23 minTrump will Zahlungen einstellen
Trump kündigte nun auch an, dass die USA alle Zahlungen und Unterstützung ab sofort einstellen werde. Was genau er damit meinte, blieb unklar. Im Herbst machte Trump bekannt, dass der G20-Gipfel in Florida ausgerichtet wird - und zwar in einem seiner eigenen Golfresorts.
Trump hob hervor: Die Luxusanlage "Doral" bei Miami liege ganz in der Nähe eines Flughafens und sei "die beste Location" für den Gipfel im Dezember 2026. Geld werde das hinter dem Golfresort stehende Unternehmen nicht verdienen.
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