Trump verweigert mehreren Journalisten Zutritt zum Weißen Haus

FAQ

CNN, MSNOW und Politico:Trump verweigert verschiedenen Journalisten Zutritt

Katharina Schuster

von Katharina Schuster, Washington D.C.

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US-Präsident Trump will mit sofortiger Wirkung CNN, MS NOW und Politico den Zugang zum Weißen Haus verwehren. Als Begründung schrieb er, die Medien würden "Fake News" verbreiten.

Vor dem Westflügel des Weißen Hauses ist eine Fernsehkamera aufgestellt.

US-Präsident Trump verbietet den Medien CNN, MS NOW und Politico den Zugang zum Weißen Haus und kündigte an, weitere Medien auszuschließen. Beobachter sehen eine Gefährdung der Pressefreiheit.

19.09.2026 | 0:18 min

Schon in seiner ersten Amtszeit bezeichnete Donald Trump Journalisten als "Volksfeinde". Nun kündigt der US-Präsident an, CNN, MS NOW (ehemals MSNBC) und Politico den Zugang zum Weißen Haus zu verwehren. Mit sofortiger Wirkung.

Als Begründung nennt Trump die Berichterstattung der drei Medien.

Medien sollten nicht die Möglichkeit haben, ständig Fiktion und Lügen zu schreiben oder zu berichten, wenn sie über den Präsidenten der Vereinigten Staaten, die Trump-Regierung oder die Vereinigten Staaten von Amerika berichten.

Donald Trump, US-Präsident, auf Truth Social

Alle drei Medien kritisiert Trump seit Jahren. CNN gilt seit seiner ersten Präsidentschaft als eines seiner prominentesten Feindbilder. "Weitere Fake-News-Medien werden folgen", schreibt Trump weiter auf seiner Plattform "Truth Social".

X-Post des Weißen Hauses

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Wie reagieren die Medien?

MS NOW berichtet, einem Reporter und einem Kameramann sei am Samstag der Zutritt zum Weißen Haus verwehrt worden. Ihnen seien an einer Sicherheitsschleuse vor dem Gebäude die Pressezugangsausweise abgenommen worden. Man werde mit "allen notwendigen Schritten" gegen das Zutrittsverbot vorgehen.

CNN erklärt, der leitenden Reporterin des Nachrichtensenders für das Weiße Haus, Betsy Klein, sei ebenfalls der Zutritt zur Regierungszentrale in Washington verweigert worden. Nach Angaben von Klein selbst wurde ihr Zugangsausweis deaktiviert.

Das von Trump angekündigte Hausverbot sei ein "rechtswidriger Angriff" auf die Pressefreiheit in den USA, fügt der Sender hinzu. Die Berichterstattung von CNN sei "fair und präzise" und durch die US-Verfassung geschützt. Ein Verbot "wäre ein rechtswidriger Angriff auf dieses grundlegende und verfassungsmäßig geschützte Recht".

Politico kündigt an, seine Rechte "energisch zu verteidigen". Auch seiner für die Regierungszentrale zuständigen Reporterin sei der Zutritt verweigert und der Zugangsausweis entzogen worden. 

Nahaufnahme von US-Präsident Trump

Präsident Trump grenzt die Pressefreiheit in den USA immer weiter ein. So hat das Weiße Haus eine Internetseite zur Diskreditierung von unliebsamen Medienberichten gestartet.

29.12.2025 | 1:33 min

Wie soll der Bann umgesetzt werden?

Wie weitreichend das Verbot ist und ob die Journalisten auch nicht mehr auf Regierungsflügen in der "Air Force One" dabei sein dürfen, ist unklar. "Unsere Kameras laufen", sagte CNN-Reporter Brian Stelter am Freitagnachmittag (Ortszeit) noch. Die Drohung sei dennoch ernst zu nehmen. Sie könne Auswirkungen auf den "First Amendment" haben, den ersten Zusatzartikel zur US-Verfassung, der die Meinungs- und Pressefreiheit schützt.

Scharfe Kritik kommt von der White House Correspondents' Association (WHCA), dem Zusammenschluss der Korrespondenten des Weißen Hauses. Präsidentin Jacqui Heinrich verweist darauf, dass Trump selbst von einem "geplanten Verbot der freien Presse" gesprochen habe. Die Pressefreiheit sei vor staatlichen Eingriffen geschützt, unabhängig davon, ob dem Präsidenten die Berichterstattung eines Mediums gefalle.

Es gehe dabei nicht nur um die Rechte von Journalisten, sondern auch um das Recht der Amerikaner auf unabhängige Informationen über die Arbeit ihrer Regierung. Die WHCA stelle sich hinter CNN, MS NOW und Politico.

Ein Briefkasten zur Abgabe von Wahlunterlagen

Trump droht, bei den Zwischenwahlen die Mehrheit im Kongress zu verlieren. Deshalb versucht er, mit allen Mitteln Zweifel an den Regeln zu säen. Vor allem die Briefwahl hat er im Fokus.

16.09.2026 | 10:55 min

Ist das ein Einzelfall?

Es ist nicht das erste Mal, dass Präsident Trump gegen kritische Medien vorgeht.

Zwei Beispiele:

Im Februar 2025 etwa hatte Trump bereits Journalisten der Nachrichtenagentur AP den Zutritt zum Oval Office verwehrt. Der Grund: Die Nachrichtenagentur weigerte sich, Trumps Umbenennung des Golfs von Mexiko in "Golf von Amerika" in ihrer Berichterstattung zu übernehmen. Die AP klagte dagegen. Der Rechtsstreit ist weiterhin nicht abgeschlossen.

Im August 2025 verklagte Trump das "Wall Street Journal" und dessen Eigentümer Rupert Murdoch auf zehn Milliarden US-Dollar Schadenersatz. Der Grund: ein Bericht der Zeitung über einen angeblichen Geburtstagsbrief, den Trump 2003 an Jeffrey Epstein geschickt haben soll. Trump bestreitet, dass der Brief von ihm stammt. Die Zeitung steht zu ihrer Berichterstattung.

Auch gegen andere Medienhäuser ging Trump juristisch vor, darunter: die "New York Times" und der britische Sender BBC.

Keine Pressefreiheit mehr in den USA?

Die Comedians Stephen Colbert und Jimmy Kimmel wurden abgesetzt - und Präsident Trump fordert, dass weitere aus dem Programm verschwinden. Die Pressefreiheit in den USA ist in höchster Gefahr.

19.09.2025 | 2:36 min

Gefährdung der Pressefreiheit?

Beobachter werten solche Maßnahmen als gezielte Einschüchterungsversuche und als Angriff auf die Pressefreiheit.

Trump verdränge traditionelle Medienkanäle zunehmend und stärke stattdessen eigene Kommunikationsplattformen wie Truth Social, erklärt Politikwissenschaftlerin Claudia Hofmann von der American University in Washington D.C. gegenüber ZDFheute.

In dem Vorgehen des US-Präsidenten sieht sie eine klare Strategie:

Kritik wird konsequent und öffentlichkeitswirksam beantwortet.

Claudia Hofmann, US-Politikwissenschaftlerin

Trump führt in seiner zweiten Amtszeit einen offenen Konflikt mit Teilen der US-Medien. Journalisten greift er regelmäßig persönlich an, wenn ihm ihre Berichterstattung oder ihre Fragen missfallen. Medien, die ihm wohlgesonnen sind, lobt er hingegen öffentlich.

Ob der angekündigte Ausschluss von CNN, Politico und MS NOW rechtlich Bestand hätte, ist bislang offen. Der Fall könnte vor Gericht landen.

Dabei geht es um weit mehr als den Zugang einzelner Reporter zum Weißen Haus. Im Kern steht die Frage, ob ein Präsident kritische Medien wegen ihrer Berichterstattung von der Arbeit am Machtzentrum der US-Regierung ausschließen darf. Genau darüber könnte nun die Justiz entscheiden und damit über die Grenzen präsidialer Macht gegenüber einer freien Presse.

Katharina Schuster ist Korrespondentin im ZDF-Studio in Washington D.C.

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Über dieses Thema berichtete das heute journal am 18.09.2026 ab 21:45 Uhr.

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